Gedruckte Dokumente und Plastikkarten durch vielfältige Applikationen mit hohem Fälschungsschutz produzieren

Heidelberg: Erster Security Day zeigt Möglichkeiten des Sicherheitsdrucks auf

Bild oben: Auf dem Security Day: Sechsfarben-Wendemaschine Speedmaster XL 75 mit UV-Ausstattung, die mit Druckwerken für Letterset, Irisdruck, wasserlosen Offset, Flexodruck und Inkjet-System ausgestattet ist. Bild unten: Hochwertige Plastikkarten mit Veredelungseffekten, die von der Speedmaster XL 75 Anicolor 2 mit acht Farbwerken und Doppellackwerk produziert wurden.

Live-Demonstrationen an zwei unterschiedlich ausgestatteten Speedmaster XL 75 – die Anicolor-Maschine druckte simulierte Bankkarten und die zweite Maschine zeigte ihre Modularität bei Anwendungen für den ID-Druck – vermittelten praxisnahe Einblicke in die reale Produktion. Wichtig sind auch die Prozesse in der Vorstufe und der Weiterverarbeitung für eine qualitativ hochwertige und fehlerfreie Produktion, was am Beispiel des CtP-Belichters Suprasetter A75 sowie des Offline-Inspektionssystems Diana Eye gezeigt wurde. Mit seiner Auflösung von 5.080 dpi ist der Suprasetter A75, der vollständig integriert arbeitet, besonders geeigent für Anwendungen auf beispielsweise ID-Karten.

ID-Druck: Fälschungsschutz an erster Stelle

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Wie Heidelberg-Produktmanager Sicherheitsdruck Joachim Hüber zu berichten weiß, wächst die Nachfrage nach fälschungssicheren Dokumenten wie Pässe, Führerscheine, Vignetten und Steuermarken weltweit. Auf dem Security Day erlebten die Besucher eine Sechsfarben-Wendemaschine Speedmaster XL 75 mit UV-Ausstattung, die mit Druckwerken für Letterset, Irisdruck, wasserlosen Offset, Flexodruck und Inkjet-System ausgestattet ist. Damit können unter anderem unsichtbare Farben und außergewöhnliche Effekte gedruckt werden. Der Auftrag UV-fluoreszierender, nur unter Schwarzlicht sichtbarer Farben, erfolgt im Letterset. „Durch das höher stehende Druckbild ist beispielsweise ein Schmieren und Tonen während der Auflage nahezu auszuschließen. Der Irisdruck erzeugt mehrfarbige Effektverläufe durch den gleichzeitigen Auftrag von zwei oder mehr Farben im Farbkasten des Druckwerks. Als Kopierschutz erfolgt das Ineinanderfließen der Farben kontrolliert über die gesamte Auflage und jeder Bogen ist absolut identisch“, so Hüber weiter. Ein Thermal-Inkjet-System wird unter anderem für folgende Anwendungen eingesetzt: für die Serialisierung und zur Personalisierung, um Produkte nachzuverfolgen, oder zur Qualitätssicherung per Inline-Inspektionssystem, um fehlerhafte Bogen anhand einer Nummer auszuschleusen. Mit all diesen Spezialapplikationen ist die Speedmaster XL 75 für den Hochsicherheitsdruck passend ausgestattet, aber auch für den Anbieter von außergewöhnlichen Druckprodukten interessant.

Solche maßgeschneiderten Maschinen für den Sicherheitsdruck liefert Heidelberg auch im Kleinformat mit der Speedmaster SX 52 und im Format 70 x 100 mit der Speedmaster XL 106. Beispielsweise werden im Banknotendruck mit einer Speedmaster 106 mit Doppellacktechnologie beidseitig Banknoten lackiert.

Plastik- und Bankkarten im Aufwind

Während Bargeld weltweit auf dem Rückzug ist, sind Plastikkarten im Aufwind. Die Branchenanalysten des Nilson Reports erwarten, dass allein die Zahl der Prepaid-, Debit- und Kreditkarten bis zum Jahr 2020 auf 22 Milliarden ansteigen wird. „Bei der Produktion solcher Karten zählt jeder Cent, eine ansprechende Optik für Marketingzwecke und weniger die Sicherheitsaspekte“, erklärt Joachim Hüber weiter. All diese Anforderungen erfüllt die Speedmaster XL 75 Anicolor 2, die auf dem Security Day mit acht Farbwerken und Doppellackwerk hochwertige Plastikkarten mit Veredelungseffekten in niedrigen Auflagen druckte. Wesentliche Merkmale der Speedmaster XL 75 Anicolor 2 sind: schnelle Farbgebung über das zonenlose Kurzfarbwerk, Makulaturreduktion um 90 Prozent und Rüstzeitsenkung um 50 Prozent. Durch den Anicolor Booster lässt sich eine höhere Farbschichtdicke erzeugen, beispielsweise für einen gold- und silberfarbenen Untergrund auf Plastikkarten.

Über den Druckereiworkflow Prinect ist sowohl die Vorstufe als auch die Druckmaschine integriert und mit dem „Push-to-Stop-Konzept“ von Heidelberg ist eine hohe Produktivität und damit eine hohe wirtschaftliche Produktion möglich.

95 Prozent des Pantone-Farbraums wiedergeben

Prinect Multicolor, das neue Heidelberg-Farbsystem, soll es möglich machen, rund 95 Prozent des Pantone-Farbraums im Sieben-Farben-Druck abzubilden, so dass Sonderfarben – wie bei Logos von Kreditkartenherstellern verbreitet – ohne zusätzlichen Farbwechsel gedruckt werden können. Für besonders interessante optische Effekte sorgen die Design-Elemente Cristala-Taste (Tilt Angle Sensitive Texture Element). Diese bauen auf dem Designkonzept von Cristala und dem Drip-off-Effekt auf. Durch die Verwendung von speziell rezeptierten Saphira-Lacken entstehen attraktive Strukturen, die in ihrer Wirkung vom Betrachtungswinkel abhängen. So werden beispielsweise Firmenlogos optisch hervorgehoben und es entsteht zudem ein visuell plastischer Effekt.

Speziell für den ID-Sicherheitsdruck werden qualitativ hochwertige Sicherheitselemente mit feinsten Linien und Punkten benötigt. Hier kommt der Vorstufe mit dem CtP-Belichter Suprasetter eine wichtige Rolle zu. So sahen die Besucher des Security Days den Suprasetter A75, der mit einer optionalen Auflösung von 5.080 dpi auch Guillochen und Mikrotexte reproduzierte. Interessant dabei: beim Suprasetter ist ein fliegender Wechsel zwischen Druckaufträgen mit 2.540 dpi und 5.080 dpi möglich, so dass Kunden eine gemischte Produktion aus Standard- und Sicherheitsjobs fahren können.

Wichtig ist auch die Überprüfung der Sicherheitselemente, bevor die Aufträge versandt werden. Das Offline Inspection System Diana Eye überprüft selbst stark reflektierende Trägermaterialien oder hochwertige Veredelungen, wie beispielsweise Prägungen, Heiß- und KaltfolienApplikationen, Hologramme und Codierungen. Die in 42 cm und 55 cm Breite erhältliche Modellreihe Diana Eye verbindet LED-Lichttechnik und moderne Kamerasysteme mit neuester Bildanalyse-Software. Das System stammt aus der Partnerschaft zwischen MK Masterwork und wird von Heidelberg verkauft. Die Diana Eye kann mit bis zu vier Kameras Details auf der Druckoberfläche überprüfen, sowie mit einer weiteren, optionalen Kamera, die Kartonrückseite kontrollieren. Gemessen wird jeder einzelne Faltschachtelnutzen und gegen ein Referenzbild abgeglichen. Entsprechende Toleranzen können eingestellt werden und abweichende Ergebnisse werden automatisch ausgeschleust.

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