Materialien für Verpackungen: Überblick über Trends und Lösungen auf der interpack 2026
von Redaktion,
„Innovative Materials“ gehört zu den Hot Topics der interpack 2026 und der Packmittelbereich der Messe vereint die geballte Kompetenz der Verpackungsbranche – mit über 1.000 Ausstellern und einer weltweit einzigartigen Vielfalt an Packmitteln, Packstoffen und Packhilfsmitteln.(Bild: interpack)
Welche Materialien prägen die Verpackung von morgen? Auf der interpack 2026 steht die gesamte Bandbreite von Kunststoffen über Papier bis zu Metall und Glas im Fokus. Der Artikel gibt einen Überblick über Marktanteile, Materialtrends und die Rolle neuer Werkstoffkonzepte.
Materialien spielen eine zentrale Rolle für die Entwicklung von Verpackungen. Auf der interpack 2026, die vom 7. bis 13. Mai stattfindet, nimmt der Bereich Packmittel, Packstoffe und Packhilfsmittel deshalb einen besonderen Stellenwert ein. Mehr als 1.000 Aussteller zeigen in sieben Hallen Lösungen für unterschiedlichste Anwendungen. Insgesamt werden rund 2.800 Aussteller erwartet.
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Ein Schwerpunkt liegt auf neuen Materialtechnologien und Designs. Hochentwickelte Kunststoffe, faserbasierte Materialien und funktionale Beschichtungen sollen Haltbarkeit, Produktschutz und Recyclingfähigkeit verbessern. Neben bewährten Lösungen werden auch zahlreiche Neuentwicklungen und Premieren vorgestellt.
Kunststoffverpackungen haben weltweit den größten Anteil bei Konsumgütern. Flexible und starre Kunststofflösungen kommen zusammen auf rund 65 Prozent Marktanteil. Entsprechend stark ist dieser Bereich auf der Messe vertreten. Gezeigt werden unter anderem Behälter, Folien und Verschlüsse, zunehmend auch mit biobasierten oder recycelten Anteilen. Dabei stehen Materialeinsparung und Recyclingfähigkeit im Vordergrund. „Dazu gehören biobasierte und recycelte Lösungen für flexible Verpackungen und Etiketten. Monomaterial-PP-Folien und materialreduzierte Varianten unterstreichen unseren Fokus auf Recyclingfähigkeit und geringeren Materialeinsatz“, beschreibt Ambra Stocco, European Marcom Manager & Label Lead bei Taghleef Industries, das Portfolio des Unternehmens.
Auch industrielle Kunststoffverpackungen und Logistiklösungen sind ein wichtiger Teil des Angebots. „Im Fokus unseres interpack-Auftritts 2026 stehen intelligente Verpackungskonzepte, die ökonomische Effizienz und ökologische Nachhaltigkeit optimal vereinen“, sagt Veit Enders, Member of the Board bei Schütz. Ziel seien sicherere und ressourcenschonendere Logistikprozesse.
Neben Packmitteln selbst spielen Packhilfsmittel eine wichtige Rolle. Klebstoffe, Klebebänder und ähnliche Lösungen werden für unterschiedliche Materialkombinationen und Anwendungen gezeigt.
Papier- und kartonbasierte Verpackungen erreichen derzeit einen Marktanteil von rund 16 Prozent. Für die kommenden Jahre wird weiteres Wachstum erwartet. Auf der interpack sind Papier, Karton, Wellpappe und Verpackungsdruck gebündelt in einer eigenen Halle zu finden. Ergänzt wird das Angebot durch Lösungen für Beschichtung und Etikettierung.
Metallverpackungen, vor allem Dosen und Verschlusssysteme, kommen aktuell auf etwa 12 Prozent Marktanteil. Für dieses Segment wird ein Wachstum von rund 13 Prozent prognostiziert. „Die Nachfrage nach kompletten Dosenherstellungslinien nimmt zu, insbesondere im Bereich Pet Food“, sagt Ruedi Umbricht, COO der Soudronic AG. „In Bezug auf Nachhaltigkeit und CO₂-Bilanz bietet die Stahldose ganz klar Vorteile.“
Auch Glasverpackungen sind auf der Messe vertreten. Glas erreichte 2024 einen Anteil von rund acht Prozent am Einzelhandelsumsatz mit Konsumgüterverpackungen. Bis 2029 wird ein moderates Wachstum erwartet.
Einen weiteren Schwerpunkt bilden alternative und biobasierte Materialien. Gezeigt werden neue Ansätze bei biobasierten Kunststoffen sowie faserbasierte Lösungen, die als Ergänzung oder Ersatz klassischer Materialien gedacht sind.
Unter dem Hot Topic „Innovative Materials“ rückt die interpack 2026 das Thema Materialien gezielt in den Mittelpunkt. Hintergrund sind steigende Anforderungen durch neue Vorgaben, höhere Erwartungen an Nachhaltigkeit und zusätzliche funktionale Ansprüche. Im Fokus stehen Werkstoffe und Konzepte, die Funktionalität, Ressourceneffizienz und Recyclingfähigkeit verbinden. „Eine der zentralen Aufgaben für Unternehmen aller Branchen ist es heute, Ressourcen effizient zu nutzen und Materialströme weltweit konsequent zu schließen“, ordnet Veit Enders die Herausforderungen ein.
Am 12. Mai widmet sich auch das Forum Spotlight dem Thema Materialien. Dort werden aktuelle Entwicklungen und Perspektiven vertieft diskutiert.