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Wird Smart Automation durch klassische MIS-Systeme ausgebremst?

Robert Zacherl (Impressed GmbH) im Kurzinterview
 

Ist das klassische MIS-System von heute eine Bremse für Smart Automation?
(Bildquelle: Shutterstock/Africa Studio)

Genügen heutige grafische MIS-Systeme noch den Anforderungen, die die digitale Transformation an Druckereien stellen wird? Schon jetzt im Zeitalter von E-Commerce und Online-Print wird dieses Thema immer kontroverser diskutiert. Einige Spezialisten und Kenner der Branche sprechen der klassischen Branchensoftware diese Befähigung ab. Kritisiert werden unter anderem gerne fehlende Flexibilität, schlechte Anbindbarkeit oder die Art und Weise, wie mit der Software kalkuliert wird. Im Kurzinterview mit der Branchenplattform „print.de“ bringt Robert Zacherl von der Impressed GmbH seine Meinung auf den Punkt.

  • print.de: Herr Zacherl, anscheinend steht in der Druckindustrie immer häufiger das MIS einer Smart Automation bei kleinen, mittelständischen Unternehmen „im Weg“. Warum?
  • Robert Zacherl: Meines Erachtens lief die Entwicklung bei den
    Management-Informationssystemen in den letzten fünf bis zehn Jahren in die falsche Richtung. In der Breite sind die Lösungen nicht nach außen offen bzw. über Schnittstellen von außen ansteuerbar. Sie werden oftmals ihrer eigentlichen Aufgabenstellung (Kalkulation) nicht mehr gerecht, sind dafür aber nicht selten in anderer Funktionalität heillos überfrachtet und dadurch überteuert. Der überwiegende Prozentsatz der heutigen MIS kalkuliert immer noch „per Job“ oder per einzeln zusammengetragener Sammelform. Da ist heutzutage technisch mehr machbar. Diese „MIS-Intelligenz“ beginnt zu bröckeln, fällt immer mehr ERP- sowie dynamischen Sammelform-, Druck- und Produktionsplanungstools zu. Für das MIS bliebe an künftigen Aufgabenstellungen dann quasi keine „Raketentechnologie“ mehr übrig, nur noch die Lagerverwaltung sowie Schriftverkehr/Fakturierung.
  • print.de: Gibt es denn auch „moderne“ Print-MIS?
  • Robert Zacherl: Derzeit ist mein Favorit Keyline (Crispy Mountain GmbH/Mainz). Das Print-MIS wurde brandneu aufgesetzt, ist browserbasiert und ansprechbar über eine moderne REST-API. Der Entwickler und sein Vertrieb haben wie ich höre großen Zulauf, auch bekannte Onlineprinter sind darunter. Einen Enfocus Switch-Konfigurator für Keyline zu schreiben dauert bei Impressed gerade einmal drei Stunden – und egal welcher Webshop: Daten sind in Sekundenschnelle ins MIS einpflegbar. Das ist für mich die Zukunft! Die Lösung basiert auf einem SaaS-Mietmodell, man muss das MIS also nicht für eine sechsstellige Summe kaufen. Und es wächst flexibel mit dem Unternehmen mit, die Einstiegskosten liegen bei gerade einmal 400 Euro im Monat. Allerdings fokussiert Keyline derzeit vor allem den Digitaldruck, hat im Offset noch seine Schwächen in der Funktionalität und kalkuliert auch noch jobzentriert. Eine Kombination des MIS allerdings mit den Lösungen aus dem Hause Perfect Pattern etwa wäre für mich schlichtweg „der Hammer“!
     

Das Kurzinterview mit Robert Zacherl ist ein Auszug aus dem Artikel „Die Zeichen der Zeit erkennen!“ in Deutscher Drucker Nr. 8/17, der ab sofort bestellbar ist. In diesem beschreibt Zacherl, Mitgesellschafter beim Hamburger Distributor und Integrator Impressed GmbH, die Möglichkeiten der Workflow-Automatisierung für kleine, mittelständische Betriebe mit der modularen Lösung „AUTOsPrint“.
In eine ähnliche „Kerbe“ haut auch die Obility GmbH mit ihrem aktuellen Statement „Die 7 Pain Points klassischer grafischer MIS-Systeme“. Mit „Smart MIS“ legt das Unternehmen gleich ein Produkt als Gegenentwurf vor. [298]

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