Eine jahrzehntelange, vertrauensvolle Partnerschaft

Druckerei Siepmann setzt bei Vermarktung von gebrauchter Maschine auf Paradowski

Paradowski-Geschäftsführer Oliver Havemann (links) und Druckerei-Geschächtsführer Mark Siepmann vor dem neuen Drucksystem von Heidelberg. Das Vorgängermodell wurde im Januar von Paradowski professionell demontiert.

Die Druckerei Siepmann in Hamburg-Altona hat in den letzten Jahren massiv in die Modernisierung ihres Maschinenparks investiert. Im Januar dieses Jahres zog eine neue Heidelberg Speedmaster XL 106 mit fünf Farbwerken und Lackmodul in den rund 50 Mitarbeiter zählenden Familienbetrieb ein. Im Gegenzug verließ das zehn Jahre alte Vorgängermodell identischer Bauart das Haus. Den Ankauf und die Vermarktung übernahm die ebenfalls nahe Hamburg ansässige Paradowski Graphische Maschinen.

Wo ein Wort ein Wort ist

„Die erste Zusammenarbeit zwischen unseren Häusern“, überlegt Mark Siepmann, der den Betrieb seit 2020 in dritter Generation leitet, „dürfte vor über 40 Jahren stattgefunden haben.“ Es ist eine typisch hanseatische Partnerschaft, bei der ein Wort ein Wort ist. Deshalb stand es auch nie zur Debatte, die Vermarktung in andere Hände zu übergeben. Was Paradowski-Geschäftsführer Oliver Havemann freut: „Wir wurden bereits im Mai letzten Jahres gefragt, ob wir die Vermarktung übernehmen würden, und haben uns entschieden, das System auch ohne konkreten Interessenten direkt zu kaufen.“

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Die Druckerei Siepmann, 1949 gegründet, ist nicht nur in der Akzidenz daheim. Der Bücherdruck gehört ebenso zum Portfolio wie das Drucken von Pharmapackungsbeilagen, bei denen die Auflagen locker in die Hunderttausende gehen können. „Dafür haben wir eine Speedmaster 102 mit zwei Farben und Wendung.“ Eine besondere Liebe gehört dem Verpackungsdruck. Der ist zwar der kleinste Arbeitsbereich, „wir verfügen aber über eine eigene Verpackungsentwicklung, und das ist das Segment, in dem wir uns kreativ ausleben dürfen.“ Oft sind es mittlere Auflagen für Start-ups, Süßwarenhersteller oder Kosmetikprodukte, die hier entstehen, gerne veredelt mit Heißfolie und Prägung: „Und das machen wir alles bei uns im Haus.“ Der Maschinenpark kombiniert digitale Flexibilität (durch eine neue Heidelberg Versafire und eine HP Indigo 7900) mit Hochleistungs-Offsetdruck, bestehend aus einer Heidelberg Speedmaster SX 102 und einer SM 52 (jeweils Zweifarben mit Wendung) sowie einer Koenig & Bauer Rapida 106 (6 Farben + Lack) und schließlich der neuen Heidelberg Speedmaster XL 106 mit fünf Farbwerken und integriertem Lackiermodul.

Der Abbau der Heidelberg Speedmaster XL 106 wurde von Paradowski bis ins kleinste Detail geplant. Da es keinen Platz zum Zwischenlagern gab, musste jedes Druckwerk sofort verladen werden.

Perfektes Timing – perfekte Logistik

Um längere Ausfallzeiten zu verhindern, hat Paradowski nicht nur den Abbau in einem eng gesteckten Zeitslot geplant, sondern diesen Zeitplan auch mit Heidelberg direkt abgestimmt. Für Paradowski bestand eine Herausforderung in der räumlichen Situation: Die Druckerei Siepmann befindet sich mitten in Altona und ist von zwei Straßen eingegrenzt. „Als wir unser Hauptgebäude einst bezogen, befand sich die Buchbinderei im Keller und die Druckerei im Erdgeschoss.“ Dann begann das stetige Wachstum des Betriebes. Einem ersten Anbau folgte ein zweiter, ein dritter. Ausbauflächen gibt es keine mehr, „was uns gezwungen hat“, schmunzelt Siepmann, „echte Platzkünstler zu werden.“

Da kein Platz zum Zwischenlagern blieb, musste im Rahmen der Deinstallation jedes Druckwerk sofort verladen werden, erinnert sich Oliver Havemann. Havemann ist auf seine Techniker nicht nur stolz, weil sie diesen herausfordernden Abbau minutiös geplant haben. Die eigentliche Herausforderung brach nämlich vom Himmel auf die Spezialisten herein: „Am Montag, als wir mit dem Abbau begannen, fing es fürchterlich an zu schneien, und wir bekamen hier in Hamburg wirklich Probleme durch diesen massiven Schneefall.“ Aber Hanseaten knöttern nicht, sie handeln. „ Wir haben den Hof“, so Mark Siepmann, „gemeinsam vom Schnee freigehalten, sodass es keine Probleme beim Verladen gab.“ Auch aus dem Hause Heidelberg gab es für Paradowski Lob. Als Heidelberg exakt eine Woche nach Abbaubeginn mit dem Aufbau begann, bekamen sie den Platz besenrein übergeben.

Mit der neuen Maschine ist auch Heidelbergs Produktionsmanager Prinect eingezogen, von dem sich Mark Siepmann vor allem in Sachen Automatisierung einen Sprung erhofft. Oliver Havemann hat derweil einen Käufer für das alte System in Asien gefunden „Mit diesem Kunden arbeiten wir erstmals zusammen.“ Während Käufer in Fernost die Installation eines gebrauchten Systems meist in Eigenregie übernehmen, ist es bei Paradowski ansonsten nicht selten, dass die eigenen Techniker den Aufbau in Europa oder Übersee begleiten. Während die alte XL 106 nun also ihre Reise nach Asien antritt, ist in Altona bereits wieder der Alltag eingekehrt.

Kontakt:

Paradowski
www.paradowski.de

Druckerei Siepmann
www.siepmanndruck.de