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Heute: Standardkategorien fürs Papier und v3-Profile

In der Praxis: Papiere mittels optischer Eigenschaften kategorisieren

Dieter Kleeberg, Referent Technik + Forschung beim Bundesverband Druck und Medien, ist der Autor der fünfteiligen Artikelserie zum Thema "Standardisierung von Papier" in Deutscher Drucker.(Bild: BVDM)

Nach den Kriterien gestrichen, ungestrichen oder glänzend, Weißgrad, Aufhellung, grammaturabhängige Transparenz – in dieser Reihenfolge wählen Printbuyer Papiere oft aus. Auch die acht Substratkategorien der „Offsetdrucknorm“ ISO 12647-2 bzw. des Prozessstandard Offsetdruck sind nach optischen Aspekten geordnet. Wie sehr Standard-Druckbedingungen und Papierstandardisierung miteinander verbunden sind, erläutert die Folge 4 der fünfteiligen Artikelserie “Standardisierung von Papier” in Deutscher Drucker 24/2018. Einen Auszug daraus lesen Sie heute auf print.de.

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Standardkategorien fürs Papier

Die derzeitigen acht Bedruckstoffkategorien („Printing Substrates“ PS1 bis PS8, siehe Tab. 3) in ISO 12647-2:2013 bilden zusammen mit den jeweiligen Cielab-Sollwerten und -Toleranzen im Druck der CMYK-Skala ISO 2846-1 sowie vier einheitlichen Tonwertzuwachskurven acht Standard-Druckbedingungen („Printing Conditions“ PC1 bis PC8). Nimmt man noch den Standard „Newsprint“ aus der Coldset-Norm ISO 12647-3 hinzu, so sind es neun Substrate. Bei jeweiliger Berücksichtigung periodischer und nichtperiodischer Raster resultieren daraus insgesamt 18 Standard-Offsetdruckbedingungen. Fünf weitere Papiere steuert der Illustrationstiefdruck (ISO 12647-4) bei.

Die Cielab-Sollwerte für die Papierfärbung und den Druck mit ISO-Skalenfarben sind für zwei Messunterlagenfarben definiert: weiß („white backing“, wb) für Messungen an Digitalproofs und an Testdruckformen zum Erstellen von Charakterisierungsdaten für ICC-Ausgabeprofile, schwarz („black backing“, bb) für Messungen an Auflagendrucken, Referenzdruckexemplaren wie Andruck, OK-Bogen oder Erstauflagen und an einseitigen Drucken. Bei der Messung auf genügend dickem, einseitig bedrucktem Faltschachtelkarton kann auch auf „wb“ oder dem Bogenstapel („substrate/self backing“, sb) gemessen werden.

An v3-Profilen führt kein Weg vorbei

Spielen Aufheller bei Bilderdruckpapieren und vor allem bei holzfreien weißen Naturpapieren eine immer größere Rolle, so ist verständlich, dass die alten v2-Profile wie „ISO Coated v2“ (Fogra39) und „PSO Uncoated ISO12647 (ECI)“ (Fogra47) damit überfordert sind. Hierfür bestens geeignet sind ihre Nachfolger „PSO Coated v3“ (Fogra51) und „PSO Uncoated v3“ (Fogra52), sodass eine Umstellung auf diese gar nicht mehr so neuen Standard-Offsetdruckbedingungen nicht länger hinausgezögert werden sollte – die Zahl der v3-Anwender bzw. v3-Zertifizierungen wächst jedenfalls. Für Faltschachtelkartons, die in der Regel nicht oder nur wenig aufgehellt sind, kann weiter mit dem „ISO Coated v2“-Profil gearbeitet werden.
Zu beachten ist allerdings stets, dass v2- und v3-Profile mit verschiedenen Tonwertzuwachskurven angewendet werden: v2 mit CMY und K getrennt, v3 mit einheitlichen CMYK-Kurven. Um beide Welten unter einen Hut zu bekommen und unabhängig davon zu bleiben, welche Profile der Auftraggeber verwendet hat, stellte die European Color Initiative (ECI) 2015 auch passende Device-Link-Profile alt/neu und neu/alt bereit.

Im Jahr 2017 präsentierte die ECI ein drittes neues v3-Druckbedingungsprofil: „PSO SC-B Paper v3“ (Fogra54). Dieses spiegelt die Farbwiedergabe unter der Heatset-Druckbedingung PC6 „SC-Papier“ wider, allerdings nur teilweise, da mit diesem SC-A-Papiere nicht erfasst werden. Daher wird es im MSD 2018 als „6B“ geführt. Die übrigen ISO-Druckbedingungen für den Heatset-Rollenoffset werden nach wie vor von M0-basierten v2-Profilen (samt alten Tonwertzunahme-Kurven) abgedeckt, da ihre Aufhellung gering ist. Insofern sind sie auch in einer M1-konsistenten Produktionsumgebung problemlos verwendbar.  [5626]

Den gesamten Beitrag zum Thema “Standardisierung von Papier” (4) lesen Sie in Deutscher Drucker 24/2018, der im print.de-Shop zur Bestellung bereit steht. Dort erfahren Sie auch mehr über die Themen optische Aufheller, Medienprofile, Glanzentfaltung und Lichtdurchlässigkeit. Stets auf dem neuesten Stand der Informationen aus der Druckbranche sind Sie mit einem Abonnement von Deutscher Drucker, hier geht es zu den Abo-Modellen.

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