Produkt: Deutscher Drucker 7/2020
Deutscher Drucker 7/2020
Schwerpunkt: VERPACKUNGPRODUKTION +++ Folienkaschierung von Digitaldrucken +++ Potenzial im Tiefdruck? +++ Alternative Metallic-Effekte
Verpackungstage des DVI fanden dieses Mal virtuell statt

Lösungen für die Kreislaufwirtschaft vorgestellt

DVI-Geschäftsführer und Moderator der Verpackungstage: Winfried Batzke(Bild: Andre Wagenzik/DVI)

Die Verpackungstage des Deutschen Verpackungsinstituts (DVI) fanden dieses Jahr im Internet statt: Über 300 Branchenexperten und Studierende erhielten Informationen zu nachhaltigen Materialien, Digitalstrategien für den Mittelstand, Recycling von Papierverbunden und preisgekrönten Start-Up-Technologien für Kreislaufwirtschaft und Digitalisierung. Ein Matchmaking-Tool ermöglichte den direkten Kontakt der Teilnehmer in B2B-Meetings.

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„Die Dresdner Verpackungstagung ist seit 30 Jahren eine wichtige Netzwerk- und Informations-Plattform für die Branche. Diesen Charakter konnten wir auch in Corona-Zeiten durch das Format der Digitalen Verpackungstage erfolgreich erhalten“, freut sich DVI-Geschäftsführer und Veranstaltungs-Moderator Winfried Batzke. Das neue Format hatte laut Batzke auch Vorteile. Dazu gehört, „dass wir dieses Jahr nicht durch die Anzahl der Stühle limitiert waren, und deshalb über 100 Studierenden aus Deutschland und Österreich eine Teilnahme ermöglichen konnten“.

Zum Auftakt der dreitägigen Veranstaltung hatten die Unternehmen Nestlé, Tetra Pak, Jokey, Tchibo und die Schwarz Gruppe (Lidl, Kaufland) ihre Nachhaltigkeitsprojekte einem Studierendenpanel präsentiert und zur Diskussion gestellt.

In der großen Runde aller Teilnehmer ging es am Tag darauf erneut um Nachhaltigkeit. Das Thema wurde aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet: Ressourcenschonung, Abfallvermeidung, Kreislaufwirtschaft und Recycling spielten bei Kurzvorträgen und Start-Up-Präsentationen die Hauptrolle. Michail Ginsburg, Bereichsleiter bzw. Prokurist des zur Schwarz Gruppe gehörenden Entsorgungs- und Umweltdienstleisters Pre Zero und dessen Tochterunternehmens Out Nature, berichtete zum Beispiel über ein neues Papier auf Basis der Silphie-Pflanze. Die mehrjährige Pflanze wird bislang vor allem als Energiepflanze für Biogasanlagen genutzt, eignet sich nach Aussage von Ginsburg jedoch auch sehr gut für die Papierherstellung und weißt dabei eine negative CO2-Bilanz auf.

Einblicke in die Strategie und die praktischen Ansätze für die Entwicklung nachhaltiger Verpackungen gab es von Philipp Keil, Leiter Global Packaging Materials Management der Kneipp-Gruppe. Werner Surholt von den Delkeskamp Verpackungswerken informierte über das Recycling von Papierverbunden und Fabian Solf, CTO & Co-Gründer des Start-Ups Papair, stellte den Teilnehmern der Digitalen Verpackungstage eine Luftpolsterfolie aus Papier aus 100 Prozent Recyclingpapier vor, die vollständig über den Altpapierkreislauf entsorgt und wiederverwertet werden kann.  Christian Schiller, Mitgründer und Geschäftsführer des Start-Ups Cirplus präsentierte seine B2B-Plattform, die zugleich Marktplatz für die Recyclingindustrie und Beschaffungssoftware für Verwender von Kunststoff ist, und Vivian Loftin stellte Recyda vor – ein cloudbasiertea Bewertungstool, das Verpackungen auf ihre Recyclingfähigkeit und Konformität für unterschiedliche nationale Märkte weltweit prüft.

Digitalisierungslösungen für die Supply Chain

„Digitalisierung und Nachhaltigkeit zusammenbringen ist nicht nur ein benanntes Ziel des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, sondern bereits seit Jahren ein Anliegen des dvi, das wir auch bei den Digitalen Verpackungstagen in die Praxis umsetzen.“ Mit diesen Worten führte Winfried Batzke die Online-Teilnehmer in den dritten und letzten Tag der Veranstaltung, an dem unter anderem Adolf Ahrens sprach, Inhaber der Consultingagentur Pack+Print Consulting.

Nach Ansicht von Ahrens ist die Vernetzung von Prozessen und die Einbindung der Verpackung eines der wichtigen Ziele der Digitalisierung. Damit dies gelinge, müsse die Verpackung in allen Prozessen ohne manuelle Unterstützung maschinenlesbar sein, ohne dafür zusätzliche Materialien, Farben oder Recycling-Störstoffe einzusetzen. Außerdem müsse die Lösung bei allen Verpackungen und in allen Drucktechniken umsetzbar sein. Ahrens stellte in der Folge das Digimarc-System, das Projekt Holy Grail 2.0 und das „erste maschinenlesbare Verpackungssystem für die Optimierung der gesamten Prozesskette bis zum hochwertigen Recycling“ vor.

Peter Jenkner, Head of EHSR bei Actega, zeigte die Umsetzung von Digitalisierung in einer mittelständischen Firma auf, und Christian Baumann, CEO & Gründer des Start-Ups PackPart, präsentierte sein Matching-Systems für Hersteller von Verpackungsmaschinen und deren Kunden vor.

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