Verband der Druckfarbenhersteller sorgt sich um Rohstoff-Nachschub

Drohen Lieferengpässe bei Photoinitiatoren für Druckfarben?

Im Prüflabor eines Druckfarbenherstellers.

Für die Hersteller von Druckfarben bleibt die zuverlässige Versorgung mit Rohstoffen ein Anlass zur Sorge. Denn es droht als weiteres Problem eine Verknappung von Photoinitiatoren hinzuzukommen. Das gab jetzt der europäische Verband der Druckfarbenhersteller Eupia (European Printing Ink Association) bekannt. Er führt die derzeit drohende Verknappung vor allem auf zwei Ursachen zurück: Staatliche Aktivitäten im Umweltschutz sowie die europäische Chemikaliengesetzgebung „Reach“.

Es ist Fakt, dass sich die wirtschaftspolitische Lage in den vergangenen Jahren weltweit stark verändert hat. Beispielhaft zu nennen ist eine Verlagerung der Bemühungen um den Abbau von Handelsschranken hin zu Ansätzen mit dem Ziel, solche Handelsschranken wieder zu erhöhen. „Die meisten Photoinitiatoren und ihre Ausgangsstoffe werden in China hergestellt. Dort haben staatliche Initiativen und Regelungen im Umweltschutz dazu geführt, dass viele Lieferanten ihre Produktion entweder zeitweise oder vollständig eingestellt haben. In der Gesamtbetrachtung sind solche Initiativen zu begrüßen, jedoch beeinflussen sie die Verfügbarkeit von Materialien, was häufig zu Preiserhöhungen führt“, betont Dr. Martin Kanert, Executive Manager Eupia, in diesem Zusammenhang.

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Die Verfügbarkeit von Photoinitiatoren werde durch weitere bedeutsame Vorkommnisse zusätzlich beeinträchtigt, so Dr. Kanert weiter. Die jüngsten Beispiele seien ein Fabrikbrand, unvorhersehbare Ereignisse (höhere Gewalt/„force majeure“) in chemischen Anlagen, niedrige Lagerbestände, ungeplante Wartungsarbeiten sowie weitere Produktionsausfälle.

Da die Frist für eine Registrierung gemäß der Reach-Verordnung in Kürze abläuft, haben sich einige Rohstoffhersteller entschieden, für bestimmte Rohstoffe keine Registrierung vorzunehmen oder sie nur für Verwendungen in geringen Mengen zu registrieren. In ihren Bemühungen, Photoinitiatoren durch andere Stoffe zu ersetzen, kann dies für Druckfarbenhersteller bedeuten, dass sie einer begrenzten Auswahl gegenüberstehen, da sie erneut mit kurzfristigen Lieferschwierigkeiten rechnen müssen.

Bedingt durch Neueinstufungen gemäß der CLP-Verordnung über die Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen und entsprechend der Eupia-Ausschlusspolitik („Eupia Exclusion Policy“) sind überdies die Ersatzstoffe gegebenenfalls nur begrenzt einsetzbar.

Aus Sicht von Eupia sind laut Dr. Kanert „alle Mitgliedsunternehmen bestrebt, Alternativen zu finden und gleichzeitig die Lieferungen an ihre Kunden zuverlässig aufrechtzuerhalten – während sie ihre Lieferanten ersuchen, eine möglichst breite und vielfältige Lieferbasis aufzubauen. Trotz dieser Anstrengungen können Verknappungen und Lieferengpässe nicht ausgeschlossen werden.“ In derartigen Fällen bittet Eupia den Kundenkreis der Mitgliedsunternehmen um Verständnis. Die Druckfarbenindustrie arbeitet dann daran, die Situation möglichst umgehend zu entschärfen.

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