Portfoliobereinigung

Koenig & Bauer schließt Standort Albert Frankenthal

Der Standort Albert Frankenthal wird zum 31. Mai 2026 geschlossen.(Bild: Koenig & Bauer AG)

Der Aufsichtsrat der Koenig & Bauer AG hat am 26. Januar 2026 die Schließung des Fertigungsstandorts Albert Frankenthal (Rheinland-Pfalz) zum 31. Mai 2026 beschlossen. In Frankenthal ist vor allem die Herstellung von Walzen und Walzenkernen angesiedelt. Was die Gründe für die Standortschließung sind und wie sie umgesetzt wird.

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„Die Schließung der Albert Frankenthal GmbH reiht sich in die jüngsten Maßnahmen zur Portfoliobereinigung ein“, erklärt Koenig & Bauer in einer Pressemitteilung. Im Rahmen des Fokusprogramms „Spotlight” hatte der Konzern bereits im März 2025 Projekte wie CSMetalCan eingestellt und die Komplexität im Flexodruckbereich reduziert. Im Juli 2025 folgte die strategische Überprüfung der Koenig & Bauer Coding GmbH in Veitshöchheim. Die Schließung der Albert Frankenthal GmbH sei der logische und konsequente Schritt in der weiteren Konzernfokussierung, so das Unternehmen.

Walzenfertigung wirtschaftlich nicht mehr tragfähig

Der Standort Frankenthal ist primär auf die Fertigung von Walzen und Walzenkernen spezialisiert. „Da sich diese Produkte in den letzten Jahren zu sogenannten Commodity-Gütern entwickelt haben, ist der Betrieb eines eigenen Standorts wirtschaftlich nicht mehr darstellbar. Durch den Abbau der damit verbundenen Strukturkosten sowie aufgrund eines veralteten Maschinenparks und des auslaufenden Mietverhältnisses ist die Schließung unumgänglich, um die gesamtbetriebliche Effizienz zu steigern,” heißt es in der Mitteilung.

Die strategisch wichtige Rilsanierung wird künftig am Hauptsitz in Würzburg fortgeführt. Für die übrigen Walzenkomponenten setzt Koenig & Bauer auf externe Marktlösungen. Ein Teil der Werkzeugmaschinen aus Frankenthal wird nach Würzburg verlagert, der restliche Bestand soll veräußert werden.

Sozialplan für 75 Mitarbeitende

Von der Schließung sind 75 Mitarbeitende betroffen. Koenig & Bauer strebt zeitnah den Abschluss eines Interessenausgleichs sowie eines Sozialplans mit dem Betriebsrat an. „Wir informieren unsere Mitarbeitenden und Sozialpartner umfassend und transparent”, erklärt Christian Steinmaßl, Mitglied der Konzernleitung und verantwortlich für das Segment Special & New Technologies. Das Unternehmen unterstützt die Betroffenen aktiv bei der Vermittlung an andere Betriebe in der Region – dies gelte ausdrücklich auch für die am Standort tätigen Auszubildenden.

Traditionsstandort mit 165-jähriger Geschichte

Der Standort Frankenthal blickt auf eine lange Tradition zurück: 1861 gründete Andreas Albert, ehemaliger Werkmeister bei Koenig & Bauer in Würzburg und Werksführer bei der C. Reichenbachschen Maschinenfabrik in Augsburg, zusammen mit Andreas Hamm die Schnellpressenfabrik Albert & Hamm. 1978 stieg Koenig & Bauer mit einer Beteiligung ein, 1990 übernahm der Konzern die Albert-Frankenthal AG vollständig. 2011 wurde die Walzenfertigung in die eigenständige Albert-Frankenthal GmbH ausgegliedert.