Rheinisch-Bergische Druckerei in Düsseldorf

Im Versandraum flexibler aufgestellt

Die Aufgabe, eine immer größere Zahl von Beilagen in vielen unterschiedlichen Kombinationen einzustecken, hat bei der Rheinisch-Bergischen Druckerei zu einem umfangreichen Investitionsprogramm geführt.(Bild: Ferag AG)

Die Aufgabe, eine immer größere Zahl von Beilagen in vielen unterschiedlichen Kombinationen einzustecken, hat bei der Rheinisch-Bergischen Druckerei zu einem umfangreichen Investitionsprogramm geführt. Die neue Einstecktechnik mit deutlich mehr Anlegern soll dem Düsseldorfer Unternehmen im Versandraum deutlich mehr Flexibilität bringen.

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Die Rheinisch-Bergische Druckerei (RBD) ist eine der großen Zeitungs-Produktionsstätten Deutschlands. Sonntags bis samstags entstehen hier alle Ausgaben der Rheinischen Post, der Westdeutschen Zeitung, der Neuss Grevenbroicher Zeitung, des Remscheider Generalanzeigers, des Solinger Tageblattes und des Bocholt-Borkener Volksblatts ­– insgesamt jede Nacht rund 340.000 Exemplare in 31 unterschiedlichen Lokalausgaben.

Im Drei-Schicht-Betrieb werden außerdem jede Woche ca. 1,6 Millionen Anzeigenblätter sowie Zeitungs- und Magazin-ähnliche Produkte mit Einzelauflagen von bis zu 200.000 Exemplaren auf teils höherwertigen, leicht gestrichenen Papieren gefertigt. 230 Mitarbeiter stellen diese Produkte sowohl im konventionellen als auch im wasserlosen Rollenoffsetdruck her. Das Druckzentrum in Düsseldorf ist zertifiziert nach dem Prozess-Standard Offsetdruck (PSO) und Mitglied in der Klimainitiative des Bundesverbandes Druck und Medien.

Modernisiert und neu strukturiert

Das Portfolio an Druckprodukten der RBD ist in den vergangenen Jahren immer breiter geworden. Heft- und Schneidtrommeln erlauben es auch, rückstich-geheftete und dreiseitig beschnittene Produkte auszulegen. Zu dieser Vielfalt kommt die stetig wachsende Zahl an einzusteckenden Beilagen mit komplexen Belegungsvorgaben. Beide Entwicklungen haben dazu geführt, dass der mit Ferag-Maschinen ausgestattete Versandraum in Düsseldorf seit 2020 modernisiert und neu strukturiert wird.

Bis vor wenigen Monaten verfügte der Düsseldorfer Betrieb über sieben Einstecklinien, von denen sechs mit den 45.000er Einstecktrommeln des Typs Multi Sert Drum ausgestattet waren. Eine Vielzahl von Auf- und Abwickelstationen in Kombination mit einem speziellen Lager erlaubte es der RBD, große Mengen von Vorprodukten und Beilagen aufzuwickeln und in der Hauptproduktionszeit vollautomatisch dem Einsteckprozess zuzuführen. Der komplette Betrieb war auf höchste Geschwindigkeit und Leistungsfähigkeit ausgerichtet.

In den vergangenen Jahren sind allerdings (wie überall in der Branche) Auflagen und Umfänge zurückgegangen, Vorprodukte wurden damit ebenfalls weniger. Was allerdings zugenommen hat, ist die Komplexität der Produktion. Insbesondere die Zahl der Beilagen, die vor allem in die aufs Wochenende hin konzentriert erscheinenden Anzeigenblätter einzustecken sind, stieg kontinuierlich. Dies machte es immer wieder nötig, Beilagen in einem zusätzlichen Arbeitsgang vorzusammeln. Die maximal 14 Anleger an den bisherigen Linien bremsten die Produktion. Deshalb stand die bereits langfristig geplante Reinvestition im Versandraum, die seit 2019 im Detail konzipiert wurde, unter dem Hauptziel „Mehr Flexibilität“ – bei optimiertem Personaleinsatz und weitgehender Eliminerung des Vorsammelns.

Aus sieben Linien wurden fünf

Inzwischen stehen im Versandraum der RBD nur noch fünf Einstecklinien: drei mit den bisherigen Einsteck-Trommeln, von denen alle neue Steuerungen und eine ein umfassendes Retrofit erhielt, sowie zwei komplett neue Linien aus Easy Sert-Einstecktrommeln und Fly Stream-Sammelstrecken. Diese Trommeln stehen sich spiegelbildlich gegenüber, was die Laufwege für die Linienführer verkürzt. Die Sammelstrecken sind jeweils mit 22 Hand- sowie drei Anlegern für vorgewickelte Produkte ausgestattet. Dies erhöht nicht nur die maximal mögliche Zahl der Beilagen sondern erlaubt auch die Optimierung der Produktionsreihenfolge. Die Entscheidung für die EasySert wurde unter anderem auch wegen ihrer diversen Öffnungsoptionen (Schwert, Sauger) getroffen.

Investiert wurde an drei Linien auch in neue Kreuzleger von Ferag – je drei Stück pro Einstecklinie. RBD-Geschäftsführerin Kirsten Klaszus: „Für uns ist es wichtig, die Kleinteiligkeit in der Tageszeitungsproduktion abbilden zu können.“ Die zahlreichen Lokalteile haben viele Kleinspitzen zur Folge. Sowohl die Verbindung der Einstecklinien mit den Kreuzlegern als auch die Transportbänder zur Versorgung der Rampen sind flexibel gestaltet. So könnten falls nötig auch sechs Kreuzleger von einer einzelnen Einstecklinie angesteuert und Kleinstpakete bei höchster Geschwindigkeit erzeugt werden.

Ende des Jahres 2021 soll das Projekt in Düsseldorf abgeschlossen sein. Sämtliche Umbaumaßnahmen erfolgen bei laufender Produktion. Geschäftsführerin Kirsten Klaszus spricht davon, dass das Projekt „sehr gut läuft“. Ein für Sie sehr wichtiger Bestandteil sind die umfangreichen Schulungen der Mitarbeiter, die „sehr viel Mehrwert“ für das Unternehmen bringen.

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