BVDM


Tarif, Weiterbildung, Analysen: Hier begegnet man dem BVDM. Wer das ist und was seine Aufgaben sind, klärt print.de!

Wenn es um Tarifverhandlungen geht, wenn Drucker sich weiterbilden möchten oder Analysen der Medien- und Druckbranche gefragt sind, ist oft die Rede vom Bundesverband Druck und Medien e. V., kurz BVDM. Doch was steckt hinter diesen vier Buchstaben und welche Aufgaben hat der Verband sonst? Das erfahren Sie auf dieser Seite. Außerdem halten wir Sie hier mit aktuellen Nachrichten auf dem Laufenden, in denen der BVDM eine Rolle spielt.

Inhaltsverzeichnis:

BVDM – was ist das?

BVDM ist die Abkürzung für den Bundesverband Druck und Medien e. V.; der Spitzenverband vertritt die Positionen und Ziele der deutschen Druckindustrie als:

  • Arbeitgeberverband
  • politischer Wirtschaftsverband
  • technischer Fachverband
BVDM-Logo
Offizielles Logo des BVDM. Der Bundesverband Druck und Medien e. V. geht zurück auf den Deutschen Buchdruckerverein, den ältesten Arbeitgeberverband überhaupt in Deutschland.

Der Sitz des BVMD befindet sich in Berlin:

Bundesverband Druck und Medien e. V.
Friedrichstraße 194-199
10117 Berlin
www.bvdm-online.de

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Wann wurde der BVDM gegründet?

Der Bundesverband geht zurück auf den 1869 gegründeten Deutschen Buchdruckerverein. Dieser gilt als der erste Arbeitgeberverband in Deutschland überhaupt und wurde als Antwort auf den 1866 gegründeten Buchdruckerverband ins Leben gerufen, der die Interessen der Arbeitnehmer vertrat. Nach einigen Auseinandersetzungen einigten sich die beiden Parteien 1896 auf einen Lohntarif und eine Tarifgemeinschaft.

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Wer sind die Mitglieder des BVDM?

Der BVDM ist der Dachverband von acht regionalen Verbänden, in denen als Mitglieder die Unternehmen der Medien- und Druckbranche organisiert sind. Zu den acht Landesverbänden gehören:

  1. Verband Druck und Medien in Baden-Württemberg e. V.
  2. Verband Druck und Medien Bayern e. V.
  3. Verband Druck und Medien Hessen e. V.
  4. Verband Druck und Medien Mitteldeutschland e. V.
  5. Verband Druck und Medien NordOst e. V.
  6. Verband Druck + Medien Nord-West e. V.
  7. Verband Druck und Medien Rheinland-Pfalz und Saarland e. V.
  8. Verband Papier, Druck und Medien Südbaden e. V.

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Welche Aufgaben und Themen hat der BVDM?

Seinen Eigenschaften als Arbeitgeber-, politischer Wirtschafts- und technischer Fachverband tritt der BVDM sowohl Politik und Verwaltung als auch Gewerkschaften und Zulieferern der Druckbranche gegenüber. Die Arbeit des Bundesverbands gliedert sich dementsprechend in sechs Themenbereiche, die im Folgenden einzeln vorgestellt werden:

  1. Tarif- & Arbeitspolitik
  2. Recht
  3. Wirtschaftspolitik
  4. Bildung
  5. Technik und Forschung
  6. Umwelt
Die Themenbereiche des BVDM
Zu den Themenbereichen des BVDM zählen Tarif- und Arbeitspolitik, Recht, Wirtschaftspolitik, Bildung, Technik und Forschung und Umwelt.

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Der Jahresbericht des BVDM

Einen Überblick über die aktuellen Engagements gibt der BVDM regelmäßig in seinem Jahresbericht. Darin ist nachzulesen, mit welchen Stellungnahmen sich der Bundesverband Druck und Medien geäußert hat und wo diese eingebracht wurden. Die aktuelle Auflage des Berichts bezieht sich zwar konkret auf die Jahre 2016/2017, nimmt darüber hinaus aber auch die vergangene Legislaturperiode seit 2013 in den Blick. Hier können Sie alle seit 2008 veröffentlichten BVDM-Jahresberichte herunterladen.

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Thema #1 – Der BVDM in Tarif- & Arbeitspolitik

Unter Tarif & Arbeit fasst der BVDM alle Belange zusammen, die aus seiner Sicht zum Bereich Sozialpolitik gehören. Der Verband setzt sich hier auf drei Gebieten ein:

  1. Beratung der Landesverbände in Arbeits- und Sozialrecht
  2. politische Interessenvertretung bei Lohn- und Manteltarif-Verhandlungen der Druckindustrie
  3. juristische Verantwortung bei Lohn- und Manteltarif-Verhandlungen der Druckindustrie

Aktuell informiert der Bundesverband im Bereich Tarif & Arbeit über die folgenden Themen:

  • Tarifverhandlung mit der Gewerkschaft Verdi:
    Zum 30. September 2018 hat der BVDM den Manteltarifvertrag gekündigt, damit sollen Impulse für dessen Reform gesetzt werden.
  • Rechtssicherung und Erhalt von Zeitarbeit und Werkverträgen
  • Erhalt des Lohngefüges trotz geplanter gesetzlicher Erhöhung des Mindestlohns
  • Umgang mit dem neuen Entgelttransparenzgesetz
  • Reform des Mutterschutzgesetzes
  • Umstellung der betrieblichen Altersvorsorge von Pensionskasse auf HDI-Direktversicherung
  • Vertretung der Arbeitgeberinteressen in der Berufsgenossenschaft BG ETEM

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Thema # 2 – Recht

Wenn Gesetze oder Verordnungen auf nationaler und europäischer Ebene beschlossen werden, vertritt der Bundesverband die Positionen der Branche. Er informiert und berät zu aktuellen Themen, dies betrifft im Fall des Wirtschaftsrechts konkret beispielsweise:

  • Urheberrecht
  • Medienrecht
  • Wettbewerbsrecht

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Thema #3 – BVDM zur wirtschaftlichen Lage und Wirtschaftspolitik

Der BVDM beobachtet die wirtschaftliche Lage und den Markt und veröffentlicht seine Analysen und Prognosen. So hat der Bundesverband 2018 erstmals eine breite Umfrage durchgeführt, die einen vertieften Einblick in die wirtschaftliche Situation der Branche ermöglicht: Hier finden Sie die wichtigsten Zahlen und Erkenntnisse zur Ertragslage der Druckbranche. Diese Befragung soll künftig einmal pro Jahr stattfinden.

BVDM-Branchenumfrage 2018: Geschäftsrisiken
Ein Ergebnis der BVDM-Branchenumfrage: Als die drei größten Geschäftsrisiken für die kommenden Jahre werden Auftrags- und Auslastungsschwankungen (71 %), steigende Lieferantenpreise (59 %) und sinkende Verkaufspreise (53 %) befürchtet.

In Lobbyarbeit und Teilhabe an nationalen wie internationalen Gremien vertritt der Bundesverband gegenüber dem Gesetzgeber die Unternehmerinteressen auf folgenden Gebieten:

  • Soziales
  • Bildung
  • Wirtschaft
  • Steuern
  • Umwelt

Dementsprechend veröffentlichte der BVDM im Februar 2018 eine Beurteilung des Koalitionsvertrags der Bundesregierung. Eine Zusammenfassung der Erklärung können Sie hier nachlesen.

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Thema #4 – Engagement in der Bildung

Ausbildung und Nachwuchsarbeit

Die Verbände innerhalb des Bundesverbands Druck und Medien bringen sich auf drei Wegen in die Ausbildungsarbeit ein:

  1. Weiterentwicklung der Berufsbilder
  2. Gestaltung von Ausbildungsinhalten und -richtlinien
  3. Nachwuchswerbung, z. B. durch Information mit “Die Medienmacher”

Darüber hinaus erhebt der BVDM die aktuellen Ausbildungszahlen und stellt den Betrieben Informationen rund um die Ausbildung zur Verfügung.

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BVDM-Videos: “Die Medienmacher”

Der BVDM stellt in seiner Videoserie “Die Medienmacher Print & Digital” die Medien- und Druckbranche sowie ihre Arbeitsfelder vor:

  • Einführung (siehe unten)
  • Arbeitsfeld Mediengestaltung
  • Arbeitsfeld Medientechnik Druck
  • Arbeitsfeld Medientechnik Druckverarbeitung
  • Ausblick: Erfolgs- und Aufstiegschancen

Im folgenden Video zur Einführung in die Branche zeigt der BVDM die Bedeutung der Medien im Alltag und bietet einen Überblick über die Arbeitsfelder und Technologien der Branche. Die Informationen der Video-Reihe sind auch auf der BVDM-Homepage als Prospekte erhältlich.

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BVDM-Schulungen und Aufstiegsqualifizierungen

Aufstiegsqualifizierungen und Schulungen bieten der BVDM bzw. die Landesverbände gemeinsam mit den Betrieben sowie der Industrie- und Handelskammer an. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick der Möglichkeiten:

Angebot Für wen? Wo und durch wen?
technische und betriebswirtschaftliche Schulungen Mitarbeiter der Druckunternehmen in den Bildungszentren der Verbände
Handwerksmeister
  • Buchbinder
  • Schriftsetzer
  • Drucker
  • Siebdrucker
  • Flexografen
innerhalb der Verbände, in Zusammenarbeit mit Industrie- und Handelskammern
Industriemeister alle Facharbeiter, besonders geeignet für Ausbildungsberufe aus Druck und Druckweiterverarbeitung innerhalb der Verbände, in Zusammenarbeit mit Industrie- und Handelskammern
Medienfachwirt alle Facharbeiter, besonders geeignet für Mediengestalter innerhalb der Verbände, in Zusammenarbeit mit Industrie- und Handelskammern
Druck- und Medientechniker Facharbeiter mit mindestens einem Jahr Berufspraxis an Fachschulen der Berufsschulen
Studium Druck- und Medientechnik mit Abschluss Bachelor/Master Bewerber mit:

  • allgemeiner oder fachbezogener Hochschulreife
  • Fachhochschulreife
  • oder einer vom Kultus-/Wissenschaftsministerium als gleichwertig anerkannten Vorbildung
an Fachhochschulen, Hochschulen oder Universitäten

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Thema #5 – Technik und Forschung

Der BVDM informiert über Richtlinien für verschiedene Bereiche (z. B. Fremdbeilagen in Tageszeitungen) und gibt Handlungsanweisungen (z. B. für den Umgang mit Lösungsmitteln im Siebdruck) bis hin zu regelrechten Standardwerken heraus:

  • roman16: BVDM-Testbilder für visuelle Bewertungen, Verarbeitungen und Ausgaben
  • Altona Test Suite 2.0 für die Überprüfung von Daten und Ausgabesystemen
  • Handbuch zum Erreichen des ProzessStandards Offsetdruck (PSO)

Die technischen Fachbereiche des Bundesverbands Druck und Medien beschäftigen sich auch mit kommenden Technologien, über die die Mitglieder in Veröffentlichungen und Seminaren aufgeklärt werden.


Eine Technik, die derzeit immer mehr an Bedeutung zunimmt, ist der 3D-Druck: Er hat Potenzial, und so wird ihm eine große Zukunft vorausgesagt. Aber bietet er tatsächlich eine Perspektive für das Dienstleistungsangebot der Druck- und Medienbranche? Wo sind die Parallelen, wo die Unterschiede zur Medienproduktion? Diesen Fragen geht der Bundesverband Druck und Medien in seiner Publikation „Geschäftsfeld 3D-Druck – Perspektiven für Druck- und Medienunternehmen“ auf den Grund. Sie bietet eine Orientierungshilfe für den Einstieg in das Geschäftsfeld.

Bundesverband Druck und Medien e. V.: “Geschäftsfeld 3D-Druck – Perspektiven für Druck- und Medienunternehmen”
Im Buch “Geschäftsfeld 3D-Druck – Perspektiven für Druck- und Medienunternehmen” klärt der BVDM, welches Potenzial in der relativ jungen Technologie steckt. ⇒ Weitere Informationen und Bestellung per Klick auf das Bild!

Das Buch beschreibt die technischen Möglichkeiten des mehrfarbigen 3D-Drucks detailliert und zeigt seine Möglichkeiten und Grenzen auf. So werden auch Chancen und Risiken für Unternehmen bewertet, wenn diese in das Dienstleistungsgeschäft mit dem 3D-Druck einsteigen. Das Buch ist mit über 100 Abbildungen und Übersichten illustriert und für 76 Euro im print.de-Shop erhältlich:

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Das Handbuch des BVDM zum PSO

Mit seinem Handbuch zum PSO hilft der BVDM, die Standards des wohl bekanntesten Qualitäts-Regelwerks der Druckbranche zu erfüllen. Das Buch begleitet den Leser in drei Schritten:

  1. Einrichten von Prozessen in allen Produktionsphasen
  2. Prozesssteuerung
  3. Kontrolle

Das Ziel ist es, die Sollwerte auf effiziente und sichere Weise zu erreichen. So ermöglicht der PSO eine vorhersehbare Farbqualität und damit ein gesichertes, reproduzierbares Niveau der Druckerzeugnisse mit kürzeren Abstimmzeiten.

⇒ Weitere Informationen zum PSO finden Sie hier.

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Der MedienStandard Druck des BVDM

Unter den Richtlinien, die der BVDM veröffentlicht, ist der MedienStandard Druck eine der prominentesten: Er gilt laut Verband in vielen Ländern Europas und darüber hinaus als Grundlage für eine effiziente Zusammenarbeit von Kunden, Medienvorstufe und Druck. Der Standard stützt sich auf die folgenden Säulen:

  • Normenreihe ISO 12647
  • PSO
  • weitere internationale Normen

Im MedienStandard Druck finden sich Informationen zu den folgenden Parametern der Produktion:

  • Dateiformate
  • Farbformate
  • Standard-Druckbedingungen aller Hauptdruckverfahren einschließlich typischer Digitaldruck-Szenarien
  • grundlegende Arbeitsabläufe
  • Prüfmittel
  • Normen

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Der MedienStandard Druck 2018 des BVDM

Mit dem MedienStandard Druck des Jahres 2018 veröffentlicht der BVDM die insgesamt neunte Auflage seiner Richtlinie. Sie hat unter anderem die gegenwärtige Umstellung auf die neuen standardmäßigen Bedingungen für den Offsetdruck zum Thema: Diese Druckbedingungen tragen erstmals der Wirkung von optischen Aufhellern Rechnung. Zudem wurden die Standards und Prüfmittel für Sonderfarben- und Multicolor-Anwendungen ergänzt.

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Thema #6 – Umwelt

Das Umwelt-Engagement des Bundesverbands Druck und Medien gliedert sich in zwei Bereiche:

  1. Einerseits unterstützt der BVDM – etwa durch den CO2-Rechner – Betriebe auf ihrem Weg zur umweltfreundlichen Produktion.
  2. Andererseits setzt er sich für die Berücksichtigung der wirtschaftlichen Interessen ein, wenn in Deutschland und Europa über Vorschriften und Gesetze entschieden wird.

2007 hat der Bundesverband die Klimainitiative Druck ins Leben gerufen. Die Strategie der beteiligten Druckereien ist es, klimaneutral zu produzieren, was durch die folgenden drei Schritte erreicht wird:

  1. Quantifizierung der Emissionen einzelner Druckerzeugnisse
  2. Optimierung der Emissionen
  3. Kompensation durch Investition in Klimaschutz-Projekte

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Kalkulationshelfer: BVDM-CO2-Rechner und Printplus Druck

Bei der Quantifizierung der Emissionen hilft etwa der CO2-Rechner des BVDM: Mit diesem Online-Rechner können Betriebe – nach Registrierung und Freischaltung durch den Landesverband – Klimabilanzen für Produkte des Offset-, Digital- und Tiefdrucks erstellen. Hier geht es zum CO2-Rechner des BVDM.

Der BVDM-CO2-Rechner
Der CO2-Rechner des BVDM hilft Druckereien, Klimabilanzen für ihre Produkte zu erstellen.

Teilnehmer der Klimainitiative können seit April 2018 auch das Management-Informationssystem (MIS) Printplus Druck für eine Kalkulation der CO2-Emissionen nutzen.

⇒ Näheres zum klimaneutralen Drucken mit Printplus Druck hier.

⇒ Alle Informationen über das klimaneutrale Drucken finden Sie hier.

13.07.2018