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Zwei einzigartige Künstlerkarrieren geehrt

Der Ike und Berthold Roland Kunstpreis 2016 ging an Hermann Zapf (posthum) und Gudrun Zapf von Hesse
 

Dr. Annette Ludwig, Direktorin des Gutenberg-Museums und Laudatorin, mit der Preisträgerin Gudrun Zapf von Hesse.

Eine außergewöhnliche Preisverleihung fand kürzlich im Mainzer Gutenberg-Museum statt: das Künstlerpaar Hermann Zapf und Gudrun Zapf von Hesse wurde geehrt, das fünfzig Jahre lang die Buch- und Schriftkultur prägend mit gestaltet hat, in Deutschland wie in Übersee.

Im Rampenlicht stand zeitlebens eher Hermann Zapf, der, ausgestattet sowohl mit kalligrafischer Begabung, als auch mit technischem Gespür, die Schriftentwicklung vom Bleisatz über den Fotosatz bis in unsere digitale Zeit intensiv begleitet hat. Schon seit Anfang der 1960er Jahre beschäftigte er sich mit der Umsetzung guter Typografie in Computerprogramme; sein mit Peter Karow (URW) entwickeltes hz-Programm für besseren Zeilenausgleich wurde in Adobe Indesign implantiert, leider ohne die Entwickler zu nennen und zu würdigen.

Hermann Zapf verstarb am 4. Juni 2015; so nahm Gudrun Zapf von Hesse die Urkunde aus den Händen von Oliver Roland, dem Geschäftsführer der Ike und Berthold Roland Stiftung, leider alleine in Empfang. Die 98-jährige Künstlerin brauchte Vergleiche mit ihrem Mann nie zu scheuen. Bei Otto Dorfner in Weimar zur Buchbinde-Meisterin ausgebildet, interessierte sie sich schon früh auch für Schrift und bildete sich autodidaktisch in diesem Metier weiter – wie Hermann Zapf mit Büchern von Rudolf Koch und Edward Johnston. Bei Johannes Boehland in Berlin nahm sie dann auch Unterricht und lehrte schließlich selbst acht Jahre lang an der Frankfurter Städelschule das Fach Schrift. Ihre Diotima-Antiqua erschien 1951 bei D.Stempel, wo sich Hermann Zapf nicht nur in die Schrift, sondern mehr noch in ihre Schöpferin verliebte.

Es ist an der Zeit, die wunderschönen, oft flexiblen und dezent mit feinsten Lineaturen und Goldschnitt versehenen Ledereinbände von Gudrun Zapf von Hesse wieder zu entdecken, und auch ihre geschriebenen Bücher und Textblätter, die Aquarelle und Zeichnungen sowie die Satzschriften, die da heißen Carmina (Bitstream), Nofret und Christiana (H.Berthold AG), Shakespeare (Hallmark), Alcuin und Colombine (URW). Anlässlich der Preisverleihung zeigt das Gutenberg-Museum zur Zeit eine kleine Auswahl von Arbeiten beider Künstler aus eigenem Bestand.

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