Anpassung der Kapazitäten an geschrumpften Weltmarkt

Koenig & Bauer AG schließt Montagewerk in Trennfeld

Wird Ende 2013 geschlossen: Das 1964 gegründete KBA-Zweigwerk in Trennfeld (Landkreis Main-Spessart) ist 25 km vom Würzburger Stammwerk entfernt.

Dort montieren derzeit etwa 220 Fachkräfte Druckeinheiten und Überbauten für Akzidenz- und Zeitungsrotationsanlagen. Den Montage-Spezialisten aus Trennfeld werden laut Pressemitteilung im Zuge der Verlagerung neue Arbeitsplätze im 25 km entfernten Würzburger Stammwerk angeboten.

KBA hat bereits in den vergangenen Jahren seine Fertigungskapazität zurückgefahren und Produktionsstandorte neu ausgerichtet, was mit mit einem deutlichen Personalabbau verbunden war. So wurde 2011 das Werk in Frankenthal/Pfalz in zwei GmbH’s aufgespalten und für externe Auftraggeber geöffnet. Im Werk Würzburg werden die Gießerei und andere Fertigungsinseln zunehmend für Zulieferungen an den Bogenoffset-Standort in Radebeul bei Dresden genutzt. Eine neue Maschinenbaureihe für den Banknotendruck wird nicht bei der bisher dafür zuständigen österreichischen Tochtergesellschaft KBA-Mödling AG, sondern wie früher wieder am Würzburger Stammsitz produziert.

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Bei Zeitungsdruckmaschinen gibt KBA seinen Weltmarktanteil mit „gut 40 Prozent“ an. Das traditionelle KBA-Geschäftsfeld Rollenrotationen für den Akzidenz- und Zeitungsdruck leidet aber nach Unternehmensgaben unter den zu hohen Anbieterkapazitäten für den seit 2007 um mehr als die Hälfte geschrumpften Weltmarkt. „Entsprechend unzureichend“ sei die Ertragslage in diesem Bereich.

Keine mengenmäßige Erholung erwartet

KBA rechnet in den nächsten Jahren nicht mit einer nachhaltigen Markterholung weit über die aktuelle Größenordnung hinaus. Dafür seien aber die derzeitigen Werksanlagen zu groß.Claus Bolza-Schünemann: „Zwei nur teilweise ausgelastete Werke machen betriebswirtschaftlich wenig Sinn. Nur wenn alle Mitarbeiter, vorhandenen Flächen und Einrichtungen vernünftig ausgelastet werden, können wir auch im Rollengeschäft wieder positiv in die Zukunft blicken. Von der Verlagerung und der größeren Nähe zur Konstruktion und Fertigung erwarten wir uns einfachere Prozesse und erhebliche Einsparungen.“

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