Der Digitaldruck macht Verpackungen zu personalisierten 3-D-Marketing-Tools
13.08.2010 Judith Grajewski
Drei Monate nach Maschineneinweihung wird das Produktportfolio, das Kästl bereits auf der neuen digitalen Verpackungslinie herstellen kann, immer größer: Ob Faltschachteln, mit oder ohne UV-Lack, Stanzung oder Heißfolienapplikation – alle können dank des Digitaldruckes personalisiert und individuell hergestellt werden.
Verpackungsdruck. Die Ware schützen, ihren Wert widerspiegeln oder im Idealfall erhöhen: Die Aufgaben einer Verpackung sind vielfältig – und sie wachsen. Denn immer mehr Marketingprofis erkennen das Kommunikationspoten-zial, das in Faltschachteln steckt und entwickeln personalisierte Verpackungen, die im Digitaldruck produziert werden. Bei der DCC Hirschmann Packaging GmbH wurde nun die weltweit erste digitale Verpackungslinie „Gallop“ installiert.
Golf und Druck haben auf den ersten Blick nicht viel gemeinsam. Auf den zweiten jedoch – so bestätigt es Siegmar Kästl, Geschäftsführer des Digitalen Druck- und Medienzentrums DCC Kästl in Ostfildern, Kemnat – ist beides enger miteinander verbunden als vermutet. Beim Golfen findet Kästl nicht nur Entspannung vom Arbeitsalltag, sondern entwickelt auch neue Geschäftsideen. So zum Beispiel eine Geschenkbox, die manchem Golfliebhaber ein Schmunzeln ins Gesicht zaubern dürfte: Drei Golfbälle in einer Umverpackung, die das Grün das Golfplatzes zeigt und den Namen des Beschenkten trägt. Möglich macht diese Personalisierung der digitale Verpackungsdruck, der zur Drupa 2008 durch eine gemeinsame Neuentwicklung von Xerox, Stora Enso und Kama für Aufsehen sorgte. Diese besteht aus einer iGen 4 von Xerox, einer Epic-Lackiereinheit, einem Bogenauslagemodul für die Zwischenlagerung und einer Kama-Stanze. Eineinhalb Jahre später erhielt die Verpackungslinie den Namen „Gallop“ und wurde Anfang Dezember 2009 bei der Hirschmann DCC Packaging Group in Ostfildern-Kemnat als weltweit erstem Anwender installiert.
Firmengründung. Um dem neuen Bereich des digitalen Verpackungsdruckes ein geeignetes technisches Umfeld zu geben hat Siegmar Kästl zusammen mit Kirsten Hirschmann die Hirschmann DCC Packaging GmbH g
egründet. Kirsten Hirschmann ist unter anderem die geschäftsführende Gesellschafterin der Hirschmann Laborgeräte GmbH & Co. KG in Eberstadt bei Heilbronn. Umso erstaunlicher, dass eine Unternehmerin, deren Kernkompetenz nicht in der grafischen Industrie liegt, eine Firma mit aufbaut, die sich genau hier positioniert. Durch den Kontakt zu ihren Kunden in mehr als hundert Ländern, war Hirschmann immer auf der Suche nach neuen Kommunikationsmöglichkeiten und stieß dadurch auf den Digitaldruck. Vor allen Dingen die Verpackungen, Mailings und Werbebroschüren der Hirschmann-Laborgeräte sollten so gedruckt werden, dass sie die Kunden und Partner noch individueller und persönlicher ansprechen konnten. Sie wandte sich an „The Document Group“, einem Xerox-Vertriebspartner aus Stuttgart, die ihr den Kontakt zu Siegmar Kästl vermittelte. Bei der gemeinsamen Leidenschaft von Kirsten Hirschmann und Siegmar Kästl, dem Golf, entstand schlussendlich die Idee zur gemeinsamen Unternehmung. Die fast 30-jährige Erfahrung im Digitaldruck inklusive dem vorhandenen Personal für Produktion, Vertrieb und Versand bei DCC Kästl ließen zusammen mit der weltweiten Vertriebsausrichtung der Hirschmann Laborgeräte GmbH & Co. KG und der Unterstützung der TDG und Xerox die neue Firma entstehen. Mit der Gründung der Hirschmann DCC Packaging GmbH entschlossen sich beide dazu, gemeinsame Sache zu machen.
Herausforderung. Obwohl Siegmar Kästl seit 1981 mit digitalen Drucksystemen arbeitet und mit dem jungen Verfahren auch sein Unternehmen gewachsen ist, stellt ihn der digitale Verpackungsdruck vor eine neue Herausforderung. Geeignete Papiere, Lacke und Klischees müssen getestet und verschiedene Stanzformen erstellt werden.
30.07.2010
» Digital gedruckte Arzneiverpackungen


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