LM Druck + Medien in Freudenberg entscheidet sich für Fuji Revoria Press EC 2100S
von Redaktion,
LM-Geschäftsführer Axel Römer (links) und Björn Girgert
von Fujifilm haben erstmals ein großes Projekt zusammen
verwirklicht.(Bild: Christian Lukas)
Die Farbraumerweiterung dank des Pink-Toners hat unsere Erwartungen voll und ganz erfüllt, wir sind sehr zufrieden!“, erklärt Axel Römer, Geschäftsführer von LM Druck + Medien. Im Oktober hat eine Fuji Revoria Press EC 2100S ihren Betrieb in dem 15 Mitarbeiter starken Unternehmen in Freudenberg im Siegerland aufgenommen. Bei der Auswahl des fünften Farbwerks entschied sich Römer für Pink, da diese Zusatzfarbe vor allem in den Rot- und Hauttönen – also dort, wo klassische CMYK-Systeme an ihre Grenzen stoßen – feine Abstufungen und weiche, fließende Übergänge ermöglicht. Das gilt besonders für sensible Bildbereiche wie Porträts oder Motive mit subtilen Farbverläufen.
„Wir drucken schon viele Jahre auch digital, aber für mich waren die Qualitätsunterschiede zwischen Digitaldruck und Offset weiterhin deutlich sichtbar. Als wir uns dann entschlossen haben, ein neues System zu erwerben, haben wir uns zunächst auf der Drupa umgeschaut. Vieles wirkte auf mich allerdings wie alter Wein in neuen Schläuchen, Bekanntes unter neuem Label, ohne echten Qualitätssprung.“ Bei der Revoria Press sah dies anders aus. Also vereinbarte er einen Termin mit Björn Girgert, Gebietsleiter Süd-West bei Fujifilm, für einen Besuch im Showroom von Fujifilm in Ratingen.
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Das Farbspektrum gab einen Ausschlag für den Kauf. Mit der Sonderfarbe Pink lassen sich beispielsweise schwierige Übergänge oder Hauttöne besonders gut umsetzen. (Bild: Christian Lukas)
LM Druck + Medien ist eine klassische, vollstufige Druckerei. „Wir liegen hier im beschaulichen Siegerland verkehrsgünstig perfekt zwischen Köln, Dortmund und Frankfurt und beliefern zwei Arten von Kunden.“ Da sind einmal jene, die aus der Region kommen. „Das Sieger- und Sauerland ist eine Mittelstandsregion und Heimat vieler Hidden Champions in den unterschiedlichsten Branchen; und da haben wir einen großen Kundenstamm.“ Vertragskunden haben auch Zugang zu einem internen Shop, in dem sie ohne Umwege Bestellungen aufgeben können. Die Druckerei deckt den gesamten Akzidenzbereich ab, stattet dank eines Großformatdruckers auch Messestände aus, druckt Broschüren, arbeitet aber auch mit Agenturen zusammen.
Auf der anderen Seite ist LM die Druckerei vieler, verschiedener Behörden. Sie sind auch ein Grund dafür, dass die Revoria Press Römers Aufmerksamkeit weckte. „Da wir viele Behörden mit Formularen ausstatten, arbeiten wir auch mit SD-Papieren“, also kohlepapierfreien Durchschlagpapieren, die meist ein Flächengewicht zwischen 53 und 60 g/m² haben. Das Vorgängersystem eines Mitbewerbers stieß bei solchen Grammaturen an seine Grenzen. „Die Revoria interessiert das nicht“, freut sich Axel Römer.
Björn Girgert kennt die Druckerei im Siegerland seit vielen Jahren. „Fujifilm ist ja mehr als nur ein Maschinenbauer, wir stellen auch Druckplatten und viele andere Verbrauchsmaterialien her und hatten darüber schon häufig Kontakt.“ Nach dem Einzug der Maschine in Freudenberg gab es Schulungen von Fujifilm. „Die Bedienung unterscheidet sich nicht eklatant von dem System, das sie ersetzt. Das hat den Mitarbeitern ermöglicht, schnell hineinzukommen, zudem gab es keinen nennenswerten Stillstand in der Produktion.“ Eingebunden wurde sie auch gleich in den Revoria-Workflow, der nun den Arbeitsfluss in der Druckerei regelt. „Ein weiterer Punkt, der für die Revoria Press sprach, ist der schnelle Service von Fujifilm. Wir hatten in der Eingewöhnungsphase einige Fragen, und die wurden schnell, auch direkt vor Ort, geklärt.“ Axel Römer verweist beim Digitaldruck auf ein selten diskutiertes Thema: „Wenn ein Digitaldrucksystem nicht läuft, muss der Technikservice schnell anrücken. Bei einer Offset kann man hier und da den Schraubenschlüssel selbst ansetzen, aber bei einem Digitalsystem? Keine Chance.“
Die Fuji Revoria Press EC 2100S eröffnet LM Druck + Medien ganz neue Farbwelten und auch schwierige Grammaturen laufen problemlos durch das System. (Bild: Christian Lukas)
Flexibilität durch Modularität
Die modulare Bauweise ermöglicht Erweiterungen, allerdings hat Axel Römer auf Extras weitgehend verzichtet. Da ist einmal die fünfte Farbe, „ein weiterer Vorteil der neuen Maschine ist darüber hinaus die Möglichkeit, verlängerte Bögen bis 66 cm zu verarbeiten, das entspricht etwa sechs Standardseiten hintereinander auf einem Bogen. So lassen sich längere Layouts oder Formularsätze am Stück drucken, bevor sie geschnitten oder gefalzt werden, was den Produktionsfluss deutlich effizienter macht.“
Die Fujifilm Revoria Press EC 2100S arbeitet im Einzelpass-Fünffarbdruck (CMYK plus Spezialfarbe), bei dem alle Farben in einem Durchgang aufgetragen werden, druckt bis zu 100 Seiten pro Minute im A4-Format, nutzt den hochauflösenden Super-EA-Eco-Toner (2.400 dpi) und verarbeitet eine große Substratvielfalt von 52 bis 400 g/m². Standardmäßig verfügt die Maschine über automatische Bogenzufuhr und Duplexdruck; ein Inline-Finishing wurde bei LM Druck in Freudenberg nicht benötigt, dafür steht eine Maschine in der Weiterverarbeitung.
Derzeit stehen Überlegungen im Raum, den Maschinenpark, der über alle relevanten Systeme zur Weiterverarbeitung verfügt, um eine Fujifilm Acuity Prime zu ergänzen, einen großformatigen LED-UV-Flachbettdrucker, der bis zu 150 m² pro Stunde auf starre und flexible Substraten mit einer Größe von bis zu 2,5 × 1,25 Metern druckt. Mit variablen Farbkanälen, darunter CMYK, Weiß, Lack oder Primer und Uvijet-UV-Tinten, bietet das System eine hohe Druckqualität, so Björn Girgert.
Aktuell arbeitet man im Hause LM Druck + Medien allerdings mit Hochdruck noch an etwas ganz anderem, nämlich der Zertifizierung nach ISO 14001, der auch ISO 9001 folgen soll. Das Haus verfügt bereits über wichtige Nachweise, wie beispielsweise das FSC-Zertifikat.