Flexorollendrucksystem für den hochvolumigen Faltschachteldruck

Die 10 wichtigsten Features der neuen Heidelberg Boardmaster

Der Druck-Vorstufenscanner Heidelberg Intellimatch sichert die Druckqualität ab und sorgt für die vollautomatische und korrekte Einstellung der Druckwerke.
Der Druck-Vorstufenscanner Heidelberg Intellimatch sichert die Druckqualität ab und sorgt für die vollautomatische und korrekte Einstellung der Druckwerke. (Bild: Hedeilberg / Phillip Wolf - Punktlicht)

Die Heidelberger Druckmaschinen AG hat auf der Interpack einen neuen Maschinentyp für den hochvolumigen Faltschachteldruck vorgestellt. Die Maschine mit der Bezeichnung “Boardmaster” ist ein Flexorollendrucksystem, das laut Heidelberg mit einer Maschinenverfügbarkeit von bis zu 90 Prozent und einer maximalen Druckgeschwindigkeit von 600m/min für eine Produktivitätsverdopplung sorgen soll.

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Der Verpackungs- und Etikettendruck verzeichnet aufgrund einer global steigenden Nachfrage nach verpackten Waren ein strukturelles Wachstum und sei für Heidelberg ein wichtiges Kernsegment, gab das Unternehmen auf der Interpack in Düsseldorf bekannt.

Der Flexodruck ist laut Heidelberg mittlerweile die wichtigste Technologie im Verpackungsmarkt und profitiere weiterhin vom weltweit stabilen und deutlichen Wachstum von Verpackungen und Etiketten. Heute werden bereits rund 15 Prozent des Volumens an Faltschachteln im Flexoverfahren hergestellt -Tendenz steigend. So weise das Flexodruckproduktionsvolumen von Faltschachteln (flexo folding carton) innerhalb des Verpackungsdrucks mit 2,4 Prozent ein überproportionales Wachstum auf.

Markenkonzerne setzen auf Faltschachteln

Insbesondere internationale Markenkonzerne stellen neben der Druckqualität immer höhere Anforderungen an die Nachhaltigkeit bzw. Recyclingfähigkeit ihres gesamten Verpackungssortiments und verzichten daher zunehmend auf Plastik. Laut einer aktuellen Smithers-Studie soll im Bereich Lebensmitel mittelfristig der Anteil an faserbasierten Verpackungen, z.B. aus Karton oder Papier, die heute noch mit Abstand dominierenden Kunststoffverpackungen überholt haben und dann mit über 40 Prozent an der Spitze stehen.

Die neue Heidelberg Boardmaster soll sich insbesondere für Faltschachtelanwendungen im Bereich Lebensmittel und Getränke eignen. Sie sei auch für viele Anwender, die bisher im Bogenoffset-Großformat (Very Large Format Printing/VLF) drucken, eine interessante Alternative, so Christian Steinmaßl, Leiter Segment Packaging bei Heidelberg. Die von Grund auf neu entwickelte Boardmaster ensteht am Heidelberg Kompetenzzentrum für den hochvolumigen Flexo-Faltschachteldruck am Standort Weiden in der Oberpfalz. Die Entwicklung erfolgte in enger Zusammenarbeit mit internationalen Verpackungskunden und im Hinblick auf deren zentrale Herausforderungen: Kostendruck, Produktivität, Fachkräftemangel und Nachhaltigkeit. Die Maschine sei so konzipiert, dass sie die Gesamtbetriebskosten von industriellen Verpackungskunden drastisch senkt. Erste Installationen sind laut Heidelberg bereits erfolgt.

Die 10 wichtigsten Features:

  • Jedes Druckwerk (Print Deck) verfügt über zwei Druckeinheiten (Print Units): Während die eine Print Unit produziert, wird die zweite für den nächsten Druckauftrag eingerichtet. So ist in der Produktion je nach Maschinenkonfiguration eine Verfügbarkeit von bis zu 90 Prozent möglich.
  • Die Druckgeschwindigkeit beträgt bis zu 600 Metern pro Minute, was rund 38.000 Druckbogen im Format 6 (Bogenbreite 148 cm) pro Stunde entspricht.
  • Es können Bedruckstoffe mit Grammaturen zwischen 70 und 800 Gramm pro Quadratmeter verarbeitet werden.
  • Je nach Produktionskonzept in der Weiterverarbeitung (Rolle/Rolle, Rolle/Sheeter, Rolle/Stanze) ist eine Produktion ohne Zeitverlust möglich.
  • Der Druck-Vorstufenscanner Heidelberg Intellimatch sichert die Druckqualität ab und sorgt für die vollautomatische und korrekte Einstellung der Druckwerke.
  • Die Makulatur pro Jobwechsel liegt unter zehn Metern.
  •  Die Energieeffizienz im Verhältnis zur Produktivität ist deutlich höher als im Offsetverfahren.
  • Enstehende Warmluft kann zurückgewonnen werden.
  • Der Einsatz von wasserbasierten Farben erhöht die Recyclingfähigkeit des Materials.
  • Der modulare Aufbau des Systems soll Anwender in die Lage versetzen, die jeweilige Maschinenkonfiguration an sich veränderte Marktbedingungen anzupassen.