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Druckhaus Benatzky und Benatzky Münstermann insolvent

60 Mitarbeiter entlassen – keine Auffanggesellschaft – Betriebs- und Geschäftsausstattung versteigert
 

Das Firmengebäude der Benatzky Münstermann Druck GmbH im Lohweg 1 in Hannover (Bild: Google Earth).

Über das Vermögen der Druckhaus Benatzky GmbH (Hannover) ist am 19. August 2016 das Insolvenzverfahren eröffnet worden. Bei der Druckhaus Benatzky GmbH handelt es sich um die Kommanditistin der Benatzky Münstermann GmbH & Co. KG, eines bekannten Druckereiunternehmens aus Hannover. Über das Vermögen der letzteren hatte das Amtsgericht – Insolvenzgericht Hannover – bereits am 1. Juni 2016 das Insolvenzverfahren eröffnet. Zum Insolvenzverwalter war Priv.-Doz. Dr. Gerrit Hölzle (Görg Insolvenzverwaltung Partnerschaft von Rechtsanwälten mbB) bestellt worden. Das berichtet Rechtsanwältin Nadja Bussemer (Görg Insolvenzverwaltung) in einem Deutscher-Drucker/print.de-Interview. Bei der Druckhaus Benatzky GmbH (Hannover) ist die Kanzlei Schultze & Braun (Hannover) als Insolvenzverwalter zuständig.

Wie es vonseiten des Insolvenzverwalters Görg weiter heißt, sei zur Rettung von Benatzky Münstermann (im Druckhaus Benatzky fand kein Druckbetrieb statt) seinerzeit ein M&A (Mergers & Acquisitions)-Prozess aufgesetzt worden. Im Rahmen des M&A-Prozesses wurden durch Görg Interessenten angesprochen. Allerdings sagten die meisten ab, so dass tatsächlich nur mit einem Interessenten in die Verhandlungen eingestiegen wurde. Als sich letztlich auch dieser zurückzog, verblieb nur die Möglichkeit der Betriebseinstellung, wie es weiter heißt.

Nachdem Görg die Ausproduktion aller noch verbliebenen Druckaufträge samt der vom Insolvenzverwalter noch selbst akquirierten Jobs bis zum 30. Juni 2016 vorangetrieben hatte, ist der Betrieb mittlerweile komplett eingestellt. Auch ist die gesamte Betriebs- und Geschäftsausstattung bereits versteigert worden. Derzeit wird die Immobilie verwertet.

Alle 60 Mitarbeiter (davon ein Auszubildender) sind entlassen worden. Eine Auffanggesellschaft für die Mitarbeiter sei mangels Masse nicht (mehr) finanzierbar gewesen, so Nadja Bussemer weiter.

Wie konnte es so weit kommen?

Benatzky Münstermann ist aus der Übernahme der Druckerei Münstermann hervorgegangen. Sowohl vor dem Zusammenschluss als auch seither genießt die Druckerei am Markt einen guten Ruf. Dennoch ist sie nicht in der Lage gewesen, diese Marktpräsenz in wirtschaftlichen Erfolg umzusetzen. So geht die Insolvenz nicht zuletzt auf das Konto dieser Übernahme, da die Integration des übernommenen Geschäftsbetriebes nicht gelungen ist. Den endgültigen Auslöser für die aktuelle Entwicklung besiegelte sodann die Insolvenz eines Großkunden.

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