Damit aus „Himbeerrot“ nicht plötzlich „Erdbeerrot“ wird


Gleiche Farbe, gleiches Papier, aber völlig unterschiedliche Schichtdicken.

Schmuckfarbensysteme. Zur Vereinfachung der Kommunikation über Farbtöne wurden bereits vor Jahrzehnten Schmuckfarbensysteme auf den Markt gebracht, die aus einem festgelegten Sortiment an Schmuckfarben und Farbmusterfächern – sie zeigen die Farbtöne der Sortimentsfarben und ihrer Mischungen – bestehen. Ergänzt werden diese durch Mischrezepturen zum Erreichen aller im Farbfächer gezeigten Farbtöne. Die bekanntesten Beispiele hierfür sind das Pantone- und das HKS-System. Zu beachten ist, dass zwischen Farbfächern unterschiedlichen Alters oder unterschiedlicher Vorgeschichte Farbton-Abweichungen möglich sind. Der bloße Austausch der Farbbezeichnung kann somit im Einzelfall zu Diskrepanzen zwischen dem ursprünglichen Wunsch und dem fertigen Druckobjekt führen. Sicherheit hierbei ist durch den Austausch von Abschnitten aus den Farbfächern zu erzielen.

Farbeigenschaften. Bei der Auswahl von Schmuckfarben spielen zunächst die Eigenschaften der Farbpigmente – also Farbton und Echtheiten – eine wichtige Rolle. Darüber hinaus besteht jedoch eine Vielzahl von Möglichkeiten, diese Druckfarben an den Verwendungszweck anzupassen. Beispiele für unterschiedliche Anforderungen sind Farben mit rascher Trocknung und höchster Scheuerfestigkeit, Farben mit Eignung für Laserdrucker, Farben für Lebensmittelverpackungen, Farben für Skin-Verpackungen. Wichtig ist, dass diese Anforderungen, die durch die Wahl der Bindemittel und Additive der Druckfarben erreicht werden, bei der Bestellung der Farbe vollständig übermittelt werden. 

Schichtdicke. Wird dieselbe Druckfarbe in unterschiedlichen Schichtdicken angedruckt, so ist festzustellen, dass sie mit steigender Schichtdicke nicht nur intensiver wird, sondern auch ihren Farbton ändert. Beispielsweise wird ein Magenta bei höherer Schichtdicke gelblicher und ein Gelb bekommt einen Orange-Stich. Das bedeutet, dass beim Informationsaustausch über die Farbtöne verschiedener Druckfarben immer die Farbschichtdicke angegeben beziehungsweise ein Druckmuster ausgetauscht werden muss.

Papier. Naturgemäß unterscheiden sich die am Markt angebotenen Hunderte von Papierqualitäten in ihrer Oberflächenstruktur, im Farbbedarf und in ihrer Eigenfärbung. Da normale Offsetfarben lasierend sind, haben diese Papiereigenschaften einen beträchtlichen Einfluss auf den Farbton des Druckes. Werden gleiche Schichtdicken der selben Farbe auf verschiedene Papiere gedruckt, so können sich die resultierenden Farbtöne deutlich unterscheiden. Somit ist es unerlässlich, bei der Ausarbeitung von Farbtönen, auf dem Auflagenpapier anzudrucken.

Alterung. Es gibt keine Garantie dafür, dass ein einmal angefertigter Druck sein Aussehen für alle Zeiten behält. Schon im Papier erfolgen Alterungsvorgänge durch Vergilben oder Zerfall der optischen Aufheller. Dadurch verschiebt sich der Farbton des Bedruckstoffs ins Gelbliche und seine Helligkeit sinkt. Besonders bei sehr hellen Schmuckfarben führt dies zu einer Farbtonveränderung des Drucks. Wird das Druckobjekt längere Zeit dem Sonnenlicht ausgesetzt, so kann es – je nach der Lichtechtheit des verwendeten Pigments – zu einem Verblassen oder Verfärben der Druckfarbe kommen. Soll also im Wiederholungsauftrag der Farbton der ersten Auflage genau erreicht werden, so muss überprüft werden, ob das vorhandene Druckmuster nicht durch Alterungseffekte verändert wurde.

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