Die Verpackungsindustrie steht vor einem strukturellen Umbruch. Technologische Reife, regulatorischer Druck und steigende Erwartungen von Marken, Handel und Verbrauchern verändern Prozesse, Datenflüsse und Verantwortlichkeiten grundlegend. Ein aktuelles Branchenpapier von Esko, Hersteller integrierter Hard- und Softwarelösungen für die Verpackungs- und Etikettenindustrie, identifiziert drei zentrale Verpackungstrends, die 2026 prägend sein werden.
Intelligente Verpackungen und digitaler Wandel
Verpackungen entwickeln sich zunehmend zu digitalen Informationsträgern, ist sich Esko sicher. Mithilfe von QR-Codes, 2D-Codes, RFID- oder NFC-Technologien wird jede einzelne Verpackung mit einer digitalen Identität verknüpft. Diese ermöglicht den Zugriff auf dynamische Produktinformationen – kontextabhängig für Verbraucher, Handel oder Behörden.
Bislang galten intelligente Verpackungen als Pilotanwendungen. Ab 2026 sollen sie zum Branchenstandard werden. Ausschlaggebend dafür sind einerseits ausgereifte Technologien und branchenweite Standards, andererseits regulatorische Vorgaben. Insbesondere der digitale Produktpass (DPP) verpflichtet Unternehmen, strukturierte Daten zu Materialien, Recyclingfähigkeit und Herkunft bereitzustellen. Die Verpackung wird damit zur Schnittstelle zwischen physischem Produkt und digitalem Datenraum.
Parallel dazu verändert sich auch die vorgelagerte Produktion. Vernetzte Maschinen liefern Betriebs-, Qualitäts- und Wartungsdaten in Echtzeit. Verpackungsteams werden so zu Datenmanagern: Sie müssen Informationen zentral bündeln, pflegen und aktuell halten. Wer frühzeitig in entsprechende Systeme investiert, reduziert nicht nur Compliance-Risiken, sondern schafft auch die Grundlage für effizientere Prozesse und schnellere Markteinführungen.
Selbstoptimierende Verpackungs-Workflows
Automatisierung in der Verpackungsproduktion entwickelt sich weiter – weg von starren, regelbasierten Abläufen hin zu lernfähigen, sich selbst optimierenden Workflows. Treiber dieser Entwicklung sind agentenbasierte KI-Systeme, die nicht nur einzelne Aufgaben automatisieren, sondern komplette Prozessketten analysieren, planen und kontinuierlich verbessern.
In der Praxis reagieren diese Systeme nicht mehr ausschließlich auf menschliche Eingaben. Sie bewerten Zielvorgaben, identifizieren Datenanomalien, priorisieren Aufgaben und schlagen eigenständig Prozessanpassungen vor. Damit adressieren sie ein zentrales Problem der Branche: steigende Komplexität bei gleichzeitigem Zeit- und Kostendruck. Verpackungsprojekte erfordern heute die Abstimmung zahlreicher Beteiligter, Datenformate und regulatorischer Anforderungen – ein Umfeld, das anfällig für Fehler und Verzögerungen ist.
Selbstoptimierende Workflows versprechen hier messbare Effizienzgewinne. Routinetätigkeiten werden reduziert, Fachwissen systematisch in Software abgebildet und personelle Engpässe abgefedert. Gleichzeitig bleibt menschliche Kontrolle notwendig: Die Systeme agieren unterstützend, nicht autonom. Entscheidend für den Erfolg ist weniger die Technologie selbst als deren Integration in bestehende Prozesse, Datenstrukturen und Governance-Modelle.
Durchgängige Nachhaltigkeitsintelligenz
Nachhaltigkeit wird 2026 nicht mehr über Absichtserklärungen definiert, sondern über belastbare Daten. Regulierungen wie die EU-Verordnung über Verpackungen und Verpackungsabfälle (PPWR) oder erweiterte Herstellerverantwortung (EPR) koppeln ökologische Kriterien direkt an Kosten, Produktdesign und Marktzugang.
Im Mittelpunkt steht dabei die Messbarkeit. Lebenszyklusanalysen (LCA) entwickeln sich zum Standardinstrument, um Umweltauswirkungen von Materialien, Produktion, Transport und Entsorgung transparent zu machen. Fortschritte in Automatisierung und Datenintegration ermöglichen es, diese Bewertungen bereits in frühen Designphasen zu berücksichtigen.
Zugleich wächst der Druck von Verbraucherseite. Verpackungen sind der sichtbarste Nachhaltigkeitsfaktor eines Produkts – und damit ein zentraler Vertrauensindikator. Unternehmen, die ihre Nachhaltigkeitsdaten nicht konsistent erfassen und belegen können, riskieren Glaubwürdigkeitsverluste und regulatorische Sanktionen.
Durchgängige Nachhaltigkeitsintelligenz bedeutet daher, ökologische Kennzahlen fest in Prozesse, Systeme und Entscheidungen zu integrieren. Sie markiert den Übergang von punktueller Compliance zu einem datengetriebenen Steuerungsinstrument – mit direkten Auswirkungen auf Wettbewerbsfähigkeit und Kostenstrukturen.
Das erhellende eBook „Verpackungstrends 2026“ von Esko basiert auf der Esko Packaging-Trends-Umfrage 2026 sowie Interviews mit Branchenexperten und will nicht nur Zukunftsprognosen, sondern konkrete Orientierung für strategische Entscheidungen auf der Basis von praxisnahen, umsetzbaren Einblicken liefern. Das eBook zum Herunterladen erhalten Sie nach vorheriger Registrierung direkt über die Esko-Website.