Unternehmen sind zum Umdenken gezwungen

Ergebnisse der Trendumfrage „Ihre Vision von der Zukunft der Druckindustrie?“ (Folge 27)

Deutscher Drucker hat über 30 Branchenexperten befragt, wie sie die Zukunft der Druckindustrie beurteilen. Konkret sollten dabei folgende Fragen beantwortet werden: Welche Rolle wird der Druck in der Gesamtkommunikation spielen? Wie wird sich die Printproduktion verändern? In welche Richtung entwickeln sich Druckdienstleister? In einer Serie lesen Sie die Antworten. Heute: Jörg Stutz (FKS).

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Die Rolle des Drucks in der Gesamtkommunikation und insbesondere auch als Werbemedienträger bleibt auch in der heutigen Zeit noch ein fester und wichtiger Bestandteil unserer Gesellschaft. Die Digitalisierung, welche sich nicht nur unsere Branche stellen muss, hat zum einen dazu beigetragen, dass der Druck selbst prozentual abgenommen, jedoch auf der anderen Seite auch neue Chancen eröffnet hat. Die Anzahl der Druckunternehmen auf dem deutschen Markt sinkt und man hört zunehmend von Firmenzusammenschlüssen sowie Insolvenzen, was der hohen Konkurrenz und dem damit verbundenen Kostendruck zuzuschreiben ist. Positiv ist, dass die Bruttowerbeausgaben für den Bereich Print weiterhin steigen und die Menschen auch weiterhin etwas in der Hand halten wollen und sich ­haptisch begeistern lassen – denn Print spricht alle an!

Die Printproduktion hat und wird sich auch weiterhin ändern, was man insbesondere den sich ändernden Bedürfnissen der Endkunden zuordnen kann. Die Druckauflagen werden immer kleiner und sollen darüber hinaus noch individuell gestaltet und personalisiert werden. Dieses führt auch gerade im Hinblick auf Rüst- und Personalkosten zu Problemen, die die Unternehmen zu einem Umdenken zwingen. Insbesondere der Digitaldruck gewinnt immer mehr an Popularität, da sich mit diesem genau die angesprochenen Punkte lösen lassen. Doch das Druckverfahren alleine schafft keine Abhilfe – hier ist der Blick auf die gesamte Wertschöpfungskette von hoher Relevanz, die sowohl vorgelagerte, als auch nachgelagerte Prozesse umfasst. Die Printproduktion ändert sich somit in dem Maße, dass Unternehmen ihre bisherigen Prozesse überdenken und anpassen müssen, abhängig davon, was seitens des Marktes und der Endkunden nachgefragt ist.

Neben der Beständigkeit im Preisniveau müssen die Druckdienstleister natürlich auch dafür Sorge tragen, dass Aufträge für sich gewonnen werden können und ein möglichst großes Druckvolumen in die Auftragsbücher geschrieben werden kann. Die Anzahl der Druckdienstleister auf dem Markt ist zwar rückläufig, was aber nicht heißt, dass keine Konkurrenz vorhanden ist. Der Preis ist eine gern genutzte Stellschraube, mit der Kunden überzeugt werden sollen – eine andere und meiner Meinung nach wichtigere Stellschraube ist die Produktqualität sowie auch das Angebot und der Kundennutzen selbst. Druckdienstleister versuchen sich somit so aufzustellen, dass sie mit ihrem Angebot an Druckerzeugnissen herausstechen und einen echten Kundennutzen erzeugen. Dieses kann beispielsweise mit einer UV-Spotlackierlösung erzielt werden, wodurch dem Endkunden ein zusätzlicher Nutzen zugesprochen werden kann, obwohl das Endprodukt das gleiche ist.

Die gesamten Antworten aller Experten finden Sie in Deutscher Drucker (1/2018).

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