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VDMB-Fachkräfteumfrage: Erhebliche Besetzungsprobleme

Spezielle Förderung leistungsschwächerer Jugendlicher soll Potenziale erschließen
 

Die Teilnehmer des VDMB-Arbeitskreises Bildung – bei den regelmäßig stattfindenden Veranstaltungen des Arbeitskreises Bildung des VDMB werden neue Forschungsergebnisse bekannt gegeben, Arbeitsprojekte vorgestellt und Informationen ausgetauscht.

Die Zahl der Druckbetriebe, die vom Fachkräftemangel betroffen sind, ist erneut deutlich angestiegen. Das ist das Resultat einer Branchenumfrage des Verbandes Druck und Medien Bayern (VDMB). Dringender Bedarf an Fachkräften besteht demnach besonders in der Druckweiterverarbeitung. Zur Nachwuchsgewinnung sollen leistungsschwächere Jugendliche gezielt gefördert werden.

An der Umfrage beteiligten sich 35 bayerische Druckunternehmen. Über die Hälfte (53 Prozent) dieser Unternehmen sieht sich durch Nichtbesetzung offener Stellen in ihrer Geschäftstätigkeit beeinträchtigt. Das sind acht Prozent mehr als im vergangenen Jahr. Gut drei Viertel (77 Prozent) der Unternehmen meldeten aktuell einen Bedarf an Fachkräften. Schwierigkeiten bei der Besetzung offener Facharbeiterstellen haben 60 Prozent der befragten Unternehmen – das sind 11 Prozent mehr als im Vorjahr (49 Prozent). 17 Prozent der Unternehmen gaben an, ihre offenen Stellen für Facharbeiter gar nicht besetzen zu können, so die VDMB-Umfrage.

Besonders im Bereich der Druckweiterverarbeitung besteht nach den Umfrageergebnissen ein großer Bedarf an Fachkräften: 76 Prozent der Unternehmen suchen ausgebildete Medientechnologen Druckverarbeitung. Ein Drittel sucht immerhin noch Medientechnologen Druck. Wie aus den Umfrageergebnissen hervorgeht, rechnen 62 Prozent der Unternehmen in den nächsten 12 Monaten mit einem wachsenden Bedarf an Fachkräften. Für die nächsten fünf Jahre sind es sogar 80 Prozent. Auch deshalb diskutierte der Arbeitskreis Bildung des VDMB bei seiner Tagung in Ismaning darüber, wie lernbeeinträchtigte oder sozial benachteiligte junge Menschen effektiv in Ausbildung gebracht werden können.

Eine Reihe von Programmen soll hier neue Potenziale erschließen: Mit der Fachpraktikerausbildung, absolvieren junge Menschen mit einer Lernbehinderung eine Ausbildung, in der im Vergleich zur klassischen Medientechnologen-Ausbildung fachpraktische Inhalte stärker als fachtheoretische Inhalte gewichtet sind.  

Mit der „assistierten Ausbildung“ werden seit 2015 Unternehmen und Jugendliche in der Auswahl- bzw. Bewerbungsphase von der Bundesagentur für Arbeit unterstützt. Während der Ausbildung erhalten die Jugendlichen dann gezielten Förderunterricht für die Verbesserung der schulischen Leistungen und der sozialen Kompetenzen.

Das Programm „Integration durch Ausbildung und Arbeit“ soll Flüchtlinge mit einer hohen Bleibewahrscheinlichkeit fit für den Arbeitsmarkt machen. Im Mittelpunkt dieses von der Bayerischen Staatsregierung, der Regionaldirektion Bayern, der Bundesagentur für Arbeit und der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft initiierten Programms steht die Sprachförderung.

Der VDMB unterstützt diese Fördermöglichkeiten und die Unternehmen zum Beispiel mit der überbetrieblichen Ausbildung (ÜBA).

Die Umfrageergebnisse finden Sie im Kasten "Mehr zum Thema".

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Leserkommentare (1)

Robert Kleist | Freitag, 15. April 2016 13:56:04

fehlende Medientechnologen/Buchinder

Kann ich nur bestätigen. Einen mitdenkenden Maschinenführer für den Sammelhefter/Klebebinder zu bekommen ist nahezu unmöglich.

Umso irritierender erscheinen momentane Tendenzen, die entsprechende Weiterbildung für die Medientechnologen/Buchinder fachspezifisch reduzieren zu wollen.

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