Bio-basierte Klebstoffe gewinnen in Europa an Bedeutung
von Redaktion,
Bio-basierte Klebstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen wie Lignin, Keratin oder Kollagen werden als umweltfreundliche Alternative zu petrochemischen Produkten entwickelt und finden zunehmend Anwendung in Verpackungen.(Bild: Ceresana)
Nachwachsende Rohstoffe werden bei Klebstoffen immer wichtiger. Eine neue Studie zeigt, dass der europäische Markt bis 2034 deutlich wächst – vor allem in Verpackung, Bau und Holzverarbeitung. Der Artikel gibt Einblicke in Umsatz, Nachfrage und die technischen Entwicklungen der Branche.
Bio-basierte Klebstoffe gewinnen in Europa zunehmend an Bedeutung. Die neue Marktstudie „Biobased Adhesives – Europe“ von Ceresana prognostiziert, dass der Umsatz mit nachhaltigen Klebstoffen in der Region bis 2034 auf rund 1,5 Milliarden Euro steigen wird.
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Klebstoffe aus nachwachsenden pflanzlichen oder tierischen Rohstoffen erfüllen inzwischen auch anspruchsvolle Anforderungen in industriellen Anwendungen. Gleichzeitig wird weiterhin ein Großteil der Klebstoffe auf Basis von Rohöl hergestellt.
Besonders stark wächst die Nachfrage in der Verpackungsindustrie, im Bauwesen und in der Holzverarbeitung. Papiertragetaschen, Wellpappe, Flaschenetiketten und andere Verpackungen machen bereits fast ein Drittel des Umsatzes mit bio-basierten Klebstoffen aus. In Kombination mit Biokunststoffen wie Polymilchsäure (PLA) lassen sich diese Klebstoffe besonders umweltfreundlich einsetzen. Auch im Bau lassen sie sich zusammen mit biobasierten Farben, Beschichtungen und Dämmstoffen nutzen. Ceresana rechnet mit einem jährlichen Wachstum von rund 3,4 Prozent.
Ein wichtiger Trend sind sogenannte „bio-attributed“-Klebstoffe nach dem Mass-Balance-Ansatz. Dabei werden konventionellen Produkten biogene Rohstoffe beigemischt, um den ökologischen Fußabdruck zu verringern. Die Studie zeigt, dass die Forschung an ungiftigen, lösemittelfreien, emissionsarmen und recyclingfähigen Lösungen weiter voranschreitet. Idealerweise sind bio-basierte Klebstoffe am Ende ihres Lebenszyklus biologisch abbaubar und erfüllen etwa die Norm ISO 17088 für kompostierbare Kunststoffe.
Auch bisher wenig genutzte Reststoffe wie Lignin aus der Papierindustrie, Keratin aus Hühnerfedern oder Kollagen aus Knochen könnten künftig für die Herstellung von Klebstoffen verwendet werden.
Die Marktstudie selbst liefert detaillierte Analysen zur Nachfrage und zum Umsatz in Tonnen, Euro und US-Dollar. Neben der Aufschlüsselung nach Anwendungsbereichen wie Papier/Verpackung, Bau und Holzverarbeitung werden auch die größten nationalen Märkte in Europa betrachtet. Außerdem werden 22 der wichtigsten Hersteller, darunter Soudal Group, Stora Enso, Kerakoll, Crespel & Deiters, Royal Avebe, Durante Adesivi, artimelt AG und Power Adhesives, mit ihren Produktionsstandorten, Umsatz und Produktportfolios vorgestellt.