Fachausschuss für die Druckindustrie Rhein-Neckar initiiert im „Gutenberg-Jahr 2018“ zahlreiche Veranstaltungen

Auftakt für „Gutenberg 4.0 – Medien 550 Jahre danach“

Die Preisträgerinnen Nina Hilfrich (2. Platz, li.) und Melodie Westermann (1. Platz, re.) zeigen auf T-Shirts ihre Logo-Entwürfe für „Gutenberg 4.0“. (Foto: Rainer Pomrehn)

Druckmaschinen-Geräusche als Rhythmus-Grundlage für ein Feuerwerk elektronischer Musik in der Tradition von „Kraftwerk“ und „Pink Floyd“ – da hätte Johannes Gutenberg sicher gestaunt: Die Band „nujuice“ war, zusammen mit ihrem „Improtronic“-Sound sowie Video-Installationen von Tobias Galeé, Teil des Festes zum Auftakt des „Gutenberg-Jahrs 2018“, das der regionale Fachausschuss für die Druckindustrie Rhein-Neckar initiiert und koordiniert. „Gutenberg 4.0 – Medien 550 Jahre danach“ ist der Titel der Veranstaltungsreihe mit 24 Events im Jahr 2018, die im Raum Mannheim/Heidelberg stattfinden.

Der Festakt fand im Berufsbildungswerk, dessen Kulturbühne die Veranstaltung organisiert hatte, Neckargemünd bei Heidelberg statt und über einhundert Gäste waren erschienen. In der SRH-Aula (SRH ist eine private Hochschule) fand neben Live-Musik, Poetry-Slams und Kurzgeschichten unter großem Applaus die Ehrung der Preisträgerinnen statt, die sich am vom Fachausschuss ausgeschriebenen Logo-Wettbewerb für das Gutenberg-Jahr beteiligt hatten. An die 40 Schülerinnen und Schüler der Johannes-Gutenberg-Schule Heidelberg erhielten Urkunden und Anerkennungspreise, und die drei Erstplazierten Eva Jemmings (3.), Nina Hilfrich (2.) und Melodie Westermann (1.) durften sich über Sachpreise im Wert von knapp 800 Euro freuen.

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Nicht nur hatten Auszubildende den Festabend organisiert und die Print- und Webwerbung dafür gestaltet, sondern zwei von ihnen führten auch durch das Programm. Einer von ihnen, Moderator Leon Heitz, kam wegen eines Handicaps gar im Rollstuhl auf die Bühne – eine umso größere Leistung, als er am gleichen Tag die schriftliche Zwischenprüfung hatte bestehen müssen.

Der Fachausschuss für die Druckindustrie Rhein-Neckar ist ein Gremium von ehrenamtlichen Fachleuten der Medienbranche, das als regionale Untergliederung des „Zentralfachausschusses Berufsbildung Druck und Medien (ZFA)“ die Ausbildung junger Menschen in der „Schwarzen Kunst“ begleitet. Der ZFA, vor fast 70 Jahren von Unternehmerverband und Gewerkschaft gegründet, erstellt bundeseinheitliche Prüfungsaufgaben für die Medienberufe und kümmert sich um Begleitung und Fortschreibung der Berufsbilder.

„Wer die Vergangenheit nicht kennt, kann die Zukunft nicht gestalten“, überschreiben die beiden Vorsitzenden des Fachausschusses, Christian Tschürtz und Hans Dölzer, ihr Vorwort zu der Veranstaltungsreihe „Gutenberg 4.0“. Am 3. Februar 1468, also vor 550 Jahren, starb Johannes Gutenberg, der mit seinen Erfindungen die Medien- und Kommunikationswelt revolutionierte. Ihn allerdings (nur) als Erfinder des Buchdrucks zu titulieren, wäre zu kurz gegriffen. Sein konstruktives Potenzial brachte vor allem den Schriftschnitt, das Handgießinstrument, die Zusammenstellung der geeignetsten Buchstabenlegierung aus Blei, Zinn und Antimon, das Rezept für Druckfarbe, den Umbau von Wein- auf Druckpressen und schließlich die technische Zusammenführung dieser Einzelerfindungen hervor.

Eine ähnliche technische und gesellschaftliche Revolution findet derzeit durch Elektronik und Digitalisierung statt. Die 24 Veranstaltungen von 21 Unternehmen und Institutionen im Gutenberg-Jahr 2018 sollen daher Spitzlichter der heutigen und zukünftigen Medienwelt zeigen.

Dass dabei die Vergangenheit nicht zu kurz kommt, wird beim zweiten Höhepunkt der Reihe deutlich: Am 14. Juli 2018 werden auf dem Gelände des großen Mannheimer Technoseums die frisch ausgelernten Mediengestalter und Medientechnologen Druck freigesprochen und nach uralter Tradition „gegautscht“, also mit Wasser getauft.

Alle Veranstaltungen von „Gutenberg 4.0 – Medien 550 Jahre danach“ unter www.gutenberg2018.de.

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