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Uni Chemnitz entwickelt "das sprechende Buch"

Seiten mit gedruckten Lautsprechern
 

Maxi Bellmann und Prof. Dr. Arved C. Hübler vom Institut für Print- und Medientechnik der TU Chemnitz präsentieren das "T-Book" des 58. World Press Photo Wettbewerbs, das in einer Auflage von acht Exemplaren hergestellt wurde. (Foto: TU Chemnitz/Pressefoto Schmidt)

Wissenschaftler des Instituts für Print- und Medientechnik der Technischen Universität Chemnitz haben einen großformatigen Bildband mit gedruckter Elektronik ausgestattet. Unsichtbar im innern jeder Seite befindet sich ein gedruckter Lautsprecher. Dieser sorgt dafür, dass mit jedem Umblättern die zur Seite passenden Töne ausgespielt werden.

Bei diesem "sprechenden Buch" handelt es sich um einen Bildband, der die Siegerfotos des 58. World Press Photo Wettbewerbs zeigt und der bei der Preisverleihung in Amsterdam erstmals vorgetsellt worden war. Öffnet man dieses so genannte T-book – das „T“ steht für Ton – und blättert eine Seite um, dann beginnt diese Seite durch den unsichtbar im Inneren des Blatt Papiers befindlichen Lautsprecher zu tönen. Ein gedruckter Sensor stellt fest, welche Seite des Buches der Leser öffnet, sodass der genau passende Klang zu hören ist. Der Ton kommt dabei direkt aus dem Papier. Die Kreativagentur Serviceplan aus München, die das Buch zusammen mit den Forschern der TU Chemnitz entwickelt hat, schuf für jedes Siegerfoto ein eigenes Klangumfeld, in dem Stimmen, Geräusche und Musik die vom Fotografen eingefangene Stimmung erweitern.
 
Das T-book basiert auf gedruckter Elektronik. Dabei werden elektronische Bauteile mit klassischen Druckverfahren auf Papier gedruckt, was eine kostengünstige Massenproduktion ermöglichen soll. Vor drei Jahren konnten die Forscher erste gedruckte Lautsprecher vorstellen. Dabei wird eine dünne Schicht aus einem piezoelektrischen Polymer gedruckt, die unter Spannung zu schwingen beginnt und so Töne abstrahlt. Um die elektrischen Signale einzuspeisen, sind zusätzliche gedruckte, elektrisch leitfähige Schichten nötig.
 
Für das T-book haben die Chemnitzer Wissenschaftler diese Technologie weiterentwickelt. Der Lautsprecher befindet sich zwischen der aus zwei Teilen zusammenlaminierten Papierseite, sodass die Vorder- und Rückseite mit hochwertigen Farbdrucken versehen werden können. Die Lautsprecher des insgesamt 100 Seiten umfassenden Bildbandes zum World Press Photo Wettbewerb werden durch eine SD-Karte, die in der Buchdecke eingebettet ist, mit den Daten versorgt. Batterien und eine Ansteuerelektronik sind ebenfalls in der Buchdecke untergebracht. Die Bindung des Buches hat Cornelia Ahnert vom Atelier Buch in Lichtenau bei Chemnitz realisiert. Teile der neuen Technologie wurden im Rahmen des Bundesexzellenzclusters "Center for Advancing Electronics Dresden" (cfaed) an der TU Chemnitz entwickelt.

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