Nachfolge von Jori Ringman beim europäischen Papierverband
Francesca Stevens führt den Papierverband Cepi
von Redaktion,
Francesca Stevens hat am 28. September 2026 die Leitung des europäischen Papierverbands Cepi übernommen und vertritt die Branche künftig gegenüber den EU-Institutionen.(Bild: Cepi)
Francesca Stevens hat am 28. September 2026 die Position der Generaldirektorin von Cepi übernommen. Der Verband Confederation of European Paper Industries mit Sitz in Brüssel vertritt die europäische Zellstoff- und Papierindustrie gegenüber den EU-Institutionen. Stevens folgt auf Jori Ringman, der die Organisation seit 2019 geführt hatte.
Berufen wurde Stevens vom Board des Verbands. Sie kommt von EUROPEN, der European Organisation for Packaging and the Environment, wo sie seit 2020 als Secretary General tätig war. Dort vertrat sie eine branchenübergreifende Wertschöpfungskette aus Rohstoffherstellern, Verpackungsherstellern und Verpackungsanwendern. Nach Angaben von Cepi gilt sie in Brüssel als anerkannte Interessenvertreterin, die sich in zentralen EU-Politikdebatten zu Nachhaltigkeit, Kreislaufwirtschaft, Wettbewerbsfähigkeit und Binnenmarkt eingebracht habe.
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25 Jahre in europäischen Industrieverbänden
Stevens bringt nach Verbandsangaben 25 Jahre Erfahrung in der Leitung europäischer Industrieorganisationen mit. Vor ihrer Zeit bei EUROPEN hatte sie Führungspositionen bei Arconic und Alcoa inne. Sie studierte Politikwissenschaft und Internationale Beziehungen an der Universität Turin und absolvierte einen Master in Europastudien am College of Europe in Warschau.
Energie, Kreislaufwirtschaft und Regulierung auf der Agenda
Der Wechsel fällt nach Einschätzung des Verbands in eine wichtige Phase für die europäische Zellstoff- und Papierindustrie. Die Branche treibe die Dekarbonisierung ihrer Energieversorgung voran und profitiere davon, dass die Kreislaufbioökonomie in der EU-Politik stärker wahrgenommen werde. Gleichzeitig müsse sie sich im globalen Wettbewerb behaupten, den Zugang zu wettbewerbsfähig bepreister Energie sichern und auf ein sich rasch veränderndes EU-Regulierungsumfeld reagieren.
Stevens leitet künftig das Brüsseler Sekretariat mit 24 Beschäftigten und arbeitet mit den Mitgliedern des Verbands, den nationalen Branchenverbänden, zusammen, um die europäische Zellstoff- und Papierindustrie gegenüber den EU-Institutionen und weiteren Stakeholdern zu vertreten. Geführt wird Cepi von einem Board, dem Vertreter der nationalen Verbände sowie Vorstandsvorsitzende führender Unternehmen der Branche angehören.
Stimmen zur Berufung
„Es ist eine große Ehre, mit der Leitung von Cepi betraut zu werden. Europas Zellstoff- und Papierindustrie hat alles, was es braucht, um die Kreislaufbioökonomie anzuführen: erneuerbare Rohstoffe, die in unseren Regionen verwurzelt sind, erstklassige industrielle Fähigkeiten und eine ausgeprägte Innovationskultur. Ich freue mich darauf, mit unserem Team, den Mitgliedern, dem Board, den Komitees, dem CEO Forum und unseren Partnern zusammenzuarbeiten, um die Wettbewerbsfähigkeit der Branche zu stärken und sie ins Zentrum der industriellen Zukunft Europas zu rücken“, sagt Francesca Stevens.
Henrik Sjölund, Chairman von Cepi und CEO von Holmen, erklärt: „Francesca verbindet ein starkes Verständnis europäischer Politik mit einem tiefen Verständnis industrieller Wertschöpfungsketten. Das Cepi-Board ist zuversichtlich, dass sie unserer Branche in Europa eine starke, geeinte Stimme geben wird. Ihre Qualitäten machen sie außergewöhnlich geeignet, Cepi zu führen und unsere Branche in diesem entscheidenden Moment zu vertreten.“
450 Unternehmen in 19 nationalen Verbänden
Cepi vertritt die europäische Papierindustrie und deren Angebot an holzfaserbasierten Lösungen – von Verpackungen über Textil-, Hygiene- und Tissue-Produkte bis zu Druck- und Grafikpapieren, Spezialpapieren, Biochemikalien, Biokompositen und Bioenergie. Über 19 nationale Verbände bündelt die Organisation nach eigenen Angaben 450 Unternehmen mit 740 Werken in Europa und mehr als 176.000 direkt Beschäftigten.
Der Verband beziffert die jährliche Wertschöpfung der Branche für die europäische Wirtschaft auf 18 Milliarden Euro bei Investitionen von 4,5 Milliarden Euro. 91 Prozent der eingesetzten Rohstoffe stammten aus der Europäischen Union und seien als nachhaltig zertifiziert, 90 Prozent des genutzten Wassers würden in gutem Zustand an die Umwelt zurückgegeben. Die Recyclingquote gibt Cepi mit 76,4 Prozent an.