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Broschek-Investor zieht sich im letzten Augenblick zurück

Hamburger Tiefdruckerei wird voraussichtlich noch im April geschlossen
Broschek Tiefdruck

Wird "geordnet stillgelegt": Broschek Tiefdruck in Hamburg.

Die Hoffnung, doch noch einen Investor für die beiden Hamburger Tochter-Unternehmen der insolventen Schlott-Gruppe, die Broschek Tiefdruck GmbH und die Broschek Service GmbH, zu finden, hat sich laut Insolvenzverwalter zerschlagen. 

Der Kaufinteressent, der sich Ende März in letzter Minute noch gemeldet hatte, sei am Freitag wieder abgesprungen, teilte Dr. Siegfried Beck mit. Damit sieht sich der Insolvenzverwalter gezwungen, den Geschäftsbetrieb "geordnet stillzulegen". Nach Aussage des Betriebsratsvorsitzenden Kai Schliemann wird spätestens zum 21. April die Arbeit in der Tiefdruckerei eingestellt.

„Ich bedauere es persönlich sehr, dass es nicht möglich ist, Unternehmen und Arbeitsplätze zu retten", sagte der Insolvenzverwalter Siegfried Beck, „doch bleibt aufgrund der Situation keine Alternative." Die Insolvenzverwaltung hatte am 8. April vor Ort die Beschäftigten bei einer Betriebsversammlung über die Lage informiert.

Mit Eröffnung des Insolvenzverfahrens am 1. April müssen die Broschek Tiefdruck GmbH und die Broschek Service GmbH die Löhne und Gehälter für ihre rund 200 Mitarbeiter wieder selbst zahlen. Beide Gesellschaften sind nach Aussage von Dr. Beck "hoch defizitär" – wodurch sie auch in Insolvenz geraten seien. Deshalb sei eine Schließung ohne einen Investor unvermeidlich.

Der für Broschek zuständige Verdi-Fachbereichsleiter Martin Dieckmann sagte laut Hamburger Abendblatt, dass auch für eine Transfergesellschaft vom Arbeitgeber kein Geld mehr zur Verfügung stehe. Alle Broschek-Beschäftigten würden deshalb direkt in die Arbeitslosigkeit wechseln.

Für die übrigen Gesellschaften der Schlott-Gruppe wird der Investorenprozess fortgesetzt. Insolvenzverwalter Dr. Beck erwartet in den kommenden Tagen die bindenden Angebote, so auch für den Lübecker Broschek-Standort – eine Rollenoffsetdruckerei.

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