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Lonnemann übernimmt Vermögenswerte und Geschäftsbetrieb beim insolventen Druckhaus Cramer

Standort Greven und 75 Arbeitsplätze bleiben erhalten
 
Hubert Lonnemann

Neuer Eigentümer des Druckhauses Cramer: Hubert Lonnemann, Druckunternehmer aus Selm im südlichen Münsterland. (BIld: DD-Archiv)

Das inhabergeführte Medienhaus Lonnemann aus Selm (Kreis Unna/Münsterland) hat die Vermögenswerte und den Geschäftsbetrieb des insolventen Druckhauses Cramer aus Greven übernommen. Entsprechende Verträge haben Insolvenzverwalter Michael Mönig und Hubert Lonnemann, Inhaber des Medienhauses, notariell vereinbart. Mit der Übernahme werden der Standort Greven sowie alle 75 Arbeitsplätze gesichert – so eine Pressemitteilung des Insolvenzverwalters. Lonnemann setzte sich damit gegen Geschäftsführer Sebastian Löw durch, der selbst ein Konzept zur Unternehmensfortführung vorgelegt hatte. Löw hat laut Grevener Zeitung das Unternehmen verlassen.

Die Mitglieder des Gläubigerausschuss hatten am 11. September 2014 bereits das Angebot des bisherigen Geschäftsführers des Druckhauses Cramer vorläufig angenommen, ein final ausgehandelter Kaufvertrag habe aber noch nicht existiert, heißt es in der Mitteilung. Lonnemann habe nun kurzfristig ein besseres Angebot abgegeben, das vom vorläufigen Insolvenzverwalter Mönig geprüft und dann den Mitgliedern des Ausschusses auf einer extra einberufenen Sitzung vorgelegt wurde. Die Mitglieder des Gläubigerausschusses haben das Angebot dann einstimmig angenommen.

„Auch wenn die kurzfristige Entscheidung für das neue Angebot auf den ersten Blick ungewöhnlich ist, war der Investorenprozess im Bieterverfahren bekanntermaßen weiterhin geöffnet. Es waren auch noch keine Verträge unterzeichnet. Für die Gläubiger und für die Beschäftigten bietet das neue Angebot des Investors Vorteile und nur das ist entscheidend “, verteidigt Insolvenzverwalter Mönig sein Vorgehen.

Der neue Investor sieht gute Chancen für das Unternehmen. „Wir kennen das Unternehmen und die Branche. Das Druckhaus Cramer hat nun in seiner neuen Struktur mit einer angepassten soliden Finanzbasis gute Voraussetzungen, sich am Markt wieder durchzusetzen“, sagt Hubert Lonnemann, Inhaber des Medienhauses Lonemann und neuer Eigentümer des Druckhauses Cramer.

Familienauseinandersetzung

Laut Grevener Zeitung steht die Familie Cramer als ehemaliger Hauptgesellschafter "voll hinter der Entscheidung" zu Gunsten von Hubert Lonnemann. Das Blatt beruft sich auf Dr. Christina Cramer, im Druckhaus zuständig für Marketing und Vertrieb ist. Das neue Konzept sei auch nachhaltiger, so Christina Cramer, die "leitend mit an Bord bleibt".

"Der Kampf um die Eigentumsverhältnisse im Druckhaus Cramer ist zugleich eine Familienauseinandersetzung", schreiben die "Westfälischen Nachrichten" zu den Vorgängen in Greven. Sebastian Löw und Christina Cramer sind Cousins. Ihr Vater Theodor Cramer war zuvor schon als Geschäftsführer aus dem Unternehmen ausgeschieden.

Kurzfristig werde jetzt die „Druckhaus Cramer GmbH & Co. KG“ aufgelöst und zwecks Übernahme eine neue Firma gegründet. Während Mitarbeiter und Sachwerte in eine neue Gesellschaft überführt werden sollen, hat das Amtsgericht inzwischen die Insolvenz über die Druckhaus Cramer Immo GmbH & Co KG sowie die Druckhaus Cramer GmbH & Co Kommanditgesellschaft eröffnet. Eine Gläubigerversammlung findet am 26. November statt.

Seit Mitte Juli im Insolvenzverfahren

Die Verantwortlichen des Druckhauses Cramer hatten Mitte Juli 2014 beim zuständigen Amtsgericht Münster Antrag auf ein Insolvenz-Planverfahren in Eigenverwaltung gestellt. Mit diesem Antrag wollte das Unternehmen die erforderliche Zeit gewinnen, um einen genauen Sanierungsplan zu erarbeiten, mit dem das Unternehmen künftig wettbewerbsfähig aufgestellt ist. Das Gericht bestellte daraufhin Rechtsanwalt Michael Mönig zunächst zum vorläufigen Sachwalter.

Entgegen der ursprünglichen Absicht der antragsstellenden Geschäftsführung hat Mönig die Sanierung des Unternehmens nicht in Eigenverwaltung über einen Insolvenzplan realisiert, sondern durch eine übertragende Sanierung, da er nach Insolvenzantrag verschiedene Anfragen potenzieller Investoren erhalten hat. Formell wurde Mönig dadurch zum vorläufigen Insolvenzverwalter.

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