Dezentral statt linear

GPI München rüstet seine Klebelinien mit Unipal-Palettierern aus

Drei der insgesamt vier Faltschachtel-Klebelinien von GPI in München verfügen jetzt über ein Unipal-Palettiersystem von QTM. Für das Unternehmen bedeutet das weniger Stillstandszeiten durch Redundanz.

So schnell kann das gehen: Kaum hatte der Standort Aachen von Graphic Packaging International im vergangenen Jahr seinen ersten Palettierroboter „Unipal“ von QTM installiert, wurden auch die Kolleginnen und Kollegen vom Standort München auf die Technologie aufmerksam. „Das war genau das, was wir brauchten“, sagt Robert Wurmstein, Teamleiter in der Kleberei von GPI Munich.

Was nicht bedeutet, dass es zuvor bei GPI Munich keine Palettierlösung gegeben hätte – im Gegenteil. Bis zu 25 Millionen Faltschachtel-Verpackungen, hauptsächlich für die Pharmaindustrie, laufen hier über die insgesamt vier Klebelinien, darunter viele Sonderverpackungen. Unmöglich für die 51 Mitarbeitenden der Kleberei, dieses Volumen per Hand zu palettieren. Selbstverständlich war dieser Prozess längst automatisiert.

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GPI in München produziert hauptsächlich Pharmaverpackungen – rund 30 bis 35 Aufträge pro Tag und Schicht mit Auflagen von durchschnittlich 16.000 Exemplaren.

Zentraler Portal-Palettierer als Störfaktor

Philipp Quenzel, Geschäftsführer von QTM.

„Old way of automation“ nennt Philpp Quenzel, Geschäftsführer der QTM Automatisierung, Maschinen und Service GmbH das, was er in München vorgefunden hatte, als er unmittelbar nach der Anfrage von Robert Wurmstein dorthin reiste. Drei der vier Faltschachtel-Klebelinien waren mit einem in die Jahre gekommenen linearen Palettierroboter verbunden, der die Pakete von den Förderbändern nahm und abstapelte. Dazu musste er ständig hin und her fahren. Das war gut, als es vor vielen Jahren projektiert wurde, wurde aber in letzter Zeit zunehmend zum Problem: „Der Portal-Palettierer musste drei Linien bedienen und wurde dadurch zum Nadelöhr“, sagt Robert Wurmstein. „Schlimmer aber war die Fehleranfälligkeit. Mal verlor der Greifer ein Paket oder beschädigte es, mal verhakte sich die Kabelschleppe, mal gab es Störungen in der Steuerung.“ Das bedeutete jedes Mal: Alle drei Klebelinien standen still, bis die Störung behoben war – ein Zustand, der zunehmend die Produktivität der Kleberei beeinträchtigte. „Wir entschieden uns daher, auf eine dezentrale Palettierung umzustellen“, so Robert Wurmstein. „Roboter-basierte Palettiersysteme schienen uns, nachdem was wir auf Messen und bei GPI in Aachen gesehen hatten, genau die richtige Lösung zu sein.“

„Riesenfortschritt in der Produktivität“

Unipal ist ein System für die End-of-Line-Palettierung. Durch den Einsatz eines Cobots kann die Unipal-Zelle ortsflexibel bleiben und ohne stationäre Sicherheitstechnik bis zu einer gewissen Geschwindigkeit in direkter Umgebung mit Menschen betrieben werden. Für die Geschwindigkeiten, die bei GPI Munich erforderlich sind, wurde zusätzliche Sicherheitstechnik installiert. Dank der Modularität lässt sich Unipal einfach und kostengünstig an individuelle Anforderungen anpassen.

Der bisher genutzte lineare Palettierroboter entsprach nicht mehr den Anforderungen und verursachte häufig Stillstände an allen drei Klebelinien gleichzeitig.
Ein Unipal im Einsatz. Bei GPI in München sind die Systeme ortsfest installiert, können aber grundsätzlich auch moblil eingesetzt werden.

Pünktlich zum Produktionsstart im neuen Jahr am 7. Januar waren die zunächst drei Unipal-Systeme bei GPI Munich installiert und nahmen ihre Arbeit auf. Die Einweisung der Mitarbeitenden durch QTM geschah direkt in laufender Produktion. „Schon drei Tage später waren die Unipal voll integriert. „Man kann die Verbesserung, die wir damit erreicht haben, gar nicht hoch genug benennen“, sagt Robert Wurmstein. „Allein der Wegfall der Störungen bedeutet einen Riesenfortschritt in der Produktivität. Der Unipal ist zuverlässig, präzise, leise und schnell.“ Auch das Personal ist laut Robert Wurmstein begeistert, denn der No-Code-Ansatz von QTM erlaubt das Konfigurieren des gewünschten Packmusters ohne Programmierkenntnisse: „Die verschiedenen Palettierschemen sind im System gespeichert. Antippen auf dem Display, Palette rein, Start drücken – einfacher geht es nicht. Die Packfläche wird optimal ausgenutzt.“ Das reduziert zudem die Rüstzeiten erheblich – ein weiterer Vorteil angesichts der häufigen Jobwechsel. Deshalb wird auch die vierte Klebelinie, an der bisher von einem Industrieroboter palettiert wird, in Kürze einen Unipal erhalten.

„Für QTM ist das eine echte Vorzeige-Installation, die zeigt: Dezentral automatisieren ist besser“, sagt Philipp Quenzel abschließend.

Kontakt:

Graphic Packaging International
www.graphicpkg.com

QTM
www.qtmgmbh.de