Circle Printers Group expandiert in Deutschland

Oberndorfer Druckerei GmbH übernimmt insolvente J. Fink Druckerei GmbH & Co. KG

Erwin Loderbauer, neuer Geschäftsführer bei J. Fink Druck.

Die Position des Geschäftsführers beider Unternehmen wird Erwin Loderbauer, langjähriger Geschäftsführer der Oberndorfer Druckerei, besetzen. Das bestehende Management-Team von J. Fink, Holger Wirth, Carsten Schach und Hans-Jürgen Strobel, sowie die erst 2005 errichtete moderne Produktionsstätte bei Stuttgart werden auch nach der Übernahme erhalten bleiben. Lediglich bestimmte administrative Bereiche sollen in Oberndorf konzentriert werden.

„Die Akquisition wird einen sehr positiven Effekt auf unsere Kapazitäten und unser Wachstum nach sich ziehen und für uns eine Markterweiterung bewirken“, so Erwin Loderbauer. „Wir übernehmen ein am deutschen und internationalen Markt sehr gut positioniertes, lange bestehendes Unternehmen und erwarten uns optimierten Output bei gleichzeitiger Kostendegression aufgrund von Synergie-Effekten. Unser Ziel ist es, gemeinsam mit der Circle-Printers-Gruppe eine marktführende Position am europäischen Printsektor einzunehmen.“

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Circle Printers war 2008 als internationaler Druckkonzern aus den europäischen Unternehmen von Quebecor entstanden. Die Gruppe unterhält bislang Produktionsstandorte in Österreich, Belgien, Frankreich, Spanien, Finnland und Schweden und beschäftigt knapp 3.000 Mitarbeiter. Der Jahresumsatz wird mit ca. 500 Mio. Euro angegeben. Im Februar 2011 wurden vier der fünf französischen Circle-Printers-Unternehmen unter Gläubigerschutz gestellt, nachdem der Circle-Printers-Aufsichtsrat beschlossen hatte, den Geldhahn zuzudrehen. Mit über 200 Mio. Euro hatte man diese französischen Unternehmen von 2008 bis 2010 unterstützt, dennoch sei es dort nie gelungen, schwarze Zahlen zu erwirtschaften.

Nun wagt sich Circle Printers auf den deutschen Markt. Für José Maria Camacho, seit Anfang des Jahres 2011 CEO der Circle-Printers-Gruppe, stellt diese Übernahme „einen weiteren großen Schritt“ in der Unternehmensstrategie dar: „Wir haben damit nicht nur in Deutschland, dem größten europäischen Markt, Fuß gefasst, sondern dies auch noch in einer Art und Weise getan, welche perfekt mit unseren Zielen der wirtschaftlichen Integration und Kosteneffizienz harmoniert.“

Mit der Übernahme von J. Fink durch Oberndorfer sollen die Kapazitäten der beiden Rollenoffset-Druckunternehmen verdichtet werden, wobei sich die Oberndorfer Druckerei als Schwerpunkt auf Zeitschriften- und Katalogproduktion und die J. Fink Druck auf Insert- und Beilagendruck konzentriert. Die Zusammenarbeit beider Unternehmen soll dem Vernehmen nach „zur Spezialisierung und Effizienzsteigerung“ beitragen. Gemeinsam will man die Marktposition in Deutschland, Österreich, der Schweiz und anderen von den Unternehmen bereits bedienten internationalen Märkten stärken.

Die Oberndorfer Druckerei GmbH verfügt aktuell über rund 250 Mitarbeiter und erzielte im Vorjahr einen Jahresumsatz von über 63 Mio. Euro. Der Maschinenpark besteht aus vier Druckmaschinen (jeweils eine 16-, 72-Seiten- sowie zwei 48-Seiten-Maschinen). J. Fink investierte in den letzten fünf Jahren 34 Mio. Euro in neue Technologien. Mit dem Zukauf erwirbt die Oberndorfer Druckerei deshalb im wesentlichen eine 64-, eine 72- (2,06 m) und eine 80-Seiten-Maschine (2,25 m). Der gestern unterzeichnete Kaufvertrag unterliegt noch der Prüfung durch die Kartellbehörde.

Die Firmen der J. Fink Gruppe hatten Anfang Februar 2011 Insolvenzantrag gestellt. Bereits im Mai hatte die Hamburger Ganske Verlagsgruppe den Hatje Cantz Verlag übernommen. Für das bislang in der insolventen J. Fink Beteiligungsgesellschaft verbliebene Bogenoffsetunternehmen Dr. Cantz’sche Druckerei GmbH & Co. KG muss der Insolvenzverwalter noch eine Lösung finden.

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