"Wirtschaftliche Auslastung nicht mehr möglich"

Zeitungsdruckereien in Büdelsdorf und Minden schließen

Vor wenigen Jahren war im shz-Druckzentrum in Büdelsdorf noch eine zweite Einsteck-Linie mit 20 Anlegern in Betrieb genommen worden.
Vor wenigen Jahren war im shz-Druckzentrum in Büdelsdorf noch eine zweite Einsteck-Linie mit 20 Anlegern in Betrieb genommen worden.(Bild: Archiv)

Die Konzentration des Zeitungsdrucks auf immer weniger Produktionsstandorte setzt sich fort. In den vergangenen Tagen haben der Schleswig-Holsteinische Zeitungsverlag und die Bruns Druckwelt GmbH & Co. KG die Stilllegung ihrer Druckereien in Büdelsdorf (Kreis Rendsburg-Eckernförde) bzw. Minden bekanntgegeben. Büdelsdorf soll spätestens am 31. Dezember 2026 schließen. In Minden ist bereits Ende September dieses Jahres Schluss.

Anzeige

Der Schleswig-Holsteinische Zeitungsverlag erklärte, dass die Zeitungen des shz ab kommendem Jahr komplett an den beiden weiteren Druckstandorten der Unternehmensgruppe in Pinneberg und Wittenburg produziert werden. Laut shz habe die Auslastung der Druckerei in Büdelsdorf bisher durch große Fremdaufträge erfolgreich auf wirtschaftlichem Niveau gehalten werden können. Durch deren Kündigungen werde die am Standort produzierte Zeitungsauflage im Jahr 2026 aber um rund 60 Prozent sinken. Eine wirtschaftliche Auslastung der dortigen Kapazitäten wäre damit nicht mehr möglich gewesen.

Von der Stilllegung der im Jahr 2001 eröffneten Druckerei sind etwa 70 Vollzeit-Stellen betroffen, vorwiegend in Produktion und Versand. Laut Geschäftsführung wurden bereits Gespräche mit dem Betriebsrat über einen Interessenausgleich und einen Sozialplan aufgenommen. Mit der Entscheidung will die Unternehmensgruppe NOZ/mh:n nach eigenen Angaben “ihre Produktionskapazitäten bündeln, die verbleibenden Standorte stärken und die langfristige wirtschaftliche und logistische Stabilität der Zeitungsproduktion sicherstellen”.

Die Bruns Druckwelt GmbH & Co. KG in Minden ist sowohl im Akzidenz-Bogenoffsetdruck wie auch mit einer Offsetrotation im Zeitungsdruck aktiv. Von der Schließung sind hier insgesamt 89 Mitarbeiter und 60 Minijobber betroffen, heißt es in einem Bericht des Mindener Tageblatts. Für die Mitarbeiter werde in Kürze eine Transfergesellschaft gegründet. Die Gesellschafter des Unternehmens reagieren mit der Entscheidung, wie es heißt, “auf die schlechten Rahmenbedingungen im Markt für Bogen-Offsetdruck”. Die Nachfrage von Firmen nach Katalogen und Prospekten sei bereits seit Jahren rückläufig, gleichzeitig steigen die Preise für Rohstoffe in dem Segment. Der Betrieb eines eigenen Druckhauses sei unter diesen Bedingungen nicht mehr wirtschaftlich.

Auch im Bereich des Rotationsdrucks, in dem die Bruns Druckwelt unter anderem das Mindener Tageblatt und die Lippische Landes-Zeitung herstellt, sehe man keine Zukunft. Das eigenständige Druckzentrum samt neuer Rotation und Digitaldruck war erst 2024 eröffnet worden. Das Mindener Tageblatt und die Lippische Landes-Zeitung werden künftig außerhalb Mindens gedruckt, kündigte Carsten Lohmann, Geschäftsführer der B&G Medien Holding, an. Die Holding vereint seit 2025 die Verlagshäuser in Minden und Lippe. „Die gedruckte Zeitung wird es natürlich auch weiterhin geben. Wir haben bereits Gespräche mit leistungsfähigen Druckereien in der Region geführt“, so Lohmann.