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Wirtschaftliche Lage der Druckindustrie "nahezu stabil"

Abschlusspressekonferenz des Druckforums 2012

Mit einer Umsatzsteigerungvon 1,6 Prozent sei die wirtschaftliche Lage "nahezu stabil", so der Geschäftsführer des Verbandes Druck und Medien in Baden-Württemberg, Michael Hüffner.

Die Abschlussveranstaltung zum 34. Druckforum im Haus der Wirtschaft in Stuttgart drehte sich um die wirtschaftliche Lage der Druckindustrie. Insgesamt betrug der Umsatz 2,572 Mrd. Euro. Im Jahr 2010 waren es zum Vergleich 2,537 Mrd. Euro. Damit sei die wirtschaftliche Lage 2011 zwar "nahezu stabil", so der Geschäftsführer des Verbandes Druck und Medien in Baden-Württemberg, Michael Hüffner, allerdings habe die Druckindustrie nicht am allgemeinen Wachstumsboom der Wirtschaft im Jahr 2011 partizipiert.

Der Abwärtstrend der Jahre 2009 und 2010 konnte gestoppt werden, doch die Umsatzsteigerung von 1,6 Prozent reichte nicht aus, um an das Jahr 2008 mit einem Umsatz von 2,75 Mrd. Euro anzuknüpfen. Der Trend im zweiten Halbjahr schwäche sich ebenfalls "wieder spürbar ab".

Im Jahr 2010 lag die Kapazitätsauslastung bei 81,8 – im Jahr 2011 lag diese im Jahresdurchschnitt nahezu gleich bei 81,4 Prozent. Damit stagnieren Kapazitätsauslastung und Auftragsbestände, da grundsätzlich erst ein positiver Ertrag erwirtschaftet wrid, wenn der Auslastungsgrad mindestens 85 Prozent erreicht.

Hinzu kommt, dass die Ertragslage durch steigende Rohstoffpreise beeinflusst wird: Druckfarbenpreise stiegen bis November 2011 um 6,1 Prozent gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum, die Preise für Papiere um 3,8 Prozent, am stärksten war der Anstieg mit 8,3 Prozent bei den Strompreisen.

Die Beschäftigungszahlen in der Druckindustrie sind leicht zurückgegangen: In Betrieben mit mehr als 50 Mitarbeitern sind rund 13.000 Mitarbeiter, in Betrieben unter 50 Mitarbeitern sind rund 10.000 Mitarbeiter beschäftigt. Der Rückgang der Beschäftigtenzahlen betrug 2011 gegenüber dem Vorjahr 2,1 Prozent. Insgesamt hat die Druckindustrie in Baden-Württemberg 2011 69 Betriebedurch Insolvenzen und Betriebsaufgaben mit insgesamt 1.125 Arbeitsplätzen verloren. Von den 69 Unternehmen meldeten 25 Betriebe Insolvenz an. Im Jahr 2010 stellten nur 19 Betriebe einen Insolvenzantrag.

Hüffner  sieht dennoch auch Potential: Die Druckindustrie sei eine attraktive Branche. Das zeige sich an der Anzahl der neu abgeschlossenene Ausbildungsverhältnissen, die um 7 Prozent auf gesamt 726 gesteigert werden konnten. Über die drei Ausbildungsjahre hinweg werden in der Druck- und Medienindustrie in Baden-Württemberg 2.091 Auszubildende beschäftigt. Damit liegt die Ausbilbildungsquote über 10 Prozent.

Ein weiteres Thema des Druckforums war die Frage, wohin – in Print oder elektronische Kanäle – die werbetreibende Wirtschaft in Zukunft investieren wird. Für 2012 prognostiziert der Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft (ZAW) einen Rückgang der Nettowerbeausgaben um 0,4 Prozent auf 29,83 Mrd. Euro. Insgesamt stiegen die Bruttowerbeausgaben jedoch im Jahr 2011 um 3,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr.  Print konnte einen Zuwachs von 0,6 Prozent verzeichnen, elektronische Medien legten um 5,4 Prozent zu. Innerhalb der Printmedien verzeichneten Zeitungen einen kleinen Verlust, Zeitschriften legten 1,4 Prozent und Fachzeitschriften nahmen 2,9 Prozent zu. Plakatwerbung konnte ein Wachstum von 11,5 Prozent verzeichnen.

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Leserkommentare (1)

Markus Pfitzner | Mittwoch, 22. Februar 2012 13:56:01

Quelle der Zahlen

Kann mir jemand weiterhelfen aus welcher Quelle die Zahlen stammen, die bei der Veranstaltung referiert und in dem obigen Artikel zusammengefasst wurden?

Sind dies Zahlen vom Verband? Gibt es evtl. eine Veröffentlichung zu diesen Zahlen?

Beste Grüße
Markus Pfitzner

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