Werbedruck


Werbedruck ist Vielfalt: Alles, was sich bedrucken lässt, kann ein Werbemittel sein – mit erstaunlicher Reichweite. Infos, News + Trends hier!

Neben verschiedenen Medien wie Papier, Textilien oder Kunststoff stehen für den Werbedruck (engl. advertising print) auch diverse Druckverfahren zur Wahl – und beides entscheidet mit über die spätere Wirkung eines Produkts. Im Idealfall – wenn der bedruckte Werbeartikel über längere Zeit mindestens einmal pro Tag benutzt wird – erzielt er eine höhere Reichweite als etwa TV-Werbung. Näheres über die Auswahl der richtigen Werbemittel und ihre Wirkung erfahren Sie auf dieser Seite und ebenso: wie es um die Werbedruck-Industrie bestellt ist, welche Möglichkeiten sie als Berufswelt bietet und welche Neuigkeiten es in der Branche gibt.

Inhaltsverzeichnis:

Was bedeutet Werbedruck?

Das Wort Werbedruck hat mehrere Bedeutungen, die teilweise ineinander übergehen. Einmal versteht man darunter die drucktechnische Gestaltung von Artikeln, die zur Reklame eingesetzt werden. Ebenso kann mit Werbedruck das Marketing mithilfe von Druckprodukten gemeint sein. Und schließlich bezeichnet Werbedruck die Sparte der Druckbranche bzw. eines Druckunternehmens, die Werbemittel produziert, oder umgekehrt: die druckende Sparte der Werbemittelindustrie.

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Welche Werbedruck-Artikel gibt es?

Es gibt eine gewaltige Auswahl an Werbedruck-Artikeln, denn: Alles, was sich im Druck gestalten lässt, kann auch als Werbemittel eingesetzt werden. Neben verschiedenen Medien wie Papier, Textilien oder Kunststoff stehen auch diverse Druckverfahren zur Wahl – und beides entscheidet mit über die spätere Wirkung eines Produkts. Hier eine Auswahl der denkbaren Drucksachen (ohne Anspruch auf Vollständigkeit):

  • Aufkleber
  • Eiskratzer
  • Feuerzeuge
  • Flyer
  • Kalender
  • Kugelschreiber
  • Parkscheiben
  • Plakate
  • Prospekte
  • Regenschirme
  • Schlüsselanhänger
  • T-Shirts
  • Taschen
  • Tassen
Beispiele für Druckerzeugnisse
So vielfältig wie die Welt der Druckerzeugnisse sind auch die Möglichkeiten des Werbedrucks.

Vor allem Gebrauchsgegenstände haben große Chancen, die Werbebotschaft in der Erinnerung zu verankern, weil sie idealerweise mehrmals täglich zur Hand genommen werden. 75 % der Marketing-Artikel werden länger als ein halbes Jahr benutzt, 37 % sogar länger als zwei Jahre. Damit haben Werbedruck-Artikel eine höhere Reichweite und eine stärkere Wirkung als beispielsweise Spots im Radio oder TV-Werbung.

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Kriterien für die Auswahl der Werbeartikel

Wesentlich für den Erfolg von Werbeartikeln sind ihre Qualität und ihr Nutzwert. Den Hintergrund kennt jeder aus dem eigenen Alltag: Ein Produkt, das über Jahre hinweg tadellos funktioniert und sich als nützlicher Begleiter erweist, kann auch eine positive Assoziation des Unternehmens erzeugen. Der Kunde überträgt also das Qualitätsversprechen vom bedruckten Werbeartikel auf die Produkte und das Unternehmen.

Werbedruck-Artikel Liegestuhl
Auch ein Liegestuhl hat das Zeug zum Werbedruck-Artikel. (Bild: CewePrint)

Wenn Qualität und Nutzen stimmen, gilt zudem: Je ausgefallener die Werbegeschenke oder Give-aways sind, desto mehr werden sie vom Rezipienten beachtet. Ebenso können ein passender saisonaler (z. B. Adventskalender) oder lokaler Bezug die Wirkung positiv verstärken.

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Die Auswahl anhand der Druckverfahren

Je nach Produkt und dem Anspruch, was seine Gestaltung, Kosten und Qualität angeht, wird das Druckverfahren gewählt. Theoretisch können alle Arten des Drucks auch für die Gestaltung von Werbeartikeln eingesetzt werden, doch nicht alle eignen sich dafür beispielsweise im Hinblick auf die Rentabilität. Hier ein Überblick über vier gängige Druckverfahren:

  • Digitaldruck: arbeitet ohne Berührung des Bedruckstoffs, z. B. für den Textildruck
  • Flexodruck: dominiert das Bedrucken von Verpackungen
  • Offsetdruck: qualitativ und produktionstechnisch das ausgereifteste Hauptdruckverfahren
  • Tiefdruck: bietet hohe Qualität insbesondere in der Abstufung der Farbtöne

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Die Auswahl anhand der Bedruckstoffe

Zahlreiche Materialien können heutzutage bedruckt werden, allein beim Papier gibt es verschiedene Sorten in diversen Qualitäten und Varianten. Darüber hinaus kommen Textilien wie Baumwolle, Polyester und Seide zum Einsatz. Ebenso wie Kunststoffe oder Folien können auch Blech, Holz, Glas und Keramik durch den Druck gestaltet werden.

⇒ Weitere Einblicke in die Vielfalt der Druckerzeugnisse erhalten Sie hier.

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Werbedruck-Trends 2019: Veredelungen, die man spürt

Ein Trend für das Jahr 2019 ist die – im wahrsten Sinne des Wortes – spürbare Veredelung. Sie verleiht dem Werbeaufdruck eines Papierprodukts eine individuelle und hochwertige Wirkung; beim Rezipienten nehmen Aufmerksamkeit und Erinnerungsleistung zu. Ein dickeres oder ungewöhnliches Papier verstärkt diesen Effekt. Beispiele für die sogenannte haptische Veredelung sind etwa:

  • Cellophanierung (Folienkaschierung): Die Beschichtung mit einer Folie macht z. B. Visitenkarten langlebiger. Eine matte Folie verleiht dem Produkt zudem ein angenehmes Griffgefühl.
  • Relieflack: Glanz und Erhöhung der Lackschicht machen sie zur Alternative für die Blindprägung.

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Die Werbedruck-Industrie in Deutschland

Die Werbedruck-Industrie ist Teil einer beständig wachsenden Werbewirtschaft. So hat Deutschland in der EU neben Großbritannien die größten Werbeumsätze, weltweit die fünftgrößten. Der Anteil der kommerziellen Werbung am Bruttoinlandsprodukt 2017 betrug mit 45,87 Milliarden Euro 1,40 Prozent. Wie die Investitionen sowohl in die gesamte Werbewirtschaft als auch in die gedruckten Werbemedien bis 2017 aussehen, zeigen die nächsten Absätze.

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Investitionen in die Werbewirtschaft

Durchschnittlich geben Unternehmen pro Jahr etwa 1.400 Euro für Werbeartikel aus. Der ZAW, Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft, veröffentlicht jedes Jahr die Gesamtinvestitionen in die Werbung bestehend aus Honoraren, Werbemittelproduktion und Medienkosten. Die folgende Tabelle zeigt die wachsenden Investitionen in die Werbewirtschaft für die Jahre 2013 bis 2017:

Jahr Investitionen in Werbung in Milliarden Euro
2017 26,12
2016 25,96
2015 25,45
2014 25,27
2013 25,25

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Investitionen in die gedruckten Werbemedien

In Deutschland ist die Werbedruck-Industrie als Bereich der Werbewirtschaft unter dem Dach des ZAW als Spitzenverband organisiert. Zahlen für den Werbedruck im Allgemeinen gibt es nicht, der ZAW publiziert jedoch die Werbeinvestitionen in unabhängige Medien. Daraus hier die Investitionen in die Druckmedien seit 2015 im Überblick:

unabhängige gedruckte Medien Werbeinvestitionen in Millionen Euro
2017 2016 2015
Anzeigenblätter 1.856,75 1.917,00 2651,38
Fachzeitschriften 834,27 864,53 861,60
Publikumszeitschriften 965,00 1.015,00 1.075,00
Tageszeitungen 2.386,19 2.529,89 2.651,38
Verzeichnismedien 790,22 845,16 891,52
Wochen- und Sonntagszeitschriften 137,71 144,04 154,54
Zeitungssupplements 79,30 79,30 79,30

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Berufswelt Werbedruck

Die fast unglaubliche Vielfalt der Produkte machen den Werbedruck ebenso zu einer attraktiven Berufswelt wie die wachsenden Zahlen der Werbewirtschaft. Über eine Ausbildung zum Medientechnologen finden Einsteiger ihren Weg in die Produktion der Werbemittel. Welche Fachrichtungen ihnen zur Wahl stehen, klärt der nächste Absatz. Nachfolgend findet sich die Möglichkeit, aktuelle Stellenangebote zu durchsuchen.

Medientechnologin Siebdruck
Im praktischen Werbedruck arbeiten kann man etwa als Medientechnologe Siebdruck – hier ist handwerkliches Geschick besonders gefragt.

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Ausbildung im Werbedruck

Wer den praktischen Werbedruck durch eine Ausbildung zu seinem Beruf machen möchte, wird voraussichtlich Medientechnologe. Doch so vielfältig wie die Produkte der Druckbranche sind die Möglichkeiten in Ausbildung und täglicher Arbeit. Diese können sich je nach Unternehmensgröße und -ausrichtung von Druckerei zu Druckerei deutlich unterscheiden. Grundsätzlich gibt es drei Fachrichtungen, zwischen denen ein künftiger Auszubildender wählen kann:

  • Der Medientechnologe Druck richtet die Druckmaschine ein und bedient sie. Vor allem Interesse an Mechanik und Elektronik sowie Neugierde auf neue Technologien zeichnen ihn aus.
  • Der Medientechnologe Siebdruck erstellt Vorlagen und Druckformen für Produkte von der Kaffeetasse bis hin zur DVD. Er hat ein hohes technisches Verständnis und handwerkliches Geschick.
  • Der Medientechnologe Druckverarbeitung erstellt aus dem Vorprodukt das fertige Druckerzeugnis, beispielsweise einen Katalog. Er interessiert sich für Mechanik und Elektronik und hat Freude am Umgang mit unterschiedlichen Materialien.

⇒ Nähere Informationen zum den Beruf des Medientechnologen finden Sie hier.

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Arbeiten im Werbedruck

Wer auf der Suche nach Jobangeboten im Werbedruck – oder in einem anderen Bereich der grafischen Industrie – ist, sollte regelmäßig auf dem Stellenmarkt von print.de vorbeischauen. Hier können Sie die Stellenausschreibungen der Unternehmen nach Beruf, Branche oder Firma sowie Arbeitsort filtern und finden stets die aktuellsten Angebote.

⇒ Zum print.de-Stellenmarkt gelangen Sie hier.

Artikel u. a. unter Verwendung von Beiträgen von Michael Schüle.

08.03.2019