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 „Wirtschaftliche Folge der Pandemie“

Boyens Medien schließt Zeitungsdruckerei

Nach über 150 Jahren beendet Boyens den eigenen Zeitungsdruck.(Bild: Unternehmensbroschüre)

Boyens Medien schließt zum 31. Oktober 2021 die eigene Zeitungsdruckerei in Weddingstedt-Borgholz (Kreis Dithmarschen/Schleswig-Holstein). Betroffen sind dort 84 Mitarbeiter, zwei Drittel davon in Festanstellungen. “Dieser Schritt fällt uns überaus schwer, und wir würden ihn auch nicht machen, hätten uns die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie nicht so überrollt, wie es leider der Fall ist”, wird Verleger Sönke Boyens in einer Mitteilung des Unternehmens zitiert. Er führt gemeinsam mit seiner Schwester Inken Boyens die Geschäfte bei Boyens Medien.

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Seit mehr als 150 Jahren wurden die Tageszeitungen von Boyens Medien auf den eigenen Maschinen gedruckt. Viele Jahre druckte der Verlag die Dithmarscher Landeszeitung, den Dithmarscher Kurier, die Marner Zeitung und die Brunsbütteler Zeitung direkt im Stammsitz am Wulf-Isebrand-Platz in Heide. 1998 investierte die Verlegerfamilie Boyens dann über 30 Mio. DM in einen Neubau des Druckhauses (“Boyens Mediaprint”) in Weddingstedt-Borgholz.

“Es ist deutschlandweit einmalig, dass ein Verlag unserer Größenordnung überhaupt noch eine eigene Druckerei betreibt. Und wir haben in den vergangenen Jahren viele hunderttausend Euro in die Sanierung unseres Druckhauses gesteckt. Immerhin ist es ein wesentlicher Kern unseres Unternehmens, an dem wir festhalten wollten”, so Boyens. Doch seit Beginn der Corona-Krise mit Shutdowns seien viele große Aufträge ausgeblieben, Beilagen dauerhaft storniert worden. “Es wären in den kommenden Jahren Investitionen im sechsstelligen Bereich erforderlich gewesen, um die Druckerei technisch auf dem erforderlichen Stand zu halten – und das jedes Jahr. Das lässt sich unter den Einbußen, die wir erlitten haben, nicht darstellen.”

Künftig Druck in Büdelsdorf

Die Tageszeitungen von Boyens Medien werden ab dem 1. August in Büdelsdorf im Druckhaus des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlags gedruckt, der seit einigen Jahren zur Neuen Osnabrücker Zeitung (NOZ) gehört. Anzeigenblätter werden noch bis zur Schließung des Druckhauses weiterhin in Weddingstedt-Borgholz gedruckt.

Den “seit Jahren immer wieder aufkommenden Gerüchten um eine komplette Übernahme des Verlags durch einen größeren Medienkonzern”, wie es in allen anderen Zeitungshäusern in Schleswig-Holstein bereits geschehen ist, hält Sönke Boyens entgegen: “Genau das wollen wir nicht. Wir sind überzeugt, dass die Dithmarscher eine eigenständige Tageszeitung verdient haben. Die Berichterstattung über Land und Leute zwischen Eider, Elbe, Nordsee und Kanal sähe sicher anders aus, würde es keine eigenständige und in Dithmarschen verwurzelte Tageszeitung geben.”

Auf der Boyens-Website wird für die Tageszeitungen Dithmarscher Landeszeitung, Brunsbütteler Zeitung, Marner Zeitung und Dithmarscher Kurier eine Gesamtauflage “von über 32.200 Exemplaren” genannt. Die Anzeigenblätter Nord Anzeiger, Heider Anzeiger, Büsumer Anzeiger und Süd Anzeiger werden wöchentlich an 67.000 Haushalte in Dithmarschen verteilt.

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