„Grün" ist die Hoffnung
29.07.2010 Philip Wurster
Der Energieverbrauch im Druckgewerbe wurde in den vergangenen zehn Jahren um rund 15 % und der Frischwasserverbrauch um 44 % reduziert.
Ökotrends. Das Thema Umweltschutz ist in aller Munde.Stichworte wie „Green Printing", Emissionsausgleich, EMAS und viele mehrbeschäftigen auch die Druckindustrie. Möglichkeiten, umweltschonender undgleichzeitig ökonomischer zu produzieren, bieten sich für Unternehmen derDruckbranche von der Technik bis zum Management.
Der Umweltschutz ist in allen Gesellschaftsschichten ein Thema. Angesichts der klimatischen Veränderungen und der immer strikteren gesetzlichen Auflagen ist es unvermeidbar, sich mit ihm auseinanderzusetzen. Auch für die Unternehmen der Druckindustrie wird eine umweltschonende Produktion immer bedeutender. Eine steigende Anzahl an Kunden fordert beispielsweise ökologisch produzierte Druckerzeugnisse.
Eine „grüne" Produktion erfordert vor allem ein Umdenken und Umrüsten im gesamten Unternehmen. Eine Förderung durch den Staat kann dies noch attraktiver machen. Deutscher Drucker gibt im Hinblick auf neue Entwicklungen und Strategien, die auf der Ipex vorgestellt werden, einen Überblick über das vielfältige Thema „Ökologie in der Druckindustrie."
Fortschritte. Die Produktion in der Druckindustrie wurde und wird durch technische Entwicklungen in den vergangenen Jahrzehnten nicht nur effizienter, sondern auch umweltfreundlicher. So wurde beispielsweise der Energieverbrauch im Druckgewerbe in den vergangenen zehn Jahren um rund 15 Prozent und der Frischwasserverbrauch um fast die Hälfte (44 %) reduziert, sodass 2007 etwa 0,6 m3 je Tonne bedrucktes Papier verwendet wurden. Das ist das Ergebnis einer Studie des Fachverbandes Druck- und Papiertechnik über die Entwicklung der Umwelt-, Ressourcen- und Energieeffizienz der Druckindustrie in Deutschland und Europa in den vergangenen zehn Jahren. Laut der kürzlich veröffentlichten Studie ist das spezifische Gesamtabfallaufkommen im Druckgewerbe innerhalb von sieben Jahren um 9 % gesunken, sodass nur noch rund 114 kg Abfall pro Tonne bedrucktes Papier entstehen. Dabei handelt es sich zu 99 % um recycelbare Materialien aus Papier und Karton, die durch Makulatur und Randbeschnitt anfallen. Der Einsatz von Farben und Lacken wurde von 2000 bis 2007 um 16 % verringert, indem effizientere Dosierungssysteme eingesetzt und der Anteil von Farbresten minimiert wurde.
Umweltmanagement. Auf dem Weg zu einer umweltfreundlicheren Produktion sollte für ein Unternehmen zu Beginn die Formulierung der Umweltziele stehen. Diese sollten vor allem die Punkte Energieeffizienz, Ressourcenschonung, Vermeidung von Emissionen, Recycling und Verminderung von Abfall beinhalten. Die Ausarbeitung eines Umweltberichts kann für Dienstleister der Druckindustrie ein erster Schritt in Richtung Zertifizierung eines Umweltmanagementsystems (UMS) sein. Ein Umweltmanagement lässt sich als eine langfristig geplante, ökologisch ausgerichtete Unternehmensführung bezeichnen, die bei der Planung, Durchsetzung und Kontrolle der Unternehmensaktivitäten die Verhinderung von Umweltbelastungen sowie die Sicherung der Unternehmensziele berücksichtigt.


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