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240 Mitarbeiter betroffen – ein Großkunde von dreien weggebrochen

Die Stürtz GmbH schließt Ende September 2016

Die Traditionsdruckerei Stürtz GmbH in Würzburg stellt zum Monatsende ihren Betrieb ein.

Der Sanierungsspezialist Solvesta AG, neuer Inhaber von Stürtz, hatte noch im Juni dieses Jahres bekanntgegeben, dass die Geschäftsführung der Stürtz GmbH im Juni 2016 einen Antrag auf die Einleitung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung gestellt hat. Zuvor, mit Wirkung 1. März 2016, hatte die neue Stürtz GmbH das operative Geschäft der Phoenix Print GmbH übernommen, die wiederum auf das früher als Stürtz AG firmierende Unternehmen zurückging. Phoenix Print Würzburg meldete Ende September 2015 wegen Liquiditätsproblemen Insolvenz an.

Es war die damalige Geschäftsführerin Ramona Weiß-Weber, die noch im März 2016 bekanntgegeben hatte, die jüngste Sanierung sei „aufgrund der Kompromissbereitschaft von Gläubigern und Belegschaft“ gelungen. Als Zeichen des Neuanfangs hatte die Firma ihren altbekannten Namen Stürtz zurückerhalten. Damals hieß es auch, dass es gelungen sei, „für über 240 Mitarbeiter […] eine solide Basis für die weitere Entwicklung des Unternehmens zu schaffen und Stürtz zukunftsfähig aufzustellen“. Ramona Weiß-Weber wurde im Juni durch den neuen Stürtz-Eigentümer Solvesta abberufen.

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Wie die Mainpost weiter berichtet, begründet die Solvesta AG ihren Rückzug unter anderem damit, dass man sich mit der Gewerkschaft Verdi nicht über die Erhöhung der Arbeitszeit auf 40 Wochenstunden einigen konnte. Auch habe man die millionenschwere Neuinvestition in eine Druckmaschine „mangels Verfügbarkeit“ und „mangels adäquater Finanzierungsangebote“ nicht realisieren können.

Laut Solvesta-Vorstandsvorsitzendem Dr. Patrik Fahlenbach habe die frühere Stürtz-Geschäftsführerin bei der Übernahme mit falschen Zahlen operiert. Hier seien jetzt juristische Schritte geplant.

Wie Eichelbaum, er kam im Zuge des Insolvenzverfahrens zu Stürtz, betont, hätten alle Beteiligten – „gerade auch die Mitarbeiter“ – großes Engagement gezeigt, um das Unternehmen fortzuführen. Doch kann man sich vorstellen, dass angesichts der vielen Krisen die Skepsis bei Kunden, Lieferanten und Beschäftigten letztlich zu groß gewesen sei, so die Mainpost weiter. Außerdem sei einer von drei Großkunden weggebrochen.

Die Belegschaft wurde am frühen Nachmittag des 13. September 2016 über das Aus zum 1. Oktober informiert. Überraschend kam die Info laut Mainpost offenbar nicht: Viele Kollegen hätten zuletzt „keine Motivation“ mehr gehabt.

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