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Geschichte des Drucks – so entstand die moderne Druckweiterverarbeitung

Die Geschichte des Buchbindens beginnt ungefähr im 5. Jahrhundert. Gutenberg revolutionierte 1440 nicht nur die Methoden des Buchdrucks, sondern auch die der Buchbinderei. Bis ins 19. Jahrhundert war die Buchbinderei eine rein handwerkliche Tätigkeit, dann etablierte sich die maschinelle Produktion und Vieles veränderte sich. Klicken sie sich in unserer Bildergalerie durch die Geschichte der Druckweiterverarbeitung.

Im Jahr 1900 beginnt August Kolbus (Bild) die Buchrunde- und Abpressmaschine „Rupert" zu bauen.
Die Bautzner Industriewerk AG (heute Perfecta) spezialisierte sich auf Schneidmaschinen mit bis zu über einem Meter Schnittbreite. Eine damals revolutionäre Verbesserung stellen Schnellschneidemaschinen in geschlossener Bauform dar. 1918 wurde die erste Schneidemaschine mit mechanischer Repetiereinrichtung ausgeliefert.
Kolbus präsentiert eine Dreiflügeleinhängemaschine. Durch die Flügel konnte empfindliches Material schonend transportiert werden.
Emil Lumbeck hat erste Erfolge mit der sogenannten Lumbeck-Kaltklebebindung.
1947 baut Polar die erste, elektrisch gesteuerte Papierschneidemaschine, den Einmesser-Schnellschneider. Dadurch wurde der Schneidemaschinenbau nahezu revolutioniert.
1949 bringt Kolbus die Kalikoschere KS auf den Markt. Sie arbeitet in der Art von Pappenkreisscheren, ist aber leichter gebaut. Mit ihrem einstellbaren Vorschub erfolgen die Längs- und Querschnitte nacheinander und trennen die Geweberolle des Bucheinbandstoffes in die benötigten Einzelteile.
In den 50er-Jahren beginnt der Vormarsch der Klebebindungen. Verschiedene Verfahren hierfür werden entwickelt. Außerdem setzt die Konstruktion von Buchbindereimaschinen, die eine teilweise Verkettung ermöglichen, ein. 1951 präsentiert Kolbus auf der ersten Drupa die automatische Buchdeckenmaschine KD.
1954 wurde vom Unternehmen Polar der erste Lufttisch in Europa entwickelt. Ebenfalls 1954 erfolgt die Markteinführung des weltweit ersten Broschüren-Sammelheft-Vollautomaten BSV von der Hans Müller Maschinenfabrik, der Anleger, Heftmaschine und Dreischneider zum Gesamtsystem koppelt. Der erste Klebebindeautomat für Dispersionsklebstoff, der Rotor-Binder RB2, ebenfalls von der Hans Müller Maschinenfabrik, kommt auf den Markt.
Hans Müllers Patent, mitlaufende Heftköpfe, die ohne „Stop and Go" heften – kommt zum ersten Mal zum Einsatz.
Die erste vollautomatische Buchfertigungsstraße von Kolbus revolutioniert die Buchproduktion. Mit dieser Systemstraße können 36 Bücher pro Minute produziert werden.
1967 stellt MBO erstmals eine Kombifalz-, ein Jahr später die erste Taschenfalzmaschine vor.
1969 entwickelt die Hans Müller Maschinenfabrik den weltweit ersten Kreuzleger, der fertig gebundene Druckprodukte kreuzweise stapelt.
Auf der Drupa 1972 zeigt Kolbus die „Compactstraße". Sie vereint drei Maschineneinheiten zu einer Gesamtmaschine von 7,65 m Länge bei einer Geschwindigkeit von 25 Büchern pro Minute. Es beginnt die Ära der modular strukturierten Maschinenkonfigurationen.
Ab 1977 kommt die Mikroprozessorsteuerung an Weiterverarbeitungsmaschinen zum Einsatz. Im gleichen Jahr präsentiert Wohlenberg zur Drupa den ersten Schnellschneider mit Bildschirmanzeige.
Kolbus bringt den Dreischneider HD 150 auf den Markt. Dies ist der erste Dreischneider, der eine zeitgleiche Bearbeitung der Buchblöcke von drei Seiten ermöglicht.
Der Ratiobinder KM 470 von Kolbus arbeitet mittels neuer Klammerntechnologie. Die Heidelberger Druckmaschinen AG stellt mit der „KD Compact" die erste Kombifalzmaschine mit elektronischen Falzschwert vor.
Auf der Drupa 1990 präsentierte Müller Martini erstmals ein Selective-Binding-System für die zielgruppenspezifische Produktion von Zeitschriften und Katalogen.
Mit der Vorstellung des Copilot-Systems und der Einführung einer übergeordneten Maschinensteuerung setzt Kolbus Trends in Richtung Rüstzeitverkürzung und Bedienervisualisierung.
Die dritte Generation von PUR-Hotmelt-Klebstoffen kommt auf den Markt. Mit diesen hochreaktiven Systemen vergehen nur wenige Stunden bis klebegebundene Produkte fertig für den Gebrauch sind. Außerdem nimmt der Trend zur digitalen Vernetzung einzelner Produktionsschritte zu und das Job Definition Format (JDF) hält Einzug in die Workflow-Prozesse.
Immer kleiner werdende Auflagen stellen neue Anforderungen an die Buchbinder. Müller Martini bringt mit der Sigma-Linie eine Gesamtlösung für die industrielle, digitale Buchproduktion auf den Markt.
Heidelberger Druckmaschinen stellt auf der Drupa 2008 den Stahlfolder KH 82 mit automatisiertem Kreuzbruch und daraus resultierender verkürzter Rüstzeit vor.
Die auf der Drupa 2012 ausgestellten Weiterverarbeitungssystem sind hoch automatisiert, arbeiten mit verkürzten Rüstzeiten und sind äußerst flexibel. Die Druckweiterverarbeitung ist auf einer Stufe hoher Industrialisierung angelangt.
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