Mainzer Bürger stimmen gegen Erweiterungsbau

Kein Bibelturm fürs Gutenberg-Museum

(Bild: www.gutenberg.de/Screenshot)
Diesen Turm hatte der Entwurf des Hamburger Architekturbüros DFZ Architekten vorgesehen.

Die Mainzer Bürger haben gegen den geplanten Bibelturm des Gutenberg-Museum gestimmt. Bei einem Bürgerentscheid Mitte April hatten fast 50.000 der stimmberechtigten Bürger (77,3 Prozent) gegen den Bibelturm gestimmt; nur 14.500 Mainzer sprachen sich für den Bau aus. Das Projekt, das einen über 20 Meter hohen Ausstellungsturm vorsah, liegt damit bis auf weiteres auf Eis.

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Geplant war der Turm als Erweiterungsbau des Mainzer Gutenberg-Museums. Darin sollten zwei der Mitte des 15. Jahrhunderts in Mainzer Werkstätten gefertigten Gutenberg-Bibeln präsentiert werden. Der Mainzer Stadtrat hatte das Projekt wiederum mit großer Mehrheit befürwortet.

Wie die FAZ auf ihrer Website berichtet, schieden sich die Geister vor allem an dem vom Hamburger Büro DFZ Architekten vorgelegten Entwurf für den Turm. Dieser sah eine Bronzefassade aus Metallbuchstaben vor. Insgesamt fünf Millionen Euro waren für den Bau veranschlagt worden.

Die Gutenberg Stiftung bedauert die Entscheidung der Bürger. Wie der Stiftungsvorsitzende „Aus Sicht der Stiftung Andreas Barner erklärte, sei “eine große Chance vertan worden”. Die Weiterentwicklung des Museums sei nun auf absehbare Zeit unmöglich geworden.

Der Mainzer Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD) betonte, dass aus der Entscheidung gegen den Bibelturm kein Stillstand entstehen dürfe. Der Erneuerungsprozess brauche jetzt das Engagement von jedem einzelnen. “In einem Punkt sind wir uns doch alle einig: in unserer Wertschätzung für das Gutenbergmuseum und in dem Bewusstsein, dass wir dieses Gutenbergmuseum nur mithilfe bürgerschaftlichen Engagements zu einem Museum der Zukunft machen können.”

Kommentar zu diesem Artikel

  1. Weder ein Erweiterungsbau mit vernünftigem Kosten-Nutzen-Verhältnis noch passend zum architektonischen Ensemble des Platzes. Zu den wertvollen Bibeln kann man die Touristenströme auch mit anderen Mitteln leiten. Zudem sollten mehrere alte Platanen geopfert werden. Es wäre ein weiteres Beispiel gewesen, wie man in Deutschland zentrale Plätze verbaut statt belebt, etwa wie in Südeuropa.

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