Prinect-Apps künftig zubuchbar

Heidelberg-Workflow geht komplett in die Cloud

Heidelberg mit H+ und der Smart Product App auf dem Weg zur Plattform-Ökonomie
Die neue „Smart Product App“ soll den Prozess der Auftragsanlage und Druckvorstufe nahezu vollständig automatisieren und manuelle Eingriffe auf ein Minimum reduzieren. Mit dem neuen cloudbasierten Workflow „Prinect Direct“ und dem Kundenportal H+ verlässt Heidelberg nun gewissermaßen auch im Softwarebereich das lineare Geschäftsmodell. Alles entwickelt sich in Richtung Plattform-Ökonomie. (Bild: Heidelberger Druckmaschinen AG)


Nachdem die Heidelberger Druckmaschinen AG im Herbst 2021 mit „Print Shop Analytics“ eine erste Prinect-App in der Cloud angeboten hat, wird jetzt bekannt, dass das Unternehmen künftig die ganze Prinect Workflow-Suite (vollständig neu entwickelt) unter dem Namen „Prinect Direct“ cloudbasiert anbieten wird. Mit der „Smart Product App“ kommt eine Anwendung zur Steigerung der Druckvorstufeneffizienz hinzu. Weitere sollen laut Heidelberg zeitnah folgen.

 

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Heidelberg: Lineares Geschäftsmodell weicht der Plattform-Ökonomie

Die Heidelberger Druckmaschinen AG entwickelt ihren Prinect-Workflow für Druckereien, der künftig in der Cloud verfügbar ist, entsprechend ihrem Smart-Print-Shop-Konzept vollständig neu: Die neue Workflow-Suite wird den Namen „Prinect Direct“ tragen, alle Funktionen des neuen Workflows werden für Kunden nach und nach als cloudbasierte Apps verfügbar gemacht. Mit den neuen Prinect-Apps sollen die meisten manuellen Schritte im gesamten Produktionsprozess einer Druckerei – von der Auftragsanlage bis zur Auslieferung des fertigen Druckprodukts – entfallen.

 

Smart Product App soll Effizienz in der Druckvorstufe steigern

Nach der Vorstellung von „Print Shop Analytics“ im Herbst 2021, womit Kunden die Kennzahlen ihrer Druckerei in Echtzeit überwachen können, präsentiert Heidelberg jetzt mit der „Smart Product App“ die zweite Prinect-App als Teil des neuen Workflows „Prinect Direct“. Die „Smart Product App“ soll die zuverlässige Automatisierung der Auftragsanlage in der Druckvorstufe ermöglichen, ohne die Kreativität im Design bzw. die Möglichkeiten der Druckproduktion einzuschränken. So bietet die App laut Hersteller eine einfach zu nutzende, cloudbasierte Auftragsanlage mit automatischer Qualitätskontrolle der entstandenen PDF-Dateien.

Grundlegend neu daran sei, dass nicht nur das PDF, sondern auch alle zusätzlichen Auftragsdaten, der sogenannte Product-Intent, miteinander abgeglichen werden. Die Bedienbarkeit der App soll ohne spezielle Vorkenntnisse möglich sein. Die Bedienoberfläche führt jeden Nutzer (seien es Drucksacheneinkäufer oder Druckereimitarbeiter) intuitiv durch die Auftragsanlage bis zum Bereitstellen des PDFs und ggf. bis hin zur Druckabnahme. Ziel ist ein fehlerfreier, eindeutig definierter Auftrag (das „Smart Product“), der sich aus dem druckfertigen PDF und den gewünschten Eigenschaften des Druckprodukts für die automatische Produktion zusammensetzt und autonom über die ausgeschossenen Druckplatten bis hinein in die Druckmaschine produziert wird.

„Prinect Direct“ soll dabei in Abhängigkeit von den in der Auftragsanlage hinterlegten Rahmendaten selbstständig über den wirtschaftlichsten Produktionsprozess entscheiden; manuelle Entschlüsse von Druckereimitarbeitern darüber sollen entfallen. Die eigentliche Druckproduktion erfolgt weiterhin mit Unterstützung der mit „Prinect Direct“ kompatiblen Bestandssoftware „Prinect Production Manager“. Bei der für das vierte Quartal 2022 geplanten Markteinführung soll die „Smart Product App“ für eine große Anzahl an Akzidenzprodukten verfügbar sein. Der Bereich Etiketten und Verpackungen ist laut Heidelberg für spätere Versionen vorgesehen.

 

Markteinführung weiterer Prinect-Apps erfolgt schrittweise

Die Einführung weiterer Prinect-Apps soll schrittweise über einen längeren Zeitraum erfolgen. Sie sollen letztlich die umfassende Digitalisierung und Automatisierung einer Druckerei hin zu einer Smart Factory ermöglichen. Der neue Workflow „Prinect Direct“ soll zukünftig auch die heute noch bestehende Trennung zwischen kaufmännischen Prozessen und Produktionsprozessen aufheben und entsprechende Funktionen in einem Workflow zur Verfügung stellen. Heidelberg erwartet dadurch eine erhöhte Wirtschaftlichkeit für Druckereien und voll ausgeschöpfte Automatisierungspotenziale. Den Zugang zu den Prinect-Apps erhalten Anwender über das bereits im vergangenen Jahr vorgestellte Kundenportal H+, Updates der Software erfolgen „over the air“ und ohne Unterbrechung des Druckereibetriebs.

 

Mehrwert und Investitionssicherheit für Prinect-Bestandkunden

Alle Prinect-Bestandskunden können ihr Workflowsystem, inklusive des „Prinect Production Manager“, laut Hersteller weiter nutzen: Beide Systemwelten sollen weiterentwickelt werden, mit einem Schwerpunkt auf neuen Funktionen in „Prinect Direct“. Alle kommenden weiteren Prinect-Apps sollen kompatibel sein und vorhandene Funktionen nutzen, wie zum Beispiel für die auf der „Adobe PDF Print Engine“ basierende Druckplattenausgabe. Die Investitionen der Prinect-Bestandskunden würden durch die „Prinect Direct“-Neuentwicklungen weiter aufgewertet und seien dadurch sicher, so die Heidelberger Druckmaschinen AG.

 

„Prinect User Day Online“ am 19. Mai 2022

Am Vor- und Nachmittag des 19. Mai bieten Heidelberg und die Organisatoren der Prinect-Anwendertage allen Interessierten die Gelegenheit, sich aus erster Hand im „Prinect User Day Online“ über die Cloud-Strategie von Heidelberg und die neue Workflow-Suite „Prinect Direct“ samt der neuen App-Funktionen zu informieren. Die kostenlose Veranstaltung findet in englischer Sprache statt und bietet die Möglichkeit, Fragen zu stellen und im Nachgang auch in eine vertiefende Diskussion mit den Workflow-Experten von Heidelberg einzusteigen.

 

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