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Damit aus „Himbeerrot“ nicht plötzlich „Erdbeerrot“ wird

Cielab-Farbraum, ISO 12647-2 (durchgehende scharze Linien) und Auswahl von Schmuckfarben (offene Punkte).

Offsetdruckfarben. Das menschliche Auge kann Millionen unterschiedlicher Farbtöne unterscheiden. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass der Wunsch besteht, möglichst viele davon auch in Drucksachen abzubilden. Dazu bieten sich vielfältige Möglichkeiten; für die erfolgreiche Umsetzung im Druck sind jedoch wichtige Zusammenhänge zu beachten.

Die moderne Physik hat es möglich gemacht, Farbtöne messtechnisch zu erfassen und zu definieren.

Farbraum. Jeder Farbton bekommt bei der spektralfotometrischen Farbmessung drei Zahlenwerte zugeordnet, die den Farbton in einem Koordinatensystem eindeutig festlegen. Im heute allgemein üblichen Cielab-System wird jeder Farbton als ein Punkt in einem Farbraum, der durch die Achsen a* (Grün/Rot-Achse), b* (Blau/Gelb-Achse) und L* (Helligkeit) aufgespannt wird, beschrieben (Abbildung oben).

Messtechnik. Trotz allem Fortschritt in der Messgerätetechnik ist es heute noch nicht gegeben, dass mit jedem Spektralfotometer beim Messen des gleichen Drucks identische Messwerte erhalten werden. Unterschiede in der Bauweise der Geräte, Alter und Eichung können zu nennenswerten Unterschieden der Messwerte führen. Somit ist eine Kommunikation über Farbtöne, die ausschließlich auf den Austausch von Lab-Werten beruht, nicht sicher genug. Verbessern lässt sich diese Situation durch Abgleich der Messgeräte.

Offsetdruck. Aus der Vielzahl der sichtbaren Farbtöne lassen sich längst nicht alle im Offsetdruck wiedergeben. Einschränkungen ergeben sich durch die im Offsetdruck übliche Farbschichtdicke von 1 bis 2 µm, die keine beliebig intensiven Farben zulässt, und die Tatsache, dass für manche Farbtöne keine passenden Farbpigmente erhältlich sind – sie wurden einfach noch nicht erfunden oder auf den Markt gebracht.
Im standardisierten vierfarbigen Offsetdruck können etwa 250 000 Farbtöne abgebildet werden. Verwendet man alle für Offsetfarben geeigneten Schmuckfarbenpigmente, so vergrößert sich dieser Bereich auf etwa 400 000 Farbtöne. Über die drucktechnische Umsetzung dieser Vielfalt soll im Folgenden berichtet werden.

Bogenoffsetdruck. Im Bogenoffset ist es vergleichsweise einfach, mehr als die im standardisierten Druck vorgesehenen vier Skalenfarben zu verwenden. Hierzu werden entweder Druckmaschinen mit fünf und mehr Druckwerken eingesetzt, oder man bedruckt die Bogen in mehreren Durchgängen durch die Druckmaschine. Aus diesen Gründen ist der Schmuckfarbenverbrauch mit etwa 20 Prozent des Farbbedarfs im Bogenoffset deutlich höher als in den anderen grafischen Druckver-fahren.

Farbmischsysteme. Um nicht für jeden neuen Farbton eine von Grund auf neue Druckfarbe ausarbeiten und fertigen zu müssen, ist es geübte Praxis, Schmuckfarben aus Grundfarbensystemen zu mischen. Solch ein Schmuckfarbensystem besteht typischerweise aus zwölf Grundfarben, die die Eckpunkte des abbildbaren Farbraums darstellen, ergänzt von Schwarz und Mischweiß. Diese Mischsysteme werden in gleicher Weise beim Farbenhersteller, im grafischen Fachhandel und in Druckereien eingesetzt. Der große Vorteil solcher Systeme ist, dass ohne aufwändige Lagerhaltung oder lange Wartezeiten be-liebige Farbtöne ermischt werden können.

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