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VDMA: Lage des Deutschen Druck- und Papiermaschinenbaus bleibt angespannt

Umsatzrückgang von 12 % gegenüber Vorjahr – China-Geschäft rückläufig
 

Das VDMA-Diagramm zeigt das Segment Druck- und Papiertechnik und Fachzweige, Auftragseingang und Umsatz 2014 (Quelle: VDMA)

Die neuesten Zahlen des Fachverbandes Druck- und Papiertechnik im VDMA für 2014 liegen vor und sie sind ernüchternd. Mit einem Umsatzrückgang um 12 Prozent gegenüber 2013 (–8 % gegenüber 2012) blieb die Lage des deutschen Druck- und Papiermaschinenbaus auch im Jahr 2014 angespannt. Dabei lag der Auftrags-eingang rechnerisch zwar auf Vorjahresniveau, so der VDMA; allerdings standen einem Auftragsplus von 29 Prozent im Bereich Papiertechnik Rückgänge um fünf Prozent bei Druckereimaschinen gegenüber. Auch das Auftragsvolumen für Papierverarbeitungstechnik sank um sechs Prozent, wie es weiter heißt.

Die ausbleibende Nachfrage macht in unseren Mitgliedsunternehmen teils schmerzhafte Anpassungen nötig“, betonte Dr. Markus Heering, Geschäftsführer des Fachverbandes Druck- und Papiertechnik im VDMA, gegenüber der Presse. Im abgelaufenen Jahr habe sich die Lage durch rückläufige Geschäfte in China zugespitzt. Ging in den ersten elf Monaten des Vorjahres noch Druck- und Papiertechnik für rund 641 Mio. Euro von Deutschland nach China, so sank das Exportvolumen in den ersten elf Monaten 2014 auf 493 Mio. Euro. „Chinesische Hersteller berichten uns, dass auch sie große Absatzprobleme in ihrem Heimmarkt haben“, erklärte Heering. Sie würden deshalb zunehmend in südostasiatische Nachbarländer ausweichen, was dort den Wettbewerbsdruck erhöhe.

Mit dem Zugkraftverlust des chinesischen Marktes rücken für die deutschen Anbieter von Druck- und Papiertechnik Europa und die USA stärker in den Fokus. „Europa blieb auch 2014 der mit Abstand wichtigste Markt für unsere Mitgliedsunternehmen“, stellte Heering klar. So summierten sich allein die Ausfuhren in die Türkei, nach Frankreich, Polen, Russland, UK, Italien und die Schweiz in den ersten elf Monaten des abgelaufenen Jahres auf über eine Mrd. Euro. Mit 1,03 Mrd. Euro übertrafen sie die Summe der Exporte in die zwei größten Einzelmärkte China (493 Mio. Euro) und die USA (425 Mio. Euro) deutlich. Der Export von Druck- und Papiertechnik in die USA blieb damit letztes Jahr nur um knapp 70 Mio. Euro hinter den Ausfuhren nach China zurück. Ein Jahr zuvor trennte diese Märkte noch eine Differenz von 250 Mio. Euro. 

Trotz zunehmenden globalen Wettbewerbs und vieler neuer Player im Markt stamme noch jede dritte weltweit verkaufte Druckereimaschine und noch jede fünfte Papierverarbeitungsmaschine von einem deutschen Hersteller, wie Heering weiter ausführt. Positiv sei das Erstarken des US-Marktes für die Branche zu werten. In diesem Zusammenhang warb Heering für „ein starkes transatlantisches Freihandelsabkommen TTIP“. Sein Fachverband und die amerikanische Association for Suppliers of Printing, Publishing and Converting Technologies (NPES) hatten Mitte Dezember in Washington dazu ein gemeinsame Erklärung unterzeichnet und diese an die Verhandlungsführer beider Wirtschaftsräume übermittelt. 

Angesichts der schwierigen Marktlage in der grafischen Industrie richten deutsche Hersteller von Druck- und Papiertechnik ihre Portfolios stärker in Richtung des Industriedrucks und des Verpackungsdrucks aus. „Sie sind mit ihren Technologien darauf vorbereitetet, Kunden integrierte flexible Lösungen zur Aufwertung und Veredelung von Produkten und Verpackungen zu bieten“, so Heering. Das reiche vom Drucken von Laminaten bis zur drucktechnischen Veredelung von Glas, Kunststoffen und Metallen. „Diese Neuausrichtung und Weiterentwicklung wird auch das Gesicht der Drupa 2016 verändern“, kündigt er an. Dort werden die Technologien zu sehen sein, die in die Zukunft der Branche weisen.

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