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Andrew Davis: "Die Zukunft des Digitalen ist Print!"

Marketingstratege Andrew Davis zur Zukunft von Print bei der "Dsccop Open" in Dublin
 

Andrew Davis, Experte für Content Marketing und digitales Marketing, hat auf der Dscoop in Dublin eine Lanze für das gedruckte Produkt gebrochen.

17 neue Internetseiten gehen in jeder Sekunde online und auf jeder von Ihnen werden riesige Mengen Content veröffentlicht. Ohne Zweifel: das World Wide Web und die Entwicklung der mobilen Device haben das Mediennutzungsverhalten grundlegend verändert und die klassischen Medien in Bedrängnis gebracht. Warum die Zukunft des Digitalen dennoch im gedruckten Produkt liegt, hat Andrew Davis – Autor, Marketing-stratege und einer der beliebtesten Referenten zum Thema Content Marketing – auf der HP-Anwenderkonferenz „Dscoop Open“ in Dublin erklärt.

„Print ist tot“: Wie oft wurde dem gedruckten Medium nicht schon das baldige Verschwinden von der Bildfläche der Medienlandschaft vorausgesagt? Im Online-Kaufhaus Amazon gibt es sogar Bücher, die das Sterben der Printmedien thematisieren und ein Hohelied auf das E-Book singen – natürlich auch erhältlich in einer gebundenen Ausgabe.

„Wenn ich jedes Mal eine Fünf-Cent-Münze bekäme, wenn jemand behauptet, Print sei tot, wäre ich längst ein reicher Mann“, erklärte dazu Andrew Davis bei der Dscoop-Open-Konferenz der HP-Anwender in Dublin im Sommer dieses Jahres. Denn in Einem ist sich der Autor und Content-Marketing-Experte ganz sicher: Print ist das am meisten missverstandene Medium und die größte verpasste Chance in der heutigen, digitalen Welt. Obwohl – oder gerade weil er Experte für das Digitale Marketing ist, sieht Davis die Zukunft alles Digitalen im gedruckten Produkt – und hat auf der Konferenz nur allzu gerne erklärt, warum er dieser Überzeugung ist und was das in seinen Augen für Druckdienstleister künftig bedeuten wird. Im Gepäck hatte er dazu eine Reihe an Beispielen, wie bereits heute aus digitalen Inhalten wirtschaftlich erfolgreiche Printprodukte und ganze Geschäftsmodelle entstehen können.

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Wenn ich eine Fünf-Cent-Münze bekäme für jedes Mal, wenn jemand behauptet, Print sei tot, wäre ich längst ein reicher Mann.

Andrew Davis

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„Information Overload“.

Das Grundproblem der heutigen Medienlandschaft ist laut Davis der „Information Overload“, die viel zu große Flut an Informationen. „Es ist ein Paradoxon“, erklärt er dazu: „nur weil es mehr verfügbare Inhalte gibt, bedeutet das nicht, dass der Einzelne auch mehr davon konsumieren kann.“ Die Lücke zwischen dem, was eine Person an Informationen aufnehmen kann und dem, was er als verfügbar glaubt, war noch 1950 quasi nicht existent, während sie mit dem Aufkommen des Fernsehens und der wachsenden Anzahl an Programmen vor allem in den 90er-Jahren „explodierte“. „Und heute ist die Kluft zwischen dem Angebot an Informationen und dem, was konsumiert werden kann, riesig. Da gibt es immer eine Sache mehr, die man sich durchlesen und bewerten könnte – auch und vor allem, wenn es um (Kauf-)Entscheidungen geht.“

Verschärft wird der Informationsüberfluss zusätzlich durch die Sozialen Netzwerke, die im Grunde genommen jeden Nutzer zu einem „Publisher“ machen und eine ganz neue Kategorie an Inhalten entstehen ließen. Zugleich haben sie neue Wege geschaffen, um über Facebook, Instagram und Co. potenzielle Kunden zu erreichen. Und damit stellen sie die Marketing-Verantwortlichen in Unternehmen vor immer neue Herausforderungen. Nach Ansicht von Andrew Davis jagen viele von ihnen heute zu sehr diesem „Social Stream“ nach, und gehen dabei nicht selten in der Vielzahl der Informationen unter und werden von den Kunden gar nicht wahrgenommen.

 
 

„Print ist nicht tot, aber es verändert sich und darum muss sich auch die Art und Weise verändern, wie Print verkauft wird“, war eine der vielen Botschaften von Andrew Davis’ Keynote-Rede. Er ist sicher sicher: Die Zukunft des Digitalen ist Print.

Qualität sticht Quantität.

Die eigentliche, wahre Herausforderung und zugleich auch größte Chance liege jedoch darin, mit seiner Information Teil genau des Contents zu sein, den der Einzelne zu konsumieren bereit ist. Hierbei gehe es vor allem um qualitativ hochwertigen Inhalt, statt um eine möglichst hohe Anzahl an ausgesendeten Botschaften. Und genau darin liegt laut Davis eine Chance für Print. „Denken Sie über hochwertige Druckprodukte als einen Teil ihres Marketing-Mixes nach“, forderte Andrew Davis die Teilnehmer auf. „Seien Sie ein Teil dessen, was die Menschen konsumieren möchten.“

Zugegeben, das setzt voraus, mehr über seine Kunden und ihre bevorzugten Medienkanäle sowie über ihr Konsumverhalten zu wissen. Aber genau darum sei es wichtig, auf den entsprechenden Plattformen vertreten zu sein. „Wie lässt sich aus all dem digitalen Content, der stündlich, minütlich, sekündlich kreiert und veröffentlicht wird, Content für Print generieren?“ Diese Frage sollten sich nach Ansicht des Marketing-Experten alle Marktteilnehmer – auch Druckdienstleister – stellen und die digitalen Inhalte ihrer Kunden im Auge behalten. Wie lässt sich der kurzlebige, digitale Content auf hochqualitative Printprodukte übertragen und wie kann mit Print die Lebensdauer von digitalen Inhalten erhöht und ihre Reichweite ausgebaut werden? Ob der unendlichen Vielfalt an digitalen Angeboten den Kopf in den Sand zu stecken, sei dabei der der falsche Weg. Denn der Marketingexperte ist sich sicher: „Das Einzige, das uns in der digitalen Welt von anderen abhebt, ist das gedruckte Produkt“.

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