"Langfristig als Basis für neue Akquisitionen aufstellen"

Druckerei ppm Fulda an neue Investoren weitergereicht

ppm Fulda, früher bekannt als Parzeller Print & Media, hat nach der Sanierung neue Eigentümer erhalten.
ppm Fulda, früher bekannt als Parzeller Print & Media, hat nach der Sanierung neue Eigentümer erhalten. (Bild: Symbolbild/Archiv)

Die Druckerei „ppm Fulda GmbH & Co. KG“ (früher bekannt als Parzeller Print & Media) hat neue Eigentümer: Die Investment-Gesellschaften Pentapart Beteiligungs GmbH und Aurona Capital GmbH haben einer Pressemitteilung zufolge das Unternehmen mit allen aktuell noch 109 Mitarbeitern erworben. Auch der Standort Fulda soll erhalten bleiben. Die Restrukturierung des Unternehmens erfolgte über eine sog. „Plansanierung“.

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Die auf Rollenoffsetproduktion spezialisierte Druckerei hatte im November 2022 ein Schutzschirm-Verfahren begonnen, um sich einer Restrukturierung zu unterziehen. Seitdem hat die Geschäftsführung gemeinsam mit den Gläubigern ein umfassendes Sanierungskonzept („Insolvenzplan“) verhandelt, dem die Gläubiger am 26. Juli 2023 einstimmig zugestimmt haben. Damit sei das Sanierungsverfahren im Wesentlichen abgeschlossen, heißt es in der Pressemitteilung.

Pentapart und Aurona sind auf Unternehmensübernahmen in Sonder- und Nachfolgesituationen spezialisiert, zum aktuellen Beteiligungsportfolio gehören Unternehmen der Leuchtwerbetechnik sowie des Ladenbaus. Ziel sei es, gemeinsam mit der neuen Geschäftsführung (Tobias Kehm) “die Kundenbeziehungen weiter zu entwickeln, den Vertrieb und die Prozesse zu verbessern und das Unternehmen langfristig als Basis für weitere Akquisitionen in der Branche aufzustellen”.

ppm Fulda, das auch eine eigene Buchbinderei betreibt, produziert u.a. hochwertige Kataloge, Zeitschriften, Magazine und Lehrmaterialien.
Damit erzielt das Unternehmen nach Angaben der neuen Investoren einen Umsatz von ca. 17 Mio. Euro.

„Die erfolgreiche Sanierung der ppm Fulda hat viele Mütter und Väter“, betonte Martin Schoebe, Geschäftsführer der Druckerei und zugleich Geschäftsführer des zwischenzeitlichen Unternehmenseigentümers Greenmarck. „Unsere Kunden haben unseren Sanierungsprozess von Beginn an unterstützt. Kein Kunde hat einen Auftrag reduziert oder gar zurückgezogen. Auch die Lieferanten hielten uns die Stange. Vor allem aber haben unsere Mitarbeiter die ganze Zeit an die Zukunft ihres Unternehmens geglaubt und mit nie nachlassendem Engagement ihre Arbeit verrichtet.“

Gleich nach Beginn des Schutzschirmverfahrens hätten Geschäftsführung und Berater “notwendige Sanierungsmaßnahmen eingeleitet”. Zudem habe man die Suche nach geeigneten Investoren gestartet.

In der Zeit vor dem Schutzschirmverfahren habe die Druckerei seit 2019 zwar Auslastung und Umsätze sogar steigern können, heißt es. Durch die “dramatisch erhöhten” Beschaffungspreise sei ein kostendeckender Betrieb der Druckerei ohne geeignete Sanierungsmaßnahmen nicht mehr möglich gewesen. Martin Schoebe setzte deshalb auf das Instrument des Schutzschirmverfahrens, um ppm Fulda neu aufzustellen. Überwacht wurde der Sanierungsprozess von dem gerichtlich bestellten Sachwalter Prof. Dr. Lucas F. Flöther. Zugleich wurde die Geschäftsführung von der Kanzlei Jobe sowie von Restrukturierungsspezialisten der Sanierungsberatung Wellensiek beraten.