Neue Rapida 145 sorgt beim bekannten Spielehersteller für Rüstzeitsenkungen von 80%

KBA: Ravensburger mit Großformat-Offset noch produktiver

Vorm neuen Rapida-Jumbo (v.l.): Gavin Elflein, KBA-Deutschland; Günter Märker, Leiter Fertigung Ravensburger; Udo Feichtmeier und Christian Pischel (beide Ravensburger).

Die mit fünf Farbwerken und Lackturm ausgestattete Rapida 145 kam erst im vergangenen Jahr dazu. Sie löste eine alte Druckmaschine im Jumbo-Format ab. Aber auch die vor Jahren gelieferte Rapida 105 ist nicht mehr „die alte“. Sie wurde im Rahmen der Neustrukturierung im Drucksaal um 180° gedreht und einem umfassenden Retrofit unterzogen. Die Gesamtinvestition belief sich inkl. der Hallen-Renovierung auf fast 4 Mio. Euro. Jetzt laufen beide Maschinen auf Hochtouren – die Rapida 145 zu 98 Prozent mit 15.000 Bogen/h.

Dabei machten immer mehr Aufträge mit kleineren Losgrößen die Neuinvestition erforderlich. Kamen im Jahr 2010 noch 39 Mio. Bogen an Druckvolumen zusammen, sind es jetzt 48 Mio. Und 7600 gedruckten Aufträgen stehen heute 11.000 gegenüber. Die durchschnittliche Auflagenhöhe sank hingegen von 4950 im Jahr 2010 auf 3900 im Jahr 2016. Um diese Herausforderung zu bewältigen, führte kein Weg daran vorbei, die Druckleistung zu erhöhen und die Rüstzeiten zu verringern.

Anzeige

Bei der Rapida 145 haben sich die Rüstzeiten durch parallele Prozesse (Drivetronic SPC mit Plate Ident, Cleantronic Synchro sowie Drivetronic SFC-Lackturm mit Ani-Sleeve) um 80 Prozent reduzieren lassen, weiß Günter Märker, Leiter Fertigung bei Ravensburger, zu berichten. Da die Rüstzeiten weniger ins Gewicht fallen, läuft die Produktion von Klassikern wie „Mensch ärgere Dich nicht!“ häufiger. Halbfertig- und Fertigprodukte benötigen weniger Platz im Lager, die Kapitalbindung sinkt.

In einer Schicht stehen bis zu 18 Jobwechsel an. Spitzenwert: 50 Rüstvorgänge in 24 Stunden. Gedruckt wird dabei in Sammelformen. Auch das macht die Produktion flexibler. Die einzelnen Jobs werden in Abhängigkeit von der zu produzierenden Menge durch die Vorstufe ein- oder mehrmals auf den Bogen gestellt. Zwischen vier und 16 Artikel sind das in Abhängigkeit von Auflagenhöhe und Termin pro Bogen. In der CtP-Vorstufe wird entschieden, ob im Mittel- oder im Großformat produziert wird.

Meist ist an den Rapidas nur ein Abzug erforderlich, ehe sie in Produktion gehen. Früher waren es drei bis vier. Die Anzahl an Einrichtebogen hat sich dadurch halbiert. Neben dem Einsparpotenzial an Bedruckstoff (zwischen 120 und 450 g/m2 liegen die üblichen Grammaturen) leisten die Rapida-Maschinen so auch einen Beitrag zur Ressourcenschonung.

Obwohl die Produktion in Format- und Substratketten läuft, sind pro Tag zwei bis drei Lackplattenwechsel und ein bis zwei Rasterwalzenwechsel erforderlich. Drivetronic SFC und Ani-Sleeve erleichtern dies. Die Lackplattenwechsel erfolgen parallel zu anderen Rüstprozessen. Den Wechsel der Rasterwalzen-Sleeves erledigt ein Bediener ohne großen Aufwand und ohne Kran.

Ein kleines Detail schätzen die Spiele-Fachleute in Oberschwaben besonders: den Plattenlift. Er befördert die kompletten Plattenwagen zur Galerieebene. Die Drucker müssen die Druckplatten nur noch in die einzelnen Werke verteilen. Das Treppensteigen mit den unhandlichen Platten gehört der Vergangenheit an.

Wie lassen sich trotz Modellwechsels die existierenden Stanzformen weiter nutzen?

Vor der Neuinvestition galt es, einen weiteren wichtigen Punkt zu klären: Wie lassen sich trotz des Modellwechsels im Großformat die existierenden Stanzformen weiter nutzen? Denn in deren Herstellung steckt viel Geld und Know-how. Die Lösung erscheint simpel: Die Rapida 145 arbeitet mit kleineren Messstreifen. Damit steht der zum Stanzen benötigte Greiferrand nach wie vor zur Verfügung.

Im Kompetenzzentrum Druck von Ravensburger sind 32 Mitarbeiter beschäftigt. Sie arbeiten in drei Schichten und sind auch für das Schneiden zuständig.

Das könnte Sie auch interessieren: