Erfolg durch Wertschätzung
29.07.2010 Redaktion print.de
Prof. Dr.-Ing. Heinrich Witting
Wertorientierte Führung (2). Ein hohes Maß an Übereinstimmung von Unternehmenswerten und persönlichen Werten stellt eine wichtige Voraussetzung dar, um den Erfolg einer Unternehmung – ausgedrückt durch betriebswirtschaftliche Kennzahlen – zu steigern. Im zweiten Teil seines Beitrages stellt Prof. Dr.-Ing. Heinrich Witting ein Fallbeispiel zur Einführung einer wertorientierten und wertschätzenden Führung in einem großen Druckunternehmen vor.
Investitionen größeren Stils in den Maschinenpark waren notwendig, um einen mittelständisch geprägten Produktionsstandort auf die Markterfordernisse wie Preis- und Konkurrenzdruck auszurichten. Der Druckereibetrieb ist innerhalb eines Konzernverbunds tätig.
Mit diesen Maßnahmen ging sowohl ein sozialverträglich gestalteter Personalabbau größeren Umfangs als auch eine Verschlankung der bisherigen Führungshierarchie einher. Die Verkleinerung der Führung setzte die Ansätze des Lean Managements in Form eines auf die Gegebenheiten des Betriebes zugeschnittenen Fertigungsleiterkonzeptes in die betriebliche Praxis um.
Solche gravierenden Veränderungen haben zunächst in der stark gewerblich geprägten Mitarbeiterschaft zu Widerstand und Demotivation geführt. Durch eine den Veränderungsprozess begleitende umfassende Personalentwicklungsmaßnahme im Rahmen eines Seminarkonzeptes über drei Jahre, ist es erreicht worden, Demotivation in Motivation umzuwandeln. Dies wurde unter anderem durch den Aufbau einer bereichsübergreifenden Zusammenarbeit und die Neuorientierung auf ganzheitliche prozessorientierte Produktionsabläufe umgesetzt.
Die Mitarbeiter wurden als aktive Teilnehmer in diesen Prozess eingebunden.
Managementphilosophie. Die Führungssituation in der Produktionsstätte war seit seiner Inbetriebnahme in den Anfängen der sechziger Jahre des letzten Jahrhunderts durch eine starke hierarchische Gliederung von der Werksleitung bis zu den gewerblichen Mitarbeitern an den Produktionsmaschinen mit sieben Stufen und einem autoritär geprägten Umgang gekennzeichnet. Transparenz von Entscheidungen sowie bereichsübergreifendes am Prozess orientiertes Arbeiten zwischen den Produktionsbereichen wurde nicht gelebt. Der Führungsstil ist durch die Handlungsweise des Kommandierens, des anschließenden Kontrollierens und Korrigierens treffend zu beschreiben. Kundenanforderungen waren nur in dem mit dem Kunden direkt kommunizierenden Bereich bekannt.


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