Optimiertes Verpackungsmanagement spart Kärcher vor allem eines: Zeit...
13.07.2011 Michael Schüle
Titus Helmke, Marketing Brand Management bei Kärcher (links), und Peter Miller, Esko Artwork Senior Manager Brand Owners Business DACH-Region.
Online-Verpackungsprozesse und -Kommunikation schaffen mehr Luft für kreative Aufgaben und reduzieren Time-to-Market-Zeiten. Der Reinigungsgerätehersteller Kärcher hat seinen Packaging-Workflow mit Webcenter von Esko Artwork rationalisiert – die Organisation des Foto- und Sprachversion-Workflows soll als Nächstes folgen.
Im Showroom bei Kärcher blitzt es. Staub in den Ecken und Schlieren auf den Schaufensterscheiben sind undenkbar. Die charakteristischen Firmenfarben Gelb und Schwarz des führenden Anbieters für Reinigungslösungen aus Winnenden bei Stuttgart dominieren den Raum. Hochdruck- und Dampfreiniger, Kehrmaschinen, Nass- und Trockensauger, Scheuersaugmaschinen, Fensterreinigungsgeräte und Pumpen für Haus und Garten stehen in Reih und Glied nebeneinander.
„Die Verpackung und ihre Gestaltung werden zu einem immer wichtigeren Marketinginstrument. Die Anforderungen an sie sind sehr hoch“, sagt Titus Helmke, verantwortlich für das Packaging Design bei Kärcher. Sein Team leitet die Verpackungsgestaltung sämtlicher Kärcher-Produkte. Im Jahr werden etwa 600 Verpackungen neu designt oder aktualisiert. Die Gesamtzahl aller Verpackungsprodukte, einschließlich Kartonverpackungen, Etiketten und POS-Displays, die seine Abteilung betreut, liegt bei circa 1.800 Stück.
Innovation ist für das Unternehmen der wichtigste Wachstumsfaktor: Etwa 85% aller Produkte sind fünf Jahre jung oder jünger. Das bedeutet für das Brand-Management, dass jedes neue oder weiterentwickelte Produkt ein entsprechend nach dem Corporate-Design gestaltetes Packaging bekommen muss. Denn im Regal entscheidet neben der Marke eine gelungene und attraktive Verpackung über den Verkauf. Sie muss auf einen Blick komplexe technische Sachverhalte und Benefits möglichst sprachneutral vermitteln. Außerdem muss sich eine Verpackung auf Paletten stapeln lassen und eine Reihe von Härtetests be-stehen, um das Produkt auf seinem Weg zum Kunden vor Beschädigung zu schützen.
Excel-Listen adieu
Bis vor drei Jahren haben Titus Helmke und sein Team die Verpackungsanforderungen und Briefingdokumente des Produktmanagements noch in gängigen Office-Programmen erfasst, ausgedruckt, ergänzt, gescannt, gefaxt und bearbeitet. Entwürfe und Änderungen wurden als PDF mehrmals zwischen Produktmanagement, Marketing, Verpackungsentwicklung und Druckvorstufe hin- und hergemailt, bis das endgültige Artwork feststand. Für die Gestaltung benötigte Dokumente wie Fotos, Illustrationen und Texte wurden via E-Mail, FTP und postalisch auf Daten-CDs verschickt. Die Dokumentation füllte dicke Projektmappen, E-Mails mussten zur Ablage ausgedruckt und Daten auf CDs gebrannt werden. Projektdokumentationen füllten viele Aktenordner. Alles in allem eine sehr aufwändige, zeitraubende und händische Prozessabwicklung, die Kärcher angesichts der mittlerweile am Markt erhältlichen effizienten Weblösungen für nicht mehr zeitgemäß hielt.
2009 schließlich implementierte Kärcher Webcenter, eine speziell auf die Verpackungsentwicklung und das Verpackungsprozessmanagement ausgerichtete, webbasierte Kommunikations- und Workflowlösung von Esko Artwork, mit nachfolgender Schulung der Mitarbeiter. Zuvor waren die am Verpackungsprozess beteiligten Abteilungen aufgerufen, ihr spezifisches Anforderungsprofil für die kommende Weblösung in einem detaillierten Lastenheft zusammenzustellen. Kürzere „Time-to-Market“-Zeiten, mehr Zeit für Kreativaufgaben, mehr Transparenz, mehr Standardisierung, ein besseres Miteinander, eine schnellere Abwicklung, einfachere Terminübersichten, weniger Korrekturzyklen und weniger Fehler, ein lückenloses Archiv und letztendlich deutliche Kostenersparnisse: dies waren die Hauptwünsche an die Online-Kommunikation und Freigabe.
Fortschritt im Layoutprozess
Alle Vorgänge, die mit der Entwicklung einer neuen Produktverpackung zu tun haben, werden bei Kärcher jetzt in Webcenter abgelegt. Standardisierte Briefingvorgaben, Musterformulare und Stanzvorlagen für die Abwicklung der Verpackungsentwicklung sind hinterlegt und können in der Software terminiert, bearbeitet und verschickt werden – eine enorme Arbeitserleichterung für das Kärcher-Team. Insgesamt hat sich der Projektdurchlauf deutlich beschleunigt: „Heute wenden wir nur noch 60 bis 70% der bisher benötigten Zeit auf. Wir waren selbst erstaunt, wie viele Stunden durch den Wegfall des Hin- und Herkopierens von Dateien eingespart werden können“, erklärt Titus Helmke.


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