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Medienproduktion der Zukunft: »Gasförmiges Publishing«

Jenseits der Druckvorstufe …

Gasförmiges Publishing in der Druckvorstufe
»Gasförmiges Publishing«: Das Zeitalter der APIs in der Medienproduktion hat begonnen.(Bild: Pixabay)

Nach Jahren der gefühlten Stagnation stehen wir in der Medienproduktion an der Schwelle zu tiefgreifenden Veränderungen. Dabei wird gedrucktes und digitales Publishing völlig neu und viel mehr »aus einem Guss« gedacht. Die Schlüsselrolle spielen dabei Künstliche Intelligenz und gänzlich neue Medien. In diesem Zusammenhang sollte man schon einmal von dem Begriff »gasförmiges Publishing« gehört haben …

 

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Epochenbruch für die Druckvorstufe

Es kündigt sich ein Epochenbruch an: Eine neue Form von Medien entsteht, eine, die kein Interface mehr hat, kein Layout mehr, keinen sichtbaren »Körper«, in dem sich die Inhalte, die es zu kommunizieren gilt, »materialisieren« könnten. Man könnte diese Medien auch »gasförmig« nennen. Wir alle kennen sie. Sie hören auf Namen wie Siri oder Alexa.

»Gasförmige« Medien, sei es in Form von Sprachassistenten (wie den beiden genannten) oder in Form von Chat-Bots, wie sie auf Facebook eingesetzt werden können, sind Kommunikation in ihrer ursprünglichsten, pursten, menschlichsten Form. Kein Layout mehr, nur noch Inhalt. Transportiert in der Form des gesprochenen oder ge­schriebenen Wortes. Diese Medien existieren, sie finden in der Lebensrealität von immer mehr Menschen statt.

Was heißt das für die Produktion von Kommunikationsmitteln, die heute ja immer crossmedial, medienübergreifend gedacht wird – also von gedruckten Medien über Websites bis hin zu Apps? Wie realisieren wir hier Interaktion mit Sprachassistenten?

 

Das Zeitalter der APIs hat begonnen

Was wir jetzt brauchen, ist ausnahmsweise nicht wie bisher die Verschmelzung von Inhalten und Gestaltung, sondern Trennung! Nur wenn klar ist, was der Inhalt bedeutet, der dargestellt wird, was seine Semantik ist, können wir ihn wiederbenutzen – in Medien mit Interface und in Medien ohne Interface. Dafür müssen wir Inhalte von ihrer Gestaltung trennen.

Zugegeben, eigentlich ist das ein alter Hut. Aber wann sieht man strukturierte Daten schon mal wirklich in der Praxis? Und natürlich ändern auch hier die neuen Medien und Technologien einiges: So lautet das Zauberwort für Medienproduktion mit strukturierten Daten heute nicht mehr »Datenbank«, sondern hört auf das seltsame Akronym API (Application Programming Interface). API, die Entwicklerschnittstelle – ein Begriff den man sich merken sollte. APIs sind nichts anderes als Webadressen, URLs mit Parametern. Was sie zurückgeben ist aber kein HTML, sondern purer Inhalt, wiedergeben in strukturierter Form.

Eigentlich ist heute alles eine API. Medienproduktion wird in Zukunft in erster Linie eine API sein. APIs sind der Schmierstoff, der alle Medien, Künstliche Intelligenz und Gestaltung zusammenhält. Erst mit APIs entsteht die »Magie« des Machine Learning, erst mit APIs lassen sich beliebige Systeme miteinander verbinden. Erst mit APIs wird Inhalt wirklich »frei«.

print.de-Autor Georg Obermayr
print.de-Autor Georg Obermayr (Bild: foto-text.com)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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