Wachstumsmarkt Digitaldruck: Was verbirgt sich hinter den digitalen Druckverfahren?


 

Die Druckweiterverarbeitung von Digitaldrucken kann über verschiedene Wege erfolgen.

Vernetzung per JDF und Inline-, Offline sowie Nearline-Weiterverarbeitung

Für die Weiterverarbeitung von Digitaldrucken kommen verschiedene Produktionsarten zum Einsatz. Die Entscheidung für die jeweilige Produktionsart hängt vom Produkt und von der Arbeitsweise ab.

Als Inline-Weiterverarbeitung bezeichnet man die unmittelbar mit dem Druckvorgang verbundene Verarbeitung der Druckprodukte. Bei vielen digitalen Drucksystemen werden im Inline-Verfahren die Verarbeitungsschritte Falzen, Binden und Schneiden durchgeführt. Ein Beispiel für die komplette Inline-Weiterverarbeitung ist das System Sigma-Line von Müller Martini. Diese Linie vernetzt den Digitaldruck mit den Teilprozessen der Weiterverarbeitung zu einem Gesamtsystem und ermöglicht so die vollautomatische Produktion in einem Arbeitsgang – von der Rolle bis zum fertigen Buch. Gesteuert und überwacht wird das System mittels JDF und dem Workflow-System Connex. Zugleich sinkt der Aufwand in der Erfassung der Betriebsdaten. Das wiederum ermöglicht bessere Maschinenauswertungen, einfacheres Nachkalkulieren und einfachere Maschinenplanung für die Zukunft. Erst diese Art der Integration und Vernetzung ermöglicht es, Kleinauflagen wirtschaftlich herzustellen.

Bei der Offline-Verarbeitung gelangen die Druckprodukte nicht unmittelbar zur Verarbeitung. Der Geschwindigkeitsvorteil des Digitaldrucks geht dadurch oft verloren. Die Stationen der Weiterverarbeitung sind nicht verbunden und nur teilweise automatisiert. Die Druckbogen werden zwischen den Verarbeitungsschritten manuell transportiert, gestapelt oder gelagert. Produziert jedoch die Digitaldruckmaschine mit einer anderen Leistung, als die Systeme der Weiterverarbeitung, so bietet sich die Offline-Verarbeitung an. Die Verarbeitung ist so von der Taktung der Druckmaschine entkoppelt. Eine Falzmaschine kann zum Beispiel den Ausstoß mehrerer Digitaldruckmaschinen verarbeiten. Gerade im Digitaldruck mit wechselnden Aufträgen werden häufig in kurzem Abstand hintereinander Aufträge mit verschiedenen Papiersorten und -qualitäten gedruckt. Mit einer Offline-Strecke ist der Digitaldrucker unabhängig von der nachfolgenden Weiterverarbeitung.

Die Nearline-Verarbeitung ist eine Variante der Offline-Verarbeitung. Dabei werden die Druckbogen in räumlicher und zeitlicher Nähe zum Druckvorgang verarbeitet. Das Zuführen der Druckbogen in die Weiterverarbeitung erfolgt per Hand. Nearline Finishing steht in enger Verbindung zum „Print On Demand” und der Produktion in Auflage 1. Auch das Zusammenführen von Druckprodukten aus dem Offset- mit denen aus dem Digitaldruck kann im Nearline-Verfahren erfolgen.

Fazit

Die Technologien des Digitaldruckes und der entsprechenden Weiterverarbeitung befinden sich in ständiger Entwicklung und neue technische Innovationen auf diesen Gebieten bringen neue Geschäftsmodelle hervor. Je leistungsfähiger die Digitaldrucksysteme werden, desto anspruchsvoller wird auch die Weiterverarbeitung. In beiden Bereichen gibt es regelmäßig Neuentwicklungen.

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