Verband beklagt stark steigende Rohstoffpreise

VdL: Nachfrage nach Druckfarben geht zurück

Hinter der deutschen Lack- und Druckfarbenindustrie liegt nach eigener Darstellung „ein ausgesprochen durchwachsenes Geschäftsjahr“. Wie der Verband der deutschen Lack- und Druckfarbenindustrie (VdL) bei seiner Wirtschaftspressekonferenz in Frankfurt am Main bekannt gab, reduzierte sich der Absatz von Lacken, Farben und Druckfarben insgesamt um 1,4 Prozent auf 1,7 Mio. Tonnen. Dennoch stieg der Umsatz mit 0,2 % leicht an. Grund dafür ist, dass es den Unternehmen gelungen ist, die hohen Rohstoffkosten zumindest teilweise an die Kunden weiterzugeben.

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Speziell bei den Druckfarben gab es einen Absatzrückgang: Dort ging die Nachfrage im Publikationsbereich 2017 zurück. Besser schneiden die Verpackungsdruckfarben ab, insgesamt liegt aber der Rückgang bei den Druckfarben bei 5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, das sind in Deutschland 271.000 Tonnen bei einem Umsatz von 705 Mio. Euro.

Import und Export bleiben fast unverändert: Der Export verbucht ein leichtes Plus von 1,2 Prozent auf 3,6 Milliarden Euro, der Import wuchs um 1,3 Prozent auf 1,1 Milliarde Euro für Farben, Lacke und Druckfarben. Für 2018 rechnet die Industrie mit einem leichten Wachstum von jeweils rund 3 Prozent im Wert bzw. 1 Prozent in der Menge.

Für das Jahr 2018 erwartet der VdL eine moderate Belebung der Absatz- und Mengenzahlen in allen Segmenten (Industrielacke, Bautenfarben, Druckfarben). Die gut laufende Konjunktur im industriellen Sektor werde andauern, heißt es; hier seien Zuwächse von über 2 % in Sicht. Auch bei den Bautenfarben wird eine leichte Belebung des Geschäfts erwartet – im Nachlauf der enorm gestiegenen Bautätigkeit sind 2018 mengenmäßig durchaus Zuwächse von einem Prozent denkbar. Allein bei den Druckfarben wird es wohl auch im kommenden Jahr bei der Nachfrage wieder ein leichtes Minus geben.

Steigende Rohstoffpreise

Hemmschuh für die Konjunktur in der Lack- und Druckfarbenindustrie sind laut Verband die Rohstoffpreise. So erreichten die Einkaufspreise bei Pigmenten im Herbst 2017 Höchststände, beim Weißpigment Titandioxid würden Lieferengpässe die Situation zusätzlich verschärfen. Lösemittel seien im Vergleichszeitraum Sommer 2016 um rund 15 Prozent teurer geworden. Der Preis für Titandioxid ist laut VdL seit Sommer 2016 um knapp 40 Prozent gestiegen, besonders dramatisch stelle sich die Situation für die Druckfarben dar: Aufgrund der reduzierten Verfügbarkeit der geforderten Pigmentqualitäten verlangten die Rohstoffhersteller hier extreme Preise. Beim Pigment Zinkstaub stelle sich die Situation ähnlich dar, hier müssten die Produzenten von Lacken und Farben seit Herbst 2017 über 20 Prozent mehr als noch im Sommer 2016 zahlen.

Der Verband der deutschen Lack- und Druckfarbenindustrie e.V. (VdL) vertritt rund 250 Lack- und Druckfarbenunternehmen mit rund 25.000 Beschäftigten.

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