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Wifag-Polytype Technologies AG: Zeitung der Zukunft

Wifag-Anwendertreffen bei Ringier Print – Perspektiven für Zeitungsdrucker erörtert
 

Teilnehmer des Wifag-Anwendertreffens bei der Druckbogen-Inspektion.

„Wo liegt die Zukunft des Zeitungsdrucks?“ – Dieser Kernfrage gingen beim Treffen der Wifag-Anwender Vertreter von Zeitungsdruckereien aus Deutschland, der Slowakei und der Schweiz nach. Im Rahmen der Veranstaltung lernten sie auch die technischen Möglichkeiten kennen, die sich aus der Neuausrichtung der Wifag gerade auch für die Zeitungsproduktion ergeben.

Gastgeber für das jährliche Treffen war dieses Mal die Ringier Print Adligenswil AG nahe Luzern, einer der großen Zeitungsdruck-Standorte der Schweiz. Hier werden neben Tageszeitungen („Blick“, „Neue Luzerner Zeitung“) auch Kundenzeitungen für Migros und Coop sowie eine Vielzahl von Verbands-, Partei-, Kirchen- und Special-Interest-Zeitungen produziert. Ringier Print Adligenswil hatte zuletzt 2009 seinen Maschinenpark mit Wifag-Rotationen des Typs Evolution 371 modernisiert.

Die Zeitung der Zukunft 

Die eingangs gestellte Kernfrage zog sich wie ein roter Faden durch die gesamte Veranstaltung. Bernd Zipper (Geschäftsführer Zipcon Consulting), einer der Referenten, richtete mit seinem Vortrag den Blick ins Jahr 2030. Wie wird sich die Zeitung verändern? Werden in Zukunft überhaupt noch Zeitungen gelesen? Die zunehmende Online-Präsenz der Medien lässt die Tageszeitung schon während des Lesens wie Altpapier erscheinen. „Doch die Zeitung wird immer ihre Berechtigung finden, vor allem mit den flexiblen Druckmöglichkeiten des Inkjetdrucks“, so Zipper. Zu beobachten sei, dass der Trend in Richtung Personalisierung und Individualisierung geht – d.h. Zeitungen können von den Kunden selbst zusammengestellt und auf ihre persönlichen Vorzüge abgestimmt werden. Mehr Wirtschaft oder ein detaillierter Sportteil sind da nur einige von vielen Denkansätzen. Sehbeeinträchtigte Menschen können ihre Zeitung im Großdruck bestellen, so dass das mühsame Lesen mit der Lupe entfällt. Zipper regte zum Umdenken an und fügte hinzu: „Nutzen Sie die neue digitale Drucktechnik und kreieren Sie selbst neue Ideen, um die Zeitung attraktiver zu machen.“

Apropos „die Zeitung attraktiver machen“: Die Veredelungsart „Lackieren“ wird auch für das Medium Zeitung zunehmend interessanter. Carsten Salomo (Projektleiter Digital Competence Center) zeigte eine Alternativmöglichkeit der Lackierung mit der Digitaldrucktechnik auf. Selbst ein punktuelles Lackieren ist heutzutage mit Inkjet möglich. Wifag liefert bereits jetzt schon entsprechende Druckmodule mit Druckkopfansteuerung und Farbversorgung für die Steinemann AG. „So ein Modul ließe sich problemlos auch in eine Zeitungsrotationsmaschine integrieren“, so Salomo, der auch einen Überblick über den derzeitigen Stand der Technik in Bezug auf den Inkjetdruck gab. Vor allem die zunehmende Personalisierung der Zeitung, wie sie Bernd Zipper ansprach, verlange flexiblere Druckverfahren. So würden in Zeitungsauflagen gleichbleibende Texte im Offset und Personalisierungen, wie Horoskope, Wunschartikel, Adressen, usw. digital gedruckt werden.  

Ein weiteres Thema des Anwender-Treffens: Retrofit-Projekte im Bereich Zeitungsdruckmaschinen. Weltweit konnten neue Antriebsretrofits von Rollenwechslern, Zugwalzen und Satelliten installiert werden. Zusätzlich wurden Farbregisterregelungen, Schnittlagenregelung, Spreizvorrichtungen, usw.  in bestehende Anlagen integriert. Mit dem Leitstand „Alpina“ und der Entwicklung einer eigenen Farbdichte-Regelung wurden weitere Schritte in der Automatisierung der Zeitungsdruckmaschinen gemacht.

Technologisch breiter aufgestellt

Die Wifag-Polytype Technologies AG mit Hauptsitz in Fribourg (CH) stellt sich technologisch zunehmend breiter auf. So wurden vor kurzem Digitaldruck, Coating & Laminating sowie der Rotationsmaschinen-Bereich in der Gesellschaft vereint. Und durch eigenes Know-how in den Bereichen Software, Druckkopfansteuerung, Bahnführung und -Trockung sowie Tinten und Materialien kann die Wifag-Polytype Technologies AG nun komplette konventionelle wie auch digitale Produktionslösungen anbieten. Und diese sollen, unterstrich CEO Jörgen Karlsson, vor allem in enger Zusammenarbeit mit Kunden entstehen.

Alle Servicebereiche der bisherigen Wifag Maschinenfabrik AG, der Polytype Converting AG und der Geschäftsbereichs Digital Printing der Polytype AG wurden in der Wifag-Polytype Technologies AG vereint. Dadurch soll ein Know-how-Transfer der jeweiligen Technologien (Offset, Digital, Converting) gefördert werden, um auf eine noch breitere Ressourcen-Basis zurückgreifen zu können, berichtet Hugo Haymoz (Head of Customer Services Wifag). „Sämtliche Ansprechpartner, Service-Leistungen und -Produkte bleiben bestehen. Service-Vereinbarungen bzw. -Verträge werden ebenfalls unverändert übernommen und weitergeführt“, so Haymoz weiter.

Das User Meeting 2015 wird in Fribourg stattfinden, um die Technologie des Digitaldrucks im dortigen Technology Center in der Praxis zeigen zu können.

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