Für Book-of-One und Serienproduktion

Müller Martini stellt Diamant Pro Digital für die Hardcover-Produktion vor

Die neue Buchlinie Diamant Pro Digital von Müller Martini ist konsequent auf Variabilität ausgelegt.
(Bild: Müller Martini)

Müller Martini hat mit der Diamant Pro Digital eine neue Buchlinie für die digitale Hardcover-Produktion vorgestellt. Die Anlage ist auf eine flexible Fertigung bis hin zum Einzelexemplar ausgelegt und soll Formatwechsel sowie wechselnde Aufträge weitgehend automatisiert verarbeiten können. Diamant Pro Digital basiert unter anderem auf einem Einzel-Servoantriebskonzept, einer neuen Steuerung sowie einer dynamischen Formatverstellung. Damit sollen sowohl Bücher mit rundem als auch mit flachem Rücken in industrieller Qualität gefertigt werden können.

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Die Diamant Pro Digital ist auf eine variable Produktion ausgelegt. Formate können laut Müller Martini dynamisch und segmentweise angepasst werden. Innerhalb einer Produktfamilie sollen Umstellungen ohne Bedienereingriff und ohne Produktionsstopp möglich sein. Gleichzeitig sollen sich Leertakte reduzieren lassen.

In Verbindung mit dem Connex-Workflow erfolgt die Umrüstung der Linie barcodegesteuert und sequenziell. Wechselnde Aufträge lassen sich damit nach Herstellerangaben automatisiert anpassen. Ein JDF-Workflow mit Barcode-Matching und Product-Tracking soll auch bei komplexeren Jobstrukturen eine durchgängige Zuordnung der Produkte ermöglichen. Optional können Blöcke und Buchdecken ausgeschleust werden. Müller Martini bezeichnet die Diamant PRO Digital als seine bislang am stärksten automatisierte Hardcover-Buchlinie.

Das Barcode-Matching zwischen Einzeldeckenanleger sowie Block- und Deckenausschleusung dient dazu, die Zuordnung der einzelnen Komponenten sicherzustellen und Fehler in der Reihenfolge zu vermeiden. Eine integrierte Dickenmessung kontrolliert die Blockdicke. Connex dokumentiert nach Angaben des Herstellers die Produktreihenfolge und kann kleinere Abweichungen automatisch korrigieren. Die Produktion soll dabei ohne Unterbrechung weiterlaufen. Dadurch lassen sich unterschiedliche Formate und Aufträge direkt aufeinanderfolgend verarbeiten. Die Dickenmessung wird zudem genutzt, um produktrelevante Achsen, beispielsweise die Seitenführung des Teilers, automatisch nachzuführen.

Bis zu 1.800 Takte pro Stunde

Die Diamant Pro Digital erreicht laut Müller Martini eine maximale Leistung von 1.800 Takten pro Stunde. In der Batchproduktion soll damit ein entsprechend hoher Durchsatz möglich sein. Bei der Einzelbuchproduktion soll sich der Output gegenüber dem Vorgängermodell verdoppeln. Die neue Steuerung integriert Hauptvisualisierung, Job-Management und Produkttracking bis zum Einzelexemplar. Zusätzlich sind die einzelnen Stationen mit Touch-HMIs ausgestattet. Neue Verstellantriebe sowie Änderungen am Maschinendesign sollen Formatwechsel beschleunigen. Eine geteilte Brücke mit zwei kurzen Segmentbereichen ermöglicht es nach Angaben des Herstellers, kleinere Segmentgrößen schneller anzupassen.

Variable Kapitalstation und Einzeldeckenanleger

Zu den neuen Funktionen gehört eine formatvariable Vario-Kapitalstation. Sie verarbeitet Rückenlängen von 140 bis 360 Millimetern ohne manuellen Eingriff. Dafür kommen schmale Papierrollen zum Einsatz, deren einzelne Segmente automatisch aktiviert werden. Darüber hinaus verfügt die Buchlinie über integrierte Dicken- und Aushangmessungen. Dazu zählt eine Höhenmessung des Blockrückens in der Runde- und Abpressstation. Die erfassten Werte können während der Produktion genutzt werden, um Einstellungen automatisch anzupassen.

Für Book-of-One-Anwendungen steht ein Einzeldeckenanleger zur Verfügung. In dessen Anlegerbereich können mehrere Formate gleichzeitig bereitgestellt werden. Unterschiedliche Aufträge lassen sich dadurch laut Müller Martini ohne Produktionsunterbrechung verarbeiten. Zum Funktionsumfang gehört außerdem eine integrierte Hotmelt-Falzbeleimung. Höhe und Leimlänge werden automatisch berechnet, die Düsen motorisch verstellt. Müller Martini verweist zudem auf eine reduzierte Zahl mechanischer Komponenten wie Wellen, Zahnräder und Ketten. Dies soll den Wartungsaufwand und die damit verbundenen Kosten verringern.