Produkt: Deutscher Drucker 21/2020
Deutscher Drucker 21/2020
Schwerpunkt: Print Innovation Week +++ Druckvorstufe +++ Digitaldruck +++ Druckweiterverarbeitung +++ Aus- und Weiterbildung +++ Onlinedruck
Coronakrise

Buchbinderei Schomaker schließt ihren Betrieb

Und wieder erwischt es eine Industriebuchbinderei: Die Buchbinderei Schomaker GmbH & Co.KG hat angekündigt, ihren Betrieb in Menden (Sauerland) zu liquidieren. Der Spezialist für Klebebindungen (unter anderem Kataloge und Geschäftsberichte) sowie Registerstanzungen, hatte mit massiven Umsatzeinbrüchen zu kämpfen. Die Geschäftsführerin Julia Schomaker äußert sich gegenüber print.de zu den Gründen.

Anzeige

„Aufgrund des massiven Auftragsrückgangs und der damit verbundenen Umsatzeinbrüche in der Druckindustrie, die zuletzt durch die Corona-Pandemie nochmals deutlich zurückgegangen sind“, hat Schomaker beschlossen, die Industriebuchbinderei „zu liquidieren“. Die Produktionsaktivitäten in Menden werden zum 30. November 2021 eingestellt. Eine Insolvenzsituation liegt nicht vor. Die Geschäftsleitung will die Schließung in einem noch finanzierbaren Rahmen ordentlich zu Ende bringen.

Die Gründe für das Aus sind vielfältig: Die Produkte, auf die Schomaker spezialisiert war, sind mengenmäßig zurückgegangen. Teilweise sind aber auch Druckweiterverarbeitungen in die Druckereien abgewandert. „Wir haben seit April 2020 nur noch gekämpft, sehen aber jetzt einfach die Perspektive nicht mehr. Das Kataloggeschäft ist eingebrochen.“ Dass Ikea keinen Katalog mehr druckt, sei sicher auch für andere ein Signal gewesen. „Auch Geschäftsberichte haben wir fast keine mehr. Und von den Telefonbüchern müssen wir gar nicht mehr sprechen“, beschreibt Julia Schomaker ihre Situation.

In dem familiär geführten Betrieb leidet die Geschäftsleitung auch mit ihrer Belegschaft: „Dies ist ein sehr schwerer Schritt und für unsere Familie und alle Mitarbeiter ein Ende mit Schrecken, da uns die Zukunft unserer Mitarbeiter am Herzen liegt. Als Familienunternehmen haben wir stets besonderen Wert auf ein gutes Miteinander mit der Belegschaft gelegt.“ Die Familie bemüht sich, dass es für die rund 85 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter anderswo weitergeht. „Es gibt viele Betriebe in der Umgebung, die Mitarbeiter suchen und mit denen wir in Gesprächen sind,“ meint Julia Schomaker.

Im polnischen Stargard hatte Schomaker zusammen mit einem Partner im Jahr 1990 die SchoPa Buchbinderei Sp. Z o.o. gegründet. Dieses Unternehmen ist eigenständig und produziert weiter. SchoPa erbringt Dienstleistungen in den Bereichen Lettershop, Registerstanzen, Konfektionierung, Logistik und Transport. Das Unternehmen hat einen Exportanteil von ca. 90 Prozent.

Produkt: Deutscher Drucker 7/2019
Deutscher Drucker 7/2019
Effiziente Druckweiterverarbeitung+++Nearline-Produktion: Cewe verarbeitet Fotokalender von der Rolle mit neuer Schneidlösung+++CtP-System-Investition: Die Druckplatte ist entscheidend